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Rothfuss deutsche Fahnenträgerin in Sotschi

Krasnaja Poljana (dpa) - Die Gold-Kandidatin geht voran: Andrea Rothfuss wird die deutsche Mannschaft am Freitag in Sotschi als Fahnenträgerin bei der Eröffnungsfeier der Winter-Paralympics ins Stadion Fischt führen.

Auserwählt
Andrea Rothfuss wird die deutsche Fahne tragen. Foto: Daniel Reinhardt Foto: dpa

«Cool. Das ist eine riesige Ehre, als Erste der Mannschaft ins Stadion einzulaufen. Ich freue mich sehr und werde unser Team stolz anführen», bekannte die Loßburgerin voller Freude - obwohl die Absage der zwölffachen Paralympics-Siegerin Verena Bentele auch das deutsche Team beschäftigte. Die langjährige Erfolgsathletin und jetzige Behindertenbeauftragte der Bundesregierung sagte ihre Russland-Reise aus politischen Gründen ab. «Da sieht man, wie Verantwortung dazu führt, dass die eigene Lebensqualität leidet», urteilte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Alfons Hörmann.

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Rothfuss dagegen durfte bei der Eröffnung des Deutschen Hauses am Abend in Krasnaja Poljana strahlen. Die 24 Jahre alte alpine Skirennfahrerin ist zum dritten Mal nach 2006 und 2010 bei Paralympics und hat bislang dreimal Silber und zweimal Bronze gewonnen. «Wir haben uns für Andrea Rothfuss entschieden, weil sie eine sehr erfolgreiche Athletin mit einer großen Vorbildfunktion ist», begründete Karl Quade, Chef de Mission des deutschen Teams, die Wahl der Soziologie-Studentin. 2010 in Vancouver hatte der inzwischen zurückgetretene Skilangläufer Frank Höfle die Fahne getragen.

Andrea Rothfuss ist eine der großen Gold-Hoffnungen in der nur 13 Sportler starken Mannschaft des Deutschen Behindertensport-Verbandes (DBS). Vor vier Jahren in Vancouver hatte sie sich noch unbändig über zweimal Silber und zweimal Bronze gefreut. In Sotschi soll es bei ihren dritten Spielen der erste Paralympics-Sieg sein. «Als Sportler ist man nicht dabei, um Silber zu gewinnen», erklärte die Schwarzwälderin, der von Geburt an die linke Hand fehlt. Ihre größte Konkurrentin ist die Französin Französin Marie Bochet, die die Weltcup-Rennen in dieser Saison dominiert hat.

Auf ihrem Weg zum ersten Paralympics-Gold will die viermalige WM-Zweite die politische Situation mit dem Konflikt zwischen Gastgeber Russland und der Ukraine weitgehend ausblenden. «Man hat schon gemischte Gefühle. Aber als Sportler konzentriert man sich auf die Leistung», sagte sie.

Dagegen wird ihre einstige Team-Kollegin Verena Bentele aus politischen Gründen in Sotschi fehlen. Die zwölfmalige Paralympics-Siegerin und jetzige Bundesbeauftragte für Menschen mit Behinderung sollte am Donnerstag in die Schwarzmeer-Stadt fliegen und am Samstag für ihre Aufnahme in die paralympische Hall of Fame offiziell geehrt werden. Darauf muss Bentele notgedrungen verzichten, sie kann die Ehrung nun nicht vor Ort entgegennehmen. «Das ist eine eindeutige Message an Russland», sagte DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher. «Das war eine politische Entscheidung, die auch meine persönliche Zustimmung findet.»