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Rottauer Wehr kann Grassauer nicht unterstützen

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Feuerwehr mit Blaulicht
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Ein Drehleiterwagen der Feuerwehr fährt mit Blaulicht über eine Straße. Foto: Marcel Kusch/Archiv Foto: dpa

Grassau – Zahlreiche Einsätze, viele Technische Hilfeleistungen, Unwettereinsätze, Unfallrettung und vieles mehr, bewältigten die Feuerwehren Grassau und Rottau. In der jüngsten Marktgemeinderatssitzung informierten die Kommandanten Alfred Mayer (Grassau) und Karl Huber (Rottau) über Aufgaben, Mannschaftsstärke und Fahrzeuge.


42 Aktive, darunter 20 Atemschutzträger und 12 Jugendfeuerwehrkameraden zählt die Rottauer Wehr, wie Kommandant Karl Huber informierte. Neben zwei Fahrzeugen sind auch vier Atemschutzgeräte vorhanden. 54 Einsätze, darunter fünf Brandeinsätze, 39 Übungen, 26 Lehrgänge, 25 Vereinstermine, bewältigte die Wehr. Insgesamt wurden 3235 Arbeitsstunden von der aktiven Mannschaft geleistet. Huber dankte, dass in diesem Jahr mit der Detailplanung für das neue Feuerwehrhaus begonnen werde und hoffe auf den Baubeginn in 2020, zumal es im bestehenden Feuerwehrhaus sehr eng sei.

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Was ihn besonders bewegte, sei aber, dass die Rottauer Feuerwehr nicht zu Einsätze nach Grassau gerufen werde. »Am Ortsschild Grassau hört unser Einsatzgebiet auf. Es ist traurig, dass wir als gemeindeeigene Feuerwehr bei Einsätzen in Grassau nicht dabei sein können und unsere eigenen Leute nicht unterstützen können«, bedauerte Huber. Auch nehme die Kommune viel Geld in die Hand, um die Feuerwehr zu unterstützen, und die Feuerwehr könne dies in Form von Einsatzbereitschaft nicht zurückgeben. Grund hierfür ist die Integrierte Leitstelle, die die Alarmierung der Feuerwehren nach der Landkarte organisiert und so die nächstgelegenen Wehren alarmiert.

Laut Huber suche der Computer die Einsatzmittel und unterscheide hierbei nicht, ob die Feuerwehren zu einer Gemeinde gehören. Laut Alfred Mayer könnte ohne diesen Unterschied die Gemeinde auf insgesamt 100 Einsatzkräfte und acht Fahrzeuge zurückgreifen. Dieses Problem bestehe, seitdem die Integrierte Leitstelle die Alarmierung übernommem hat, also seit 2014. Das Problem war Bürgermeister Rudi Jantke durchaus bekannt. Die Gemeinde unterstütze das Anliegen der Feuerwehren auf gegenseitige Unterstützung. Überlegt werde nun, ob man sich mit einem Beschluss einsetzen kann.

Das Prinzip der Integrierten Leitstelle sei im geographischen Umkreis die nächstgelegene Feuerwehr zu alarmieren, wobei einige Argumente, wie das Training der Zusammenarbeit der Grassauer und Rottauer Wehr, übersehen werde. Eventuell könne man sich mit einer Resolution auch an die Regierung wenden.

Die Grassauer Wehr wurde von Kommandant Alfred Mayer mit 65 Einsatzkräften, darunter 24 Atemschutzträgern, starker Jugendfeuerwehr mit 15 Teilnehmern und einer Tageseinsatzstärke von 20 Aktiven vorgestellt. »Damit sind wir im Achental super aufgestellt«, betonte Mayer.

119 Einsätze galt es zu bewältigen. Ihn wundert etwas, dass die Brandeinsätze wieder zunehmen. Mit der Hebebühne wurde die Wehr zu 15 Einsätzen gerufen, wobei vor allem ältere Menschen aus Wohnungen geboren wurden. Auch die Türöffnungen nehmen zu. Ihm lag das Wohnungsproblem am Herzen. Vier Kameraden wohnen nicht in Grassau, da sie hier keine bezahlbare, adäquate Wohnung bekommen. Zum Antrag auf Gewährung eines dritten Kommandanten erklärte Mayer, dass zum einen die Bürokratie immer größer werde und zum anderen auch dieser dritte Kommandant eingearbeitet werden soll, um später zum Zweiten aufzurücken, damit nach seiner Zeit keine Lücke entstehe.

Zum Wohnsitz erklärte Jantke, dass die Gemeinde Bauland nur mehr für Einheimische ausweise und auch seit einigen Jahren Mittel für den sozialen Wohnungsbau zurückgelegt werde. Einhellig stimmte der Rat der Bestellung eines dritten Kommandanten für die Grassauer Feuerwehr zu. tb