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Rock-Opas hängen Telecaster-Gitarren an den Nagel

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Auch mit 67 noch jung genug für Rock'n'Roll: Francis Rossi von den legendären »Status Quo« beim Konzert in der Münchner Olympiahalle. (Foto: Kewitsch)

Ein Spur Wehmut war schon dabei. »Status Quo« – welch klangvoller Name – machte auf der nun wirklich allerletzten Tournee noch einmal Station in der Münchner Olympiahalle.


Wer erinnert sich nicht an die ersten Hits Mitte der sechziger Jahre, mein erstes »Status Quo«-Konzert war 1978. 38 Jahre später sollte Francis Rossi (67) ein letztes Mal auf der Bühne der Münchner Olympiahalle stehen. Leider nicht mit von der Partie sein konnte sein langjähriger Bandkollege und »Status Quo«-Urgestein Rick Parfitt (68), der nach einem Herzinfarkt in diesem Jahr gezwungen war, die Tour abzusagen. Beide, Rossi und Parfitt, prägten jahrzehntelang den unnachahmlichen »Status Quo«-Stil. Nach dieser letzten Europa-Tournee wird es keine weiteren Electric-Tours dieser legendären Band mehr geben.

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Keine geringeren als die Hardrock-Legenden »Uriah Heep«, allen voran Gründungsmitglied Mick Box (69), begleiteten »Status Quo« auf ihrer Abschiedstournee.

Francis Rossi: »Wir haben schon eine Weile darüber diskutiert und haben uns entschieden, dass für uns die Zeit gekommen ist, die elektrischen Gitarren ‚an den Nagel’ zu hängen. Es wird immer härter für uns, diese Shows zu spielen. Es ist jetzt 30 Jahre her, dass wir letztmalig unseren Abschied angekündigt haben, aber dies ist jetzt eine endgültige Entscheidung. Das heißt nicht, dass wir nicht andere verrückte Dinge tun werden. Auch zukünftig kann man mit uns rechnen, aber wir gehen nie wieder mit unseren Telecasters auf Tournee.« Und fügt hinzu: »Dies ist also das Ende unseres Lebens ‚on the road’ mit unseren markanten Telecasters. Unser Leben wird nicht mehr dasselbe sein – oder das unserer Fans – aber wir können in dem Tempo nicht mehr weitermachen.«

Allein in Deutschland spielten die »Rock-Opas« noch 15 Konzerte. Es war die allerletzte Chance der Fans, »Status Quo« Hits live zu hören. Doch zuvor heizten »Uriah Heep« ordentlich ein. Mick Box mit seiner Band tat gut daran, die alten Nummern ins Programm zu nehmen. »Look at Yourself«, »July Morning«, das legendäre »Stealin« oder das bekannte »Lady in Black«: die Halle, knapp 7000 waren angereist, kam in Wallung. Spätestens mit »Easy livin´« war die Olympiahalle im Rock'n'Roll-Modus.

Nach kurzer Umbauphase dann der finale Showdown: »Status Quo«, allen voran Francis Rossi, eröffneten fulminant und in gewohnter Manier »last night of the electrics« mit einem der bekanntesten Hits: »Carolin«. Im gleichen Tempo ging es weiter: »Wanderer« und später das wunderbare »Gerundula«. Die Bühne war der Parcours, auf dem Rossi und seine Freunde sicher wandelten. Satter Sound, eine coole Lightshow, kein Schnickschnack, sondern astreiner Rock'n'Roll vom Feinsten. Die Halle bebte. Drummer Leon Cave wusste dem Beben noch eins draufzusetzen: ein Solo von der Sorte »Das vergisst Du nicht« und die späteren Hits vom Schlage »Roll over« und »Posin« machten das Konzert zu dem, was es sein sollte: einmalig, endgültig, rockig. Zwei Stunden hielten sie durch, die Jungs, zwei Stunden Abschiednehmen. Die Musikwelt wird nicht mehr die selbe sein, da darf man ruhig ein wenig wehmütig werden. Udo Kewitsch