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Ruhpoldinger Biathlon-Trainer erwägt Klage gegen Olympia-Bann

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Wolfgang Pichler
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Foto: dpa/Kay Nietfeld

Der Ruhpoldinger Biathlon-Trainer Wolfgang Pichler erwägt nach der Sperre für die Olympischen Spiele in Pyeongchang nun rechtliche Schritte einzuleiten.


Aktuell berät sich der 62-Jährige mit einem guten, erfahrenen Rechtsanwalt. Dann will er weitersehen. Gegenüber dem Münchner Merkur fand er deutliche Worte für seinen Olympia-Ausschluss: "Die demokratischen Grundregeln werden doch völlig missachtet. Ich fühle mich wie ein Spielball."

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Grund für seine Sperre ist sein Schützling Olga Saizewa, der neben Olga Wiluchina und Jana Romanowa vom Internationalen Olympischen Komitee im Zuge der Doping-Ermittlungen lebenslang gesperrt wurde.

"Sie hat in Belgien gelebt, und dann in der Schweiz", sagte Pichler über die zweimalige Staffel-Olympiasiegerin. "Und die Trainingslager waren zu 90 Prozent in Mitteleuropa oder in Skandinavien. Sie ist dauernd von der WADA getestet worden. Und jetzt wirft man ihr vor, dass sie gedopt war. Da muss ich sagen: Das kann ich wirklich nicht nachvollziehen. Warum hat man nie etwas gefunden?"

Anti-Doping-Kämpfer, der die Russen verändern wollte

Der 62 Jahre alte Bayer hat sich einen Namen als Anti-Doping-Kämpfer gemacht. Ehe er 2011 bei den Russen anheuerte, war er schon einmal bei den Schweden tätig. Magdalena Forsberg führte der Zollbeamte, der für seine Trainertätigkeit freigestellt ist, zwischen 1997 und 2002 zu sechs Gesamtweltcup-Siegen in Serie.

Später prangerte er die Doping-Problematik an, es gab sogar Morddrohungen aus Russland gegen ihn. Trotzdem ließ er sich verpflichten. "Ich habe geglaubt, die Russen ändern zu können. Da war ich wohl etwas blauäugig", erzählte Pichler immer wieder. "In meinem Vertrag stand sogar drin, dass die dopingfrei arbeiten müssen."

red/dpa mit Informationen der Münchner Merkur