Ruhpoldinger Biathlet Marco Groß nach DM-Titel erleichtert – Laufleistung stark verbessert

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Er überzeugte bei der Deutschen Meisterschaft mit starken Leistungen – darunter sogar einem Titelgewinn: Biathlet Marco Groß. (Foto: Wukits) Foto: Ernst Wukits

Für eine der ganz großen Überraschungen bei den Deutschen Biathlon-Meisterschaften hat Marco Groß vom SC Ruhpolding gesorgt. Der 25-Jährige gewann den Titel im Sprint, im Einzel und in der Verfolgung wurde er jeweils Vierter. »Endlich ist alles aufgegangen, was ich mir zusammen mit meinem Vater erarbeitet habe«, freute sich der älteste Sohn des ehemaligen Weltklasse-Biathleten Ricco Groß.


Großen Anteil am Erfolg hat aber auch sein Heimtrainer Remo Krug, der das Gelernte im täglichen Training am Stützpunkt in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena verfeinert hat. »Ich glaube, dass der Knoten geplatzt ist. Läuferisch habe ich mich sehr verbessert, Schießen konnte ich schon immer«, beschreibt er seine Formel zum Erfolg – und fügt hinzu: »Ich kann liefern, wenn es darauf ankommt.«

Immerhin war er im Verfolgungslauf auf der letzten Runde mit einem der Favoriten – Benedikt Doll – gemeinsam unterwegs und konnte sich einen Platz vor diesem platzieren. Auch sein Rückstand auf den Sieger Matthias Dorfer hielt sich in Grenzen. »Leider sind mir bis zur Schlussrunde vier Fehler passiert, zum Glück habe ich beim letzten Schießen alles getroffen«, schildert er die Situation. Im Einzel war er mit dem späteren Sieger Erik Lesser ein paar Runden gelaufen.

Marco Groß ist aktuell auf seine Familie und seine Verlobte Lena Häcki angewiesen, was die Zukunft in seinem Leben als Profisportler betrifft. »Im Frühjahr hat mich der Zoll aus der Sportförderung geworfen. Das heißt, ich muss derzeit alles selber bezahlen«, so der Sportler. Die Maßnahme der Behörde ist für Marco Groß unverständlich, schließlich habe er bereits im vergangenen Jahr seine Leistungen gesteigert. »Leistungssport wird nach Leistung definiert. Nun hoffe ich auf eine Reaktion des Deutschen Skiverbands, was meine Zukunft betrifft. Schließlich muss ich Geld verdienen, um meinen Sport betreiben zu können.«

Stolz ist er auf die Steigerung seiner Laufleistung. Im vergangenen Jahr war es ein Plus von sechs Prozent, in dieser Saison ist er bei drei Prozent Zuwachs. Für diesen Winter hofft er auf einen Platz im IBU-Cup Team und von dort später im Weltcup.

Eine Teilnahme an den Olympischen Spielen im kommenden Jahr in Peking ist für ihn eher kein Thema. Wichtigste Bezugspersonen sind seine Verlobte, die Schweizer Biathletin Lena Häcki, und sein Vater Ricco. »Mein Vater kennt mich in- und auswendig, er weiß, was in der Weltspitze abläuft. Seinen Ratschlägen vertraue ich zu hundert Prozent«, betont er. Mit Lena Häcki trainiert er regelmäßig in der Chiemgau-Arena. Das Paar hat im Ort eine gemeinsame Wohnung. Nun ist er gespannt, was der kommende Winter für ihn bringen wird. »Ich habe mich schon vor den Meisterschaften sehr gut gefühlt. Wichtig ist nun, die Form zu halten und konstante Leistungen bringen«, hofft er für die nächsten Monate. SHu