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Rock’n’Roll in »Red Suede Shoes«

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»Bob Sattle and The Hot Hoagascht Quartett« mit (von links) Hein Kraller (Piano, Saxophon), Dieter Kellner (Schlagzeug), Hans Baltin (Standbass), Wolf Plenk (E-Gitarre) und Robert Sattler (Gesang). (Foto: Inneberger)

Wer glaubt, Novembertage sind kalt und trist, der wurde beim Vormittagskonzert von »Bob Sattle and The Hot Hoagascht Quartett« in der Traunsteiner Kulturfabrik NUTS vom Gegenteil überzeugt.


Elvis Presley steckte in »Blue Suede Shoes« und Bob Sattle alias Robert Sattler trat in »Red Suede Shoes« auf die Bühne. Seine roten Schuhe trugen ihn mit Leichtigkeit zwei Stunden über die Bühne und durch das Programm. Sommerfeeling breitete sich gleich zu Beginn aus. »Summer Hitz, de Stod is scho am kocha« sang Bob Sattle ins Mikro und man fühlte sich sofort wie in Nashville-Traunstein. Der Sommer 2018 war heiß und jetzt war der heiße Blues in der Stadt zu Gast. Ein breites Repertoire an Blues, Jazz, Rock’n’Roll und italienischer Canzone stand auf der Liste der Band. Egal welches Genre zu hören war, das Gefühl wurde dem Publikum durch die fünf Vollblutmusiker perfekt vermittelt.

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Aber an diesem Vormittag besuchte nicht nur der Blues die Stadt. Amore und italienischer Flair waren weitere Höhepunkte der Show. »Buongiorno Italiana – Lasciatemi cantare« erinnerte an die Stimme von Toto Cotugno und in »Tintarella di Luna« träumte jemand von einem Mädchen, das sich im Mondlicht sonnt. »Marina, Marina« rundete das italienische Festival della Canzone harmonisch ab.

Nach einer Weißwurst-Pause erfüllten die fünf Profi-Musiker Hein Kraller aus Waging (Piano, Saxophon), Wolf Plenk aus Traunstein (E-Gitarre), Hans Baltin aus Oderberg (Standbass), Dieter Kellner aus Vachenlueg (Schlagzeug) und Robert Sattler aus Traunstein (Gesang) die zweite Session ebenso mit Bravour.

Mit dem Song »Rudi, the red nose reindeer« wurde auf den Fasching eingestimmt und dazu wurde von jedem Mikrofon der rote Schaumstoffschutz abgezogen. Die fünf Musiker setzen sich diese auf ihre Nasen und Bob meinte belustigend, »Fasching« können wir ohnehin das ganze Jahr in unserer Gesellschaft erleben.

Dem Publikum klangen viele Titel vertraut in den Ohren. Durch die bairisch gewürzten Mundarttexte versuchten einige die Melodien zuzuordnen. Wenn Bob Sattle dann die Originaltitel erwähnte, kam sofort der »Aha-Effekt«. Aus »Hey good looking« wurde »I bin da Lucki und sog zu meina Leba duck di«, »Mei Traudl bist du schee« stammte im Original von Zarah Leander, deren Stimme bereits 1938 »Bei mir bist du schön« ins Mikrofon hatte erklingen lassen. Die Texte erzählten vom Leben und von der Liebe. In einem Liedtext hieß es »Mehr »Schein« als sein«. Die »Scheinwelt« wurde bemängelt. Wir haben Führerschein, Trauschein, Geburtsschein, Todesschein, aber um Gut-Menschen zu sein brauchen wir keine »Gut«-Scheine. Auch zu diesem Song war die Melodie von »You are my sunshine« bekannt, das »The Pine Ridge Boys« bereits 1939 erstmalig veröffentlicht haben.

Die fünf Musiker schafften eine beschwingte Stimmung im Publikum und großer Applaus beschloss diesen schönen Vormittag. Michael Inneberger