Bundesdrogenbeauftragter Blienert
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Bundesdrogenbeauftragter Burkhard Blienert (l), unterhält sich am Set von «GZSZ» mit Schauspieler Jan Kittmann, dessen Figur seit einigen Monaten zurück in die Glücksspielsucht gefallen ist und nun mit den Konsequenzen kämpft. Foto: dpa

RTL-Soap »GZSZ« greift Glücksspielsucht auf

Berlin/Potsdam (dpa) - Immer wieder greifen TV-Formate gesellschaftlich relevante Themen auf. RTL will nun bei »Gute Zeiten, schlechte Zeiten« vor den Gefahren von Glücksspielsucht warnen. Die Produktionsfirma holt sich dafür sogar den Bundesdrogenbeauftragten ans Set.


Die Macher der RTL-Soap »Gute Zeiten, schlechte Zeiten« (GZSZ) haben das Thema Glücksspielsucht in die Handlung eingebaut und einen kundigen Berater ans Filmset in Potsdam-Babelsberg geholt.

Der Bundesdrogenbeauftragte Burkhard Blienert machte sich vor Ort einen Eindruck von den Dreharbeiten und der Arbeit hinter der Kamera, wie RTL und die Produktionsfirma Ufa am Mittwoch mitteilten. »UFA-Serial-Drama-Produzentin Dominique Moro und Co-Producerin Christine Melzer empfingen Herrn Blienert und berichteten von der Idee, Glücksspielsucht in Deutschlands Daily Nr. 1 zu thematisieren.«

Seit Juli dreht sich bei der Figur Tobias Evers, gespielt von Jan Kittmann, alles um den Rückfall in die Glücksspielsucht, die ihn durch Sportwetten wieder eingeholt hat und komplett ruiniert.

Experte: Werbung für Sportwetten muss abgeschafft werden

Experte Bienert warnte: »Sportwetten sind eine der gefährlichsten Formen des Glücksspiels. Darauf muss auch die Politik reagieren: Dass man im Fernsehen oder Internet selbst zur Primetime zurzeit nahezu überall der Werbung für Sportwetten ausgesetzt ist, geht überhaupt nicht. Gerade auf Jugendliche hat diese Werbung erheblichen Einfluss. Ich appelliere deshalb an die Länder: Ihr seid zuständig. Untersagt Sportwettenwerbung zur Hauptsendezeit. Schiebt das Thema nicht auf die lange Bank - die Fußball-Weltmeisterschaft steht vor der Tür.«

Bereits am 30. August hatte es auf dem Instagram-Kanal von »GZSZ« einen Livetalk von Schauspieler Kittmann und Suchtberaterin Kathrin Rosenberg direkt nach der aktuellen Folge gegeben. »Dort stellten sich beide den Fragen der User«, so die Ufa. »Viele haben Betroffene in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis und suchten nach dem richtigen Weg für Hilfe. Kathrin Rosenberg konnte viele hilfreiche Tipps geben, verwies jedoch auch auf das an diesem Abend extra länger geschaltete Hilfetelefon, wo man auf den individuellen Fall abgestimmte Hilfestellungen bekommt. Knapp 100.000 Interessierte konnten alleine an diesem Abend direkt nach der TV-Ausstrahlung via Social Media auf dem GZSZ-Kanal erreicht werden.«

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