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Riskanter Einsatz an der Ostwand

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Eine Meisterleistung vollbrachte gestern der Pilot des Rettungshubschraubers Christoph 14 bei einem Einsatz an der Watzmann-Ostwand. Foto: Bergwacht Berchtesgaden

Berchtesgaden (ab/cfs) – Die Bergwacht Berchtesgaden hat heute mit einem riskanten Einsatz drei rumänische Bergsteiger aus der Watzmann-Ostwand gerettet. Die Drei hatten sich verstiegen und kamen nicht mehr weiter.


Um 3.53 Uhr setzten die drei Bergsteiger aus der Ostwand einen Notruf bei der Integrierten Leitstelle Traunstein ab. Sie teilten verzweifelt mit, dass sie biwakieren müssen, weil sie nicht mehr weiterkommen. Die Leitstelle alarmierte daraufhin den Einsatzleiter der Bergrettung Berchtesgaden. Doch aufgrund des schlechten Wetters mit starkem Regen und Bodennebel war kein sofortiger Einsatz mit dem Hubschrauber möglich.

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Zur Abklärung der Nebelverhältnisse fuhr je eine Mannschaft zur Priesbergalm und Richtung Gotzenalm. Jedoch war nirgends eine Sichtverbindung in die Ostwand möglich. Um 7 Uhr traf der Rettungshubschrauber Christoph 14 am Landeplatz in Berchtesgaden ein. Die Besatzung versuchte mit zwei Bergwachtmännern, die Rumänen zu lokalisieren. Die Einsatzstelle befand sich auf etwa 2 000 Meter Höhe. Der Nebel ermöglichte jedoch nur eine maximale Einsatzhöhe des Hubschraubers von 800 Metern.

Somit wurden die Bergretter oberhalb der Eiskapelle auf einem Felskopf über die Kufe ausgesetzt. In einem zweiten Anflug konnte Christoph 14 weitere zwei Retter absetzen. Die Bergwachtmänner stiegen zu viert bis ins Schuttkar auf. Währendessen konnte eine weitere Mannschaft zum Münchner Turm geflogen werden.

Durch eine Handy-Dreiecksschaltung der verstiegenen Rumänen, des Einsatzleiters Tal und des Rettungshubschraubers konnten die Männer auf dem Berchtesgadener Weg im Bereich der Rampe ausgemacht werden. Da sich der Nebel kurz lichtete, konnte ein Bergretter aus dem Schuttkar aufgenommen und bei den Verstiegenen, in einer fliegerischen Meisterleistung abgesetzt werden.

Die Rumänen wurden 30 Meter zum Aufnahmepunkt abgeseilt und in einer kurzen Wolkenlücke per Rettungstau aus der Wand geflogen. Der nachgeforderte SAR-Hubschrauber der Bundeswehr konnte in zwei Anflügen die restlichen Bergretter aus der Wand mit der Rettungswinde ausfliegen. Die geborgenen Bergsteiger wurden mit dem Boot der Wasserwacht zur Seelände gebracht.