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Romantik und Rührung: Prinzessin Madeleine sagt Ja

Stockholm (dpa) - In einer romantischen Zeremonie hat die schwedische Prinzessin Madeleine den New Yorker Banker Chris O'Neill geheiratet. Nach dem Hochzeitsball auf Schloss Drottningholm verschwand das Paar in die Flitterwochen - Ziel: unbekannt.

Hochzeit in Schweden
Glücklich. Foto: Carsten Rehder Foto: dpa

Madeleine ist das jüngste Kind von König Carl XVI. Gustaf und seiner aus Deutschland stammenden Frau Silvia. In der Thronfolge ist Madeleine zurzeit die Vierte. Mit ihrem Mann will sie auch künftig in New York leben. Vor drei Jahren war sie in die USA gegangen, wo sie O'Neill kennenlernte. Zuvor war ihre Verlobung mit dem Anwalt Jonas Bergström geplatzt. Medien hatten von einem Seitensprung im Urlaub berichtet.

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In ihren jeweiligen Muttersprachen gaben sich Madeleine (30) und Christopher (38) am Samstag in der Schlosskirche in Stockholm das Jawort. Die Braut trug ein weißes Valentino-Kleid mit Spitze und vier Meter langer Schleppe. Der Bräutigam zeigte Tränen der Rührung. Roxette-Sängerin Marie Fredriksson (55) trug bei der Zeremonie ihr Liebeslied «Ännu doftar kärlek» (etwa «Die Liebe duftet noch») vor.

Das ZDF verzeichnete mit seiner Übertragung der «Märchenhochzeit für Madeleine» durchschnittlich 3,59 Millionen Zuschauer (34,3 Prozent Marktanteil) am Nachmittag. Anschließend kam «Leute heute spezial» auf 3,01 Millionen Zuschauer (25,3 Prozent). Die Hochzeit der schwedischen Kronprinzessin Victoria hatten vor drei Jahren in Deutschland im Schnitt gut sieben Millionen Menschen verfolgt.

Unter den Hochzeitsgästen waren Dänemarks Kronprinz Frederik (45), Norwegens Thronfolger Haakon (39) sowie Monacos Fürstin Charlène (35) - jedoch ohne ihren Mann, Fürst Albert (55). Auch Erbgroßherzog Guillaume von Luxemburg (31) oder aber H&M-Vorstandschef Karl-Johan Persson (38) standen auf der Gästeliste.

«Chris hat gerade eine Rede abgeliefert, die jeden zum Weinen brachte», twitterte Golf-Profi Jesper Parnevik (48) am späten Samstagabend als einer von etwa 470 offiziellen Gästen bei der Feier am malerischen Mälarsee, westlich von Stockholm.

Dort richteten König Carl XVI. Gustaf (67) und Königin Silvia (69) das Hochzeitsfest für das jüngste ihrer drei Kinder privat aus und hatten dabei die Medien komplett ausgeschlossen. Das Fest habe bis 6 Uhr in der Früh gedauert, also lange nach Sonnenaufgang, berichteten Boulevard-Zeitungen. Ab sofort gilt für die Blätter wohl als oberstes Ziel, den Lesern den Ort der Flitterwochen mitsamt Fotos zu liefern.

Fest steht, dass O'Neill seine doppelte britisch-amerikanische Staatsbürgerschaft behält, genauso wie seinen bürgerlichen Namen. Er will weiter Finanzgeschäfte betreiben. Madeleine arbeitet in New York für die World Childhood Foundation, eine Kinderstiftung ihrer Mutter.

Am Samstagnachmittag beim Jawort in der Kirche hatte der in Schweden bislang als eher verschlossen geltende O'Neill Tränen vergossen, als Madeleine an der Seite ihres Vaters zum Traualtar schritt. Auch wenn der Hedgefonds-Manager aus den USA hier deutlich Sympathiepunkte sammeln konnte, hielt sich die Begeisterung der Schweden über diese royale Hochzeit in Grenzen.

Weder die Zahl der Zuschauer auf den Straßen bei der Kutschfahrt, noch die Lautstärke des Jubels reichten auch nur annähernd an die Hochzeit von Madeleines älterer Schwester, Kronprinzessin Victoria (35), heran. Als sie im Juni 2010 Prinz Daniel (39) heiratete, war etwa eine halbe Million Menschen rund ums Schloss auf den Straßen.

Bei der Trauung von Madeleine wurde ihre 15 Monate alte Nichte, Prinzessin Estelle - das erste Kind von Victoria und Daniel - zum kleinen Nebenstar. Wie die Braut im weißen Kleid, verfolgte sie auf einem Stühlchen aufmerksam und offensichtlich angetan die Zeremonie. Nur dass ihre Mutter ein Gebet von Franz von Assisi ohne sie vorlesen wollte, sorgte für zeitweiligen Ärger.

Nach dem Jawort mit O'Neill richten nun Monarchisten den Blick nach vorn und sehen der irgendwann erwarteten Hochzeit des mit dem Ex-Bikini-Model Sofia Hellqvist (28) zusammenlebenden Prinzen Carl Philip (34) entgegen. Beide waren bei Madeleines Hochzeit dabei, wurden aber protokollarisch nicht als Paar geführt.

Ob künftige Kinder von Madeleine und O'Neill einen königlichen Titel bekommen, ist nach Auskunft vom Hof noch nicht entschieden: Es komme darauf an, ob sie in Schweden oder im Ausland zur Welt kommen.