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Rocker-Razzien in drei Bundesländern - Polizei will Tresor öffnen

Berlin/Potsdam (dpa) - Die Polizei behält die Rocker-Szene fest im Blick: Rund 300 Beamte haben in drei Bundesländern erneut Räume der Hells Angels durchsucht.

Durchsuchung im Rockermilieu
Polizeibeamte durchsuchen in Berlin Räume in einem Mietshaus. Der Klub im Erdgeschoss wird Rockern der Bandidos zugeordnet. Foto: Soeren Stache/Archiv Foto: dpa

Bei den Razzien in Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt wurden unter anderem mehr als 40 Macheten und zahlreiche andere Waffen sowie Betäubungsmittel und Anabolika gefunden. Die Ermittler transportierten auch einen noch verschlossenen Tresor ab.

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Schwerpunkt der Aktion bildete die Hauptstadt und ihr Umland. «Wir wollen weiterhin klar das Zeichen setzen: Brandenburg ist kein Rückzugsraum für Berliner Rocker», sagte ein Sprecher der federführenden Brandenburger Polizei am Freitag.

Als Gründe für die neuerlichen Razzien nannte er unter anderem die andauernden Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Rockerbanden in Berlin. «Waffenfunde bei Rockern wie zuletzt in Cottbus untermauern die Gefährlichkeit der Szene», sagte der Polizeisprecher. Die Innenressort-Chefs von Berlin und Brandenburg, Senator Frank Henkel (CDU) und Minister Dietmar Woidke (SPD), wollen mit aller Härte gegen die Szene vorgehen.

Insgesamt wurden 16 Wohnungen durchsucht - elf in Berlin und eine in Magdeburg. In den Wohnungen stellten die Ermittler unter anderem 40 Macheten, mehrere Schreckschusspistolen sowie Totschläger und ein Samuraischwert sicher. Es wird wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz und das Betäubungsmittelgesetz ermittelt. Festnahmen gab es laut Polizei aber nicht.

Auch in dem Vereinsheim in Potsdam stießen die Fahnder auf Waffen: Neben drei Macheten wurden eine Kiste mit sechs Messern und ein Baseballschläger gefunden. Zudem stellten die Beamten einen Standtresor sicher. Der Tresor wurde am Freitag abtransportiert und zur Polizei gebracht. «In der kommenden Woche wird die Öffnung erfolgen», sagte der Sprecher.

Das Vereinsheim wurde von der Potsdamer Ortsgruppe der Hells Angels genutzt. Das Charter HAMC Potsdam hatte zwar Mitte Juni seine Auflösung bekanntgegeben, nach Angaben der Polizei werden die Räume aber nach wie vor von Rockern genutzt. Am Donnerstagabend wurden fünf Mitglieder der Szene angetroffen.

Seit Monaten gibt es in Berlin und anderen Bundesländern vermehrt Aktionen gegen kriminelle Rockergruppen. Zu Beginn dieser Woche waren bei einer Großrazzia der Berliner Polizei sechs Bandidos festgenommen worden. Sie sind mittlerweile alle wieder auf freiem Fuß. 200 Beamte durchsuchten Wohnungen und ein Vereinsheim der Bandidos und beschlagnahmten Waffen, Motorräder und Bargeld.

In Brandenburg hatte die Polizei am vergangenen Wochenende mit einem massiven Aufgebot ein Treffen von Rockern in Kolkwitz bei Cottbus begleitet. Im Vorfeld der Feier zum fünfjährigen Bestehen des Clubs der Hells Angels MC waren die Fahnder bei einer Razzia in einer Gartenlaube in der Nähe von Cottbus auf ein Waffendepot gestoßen.

Potsdamer Hells Angels