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Runter vom Gas an Schulbushaltestellen!

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Damit alle Kinder mit dem Schulbus sicher zur Schule und wieder heim kommen, üben sie zu Schuljahresanfang das richtige Verhalten beim Ein- und Aussteigen. Das hilft aber nichts, wenn vorbeifahrende Autofahrer sich nicht an das Überholverbot und die – auch im Gegenverkehr – maximal zulässige Schrittgeschwindigkeit halten.

Es ist noch nicht lange her, da erschütterte der tragische Unfalltod zweier elfjähriger Mädchen im Landkreis Altötting die Öffentlichkeit. Sie waren aus dem Schulbus ausgestiegen und hatten hinter dem bereits wieder anfahrenden Bus die Straße überquert – nicht rechtzeitig einsehbar für eine Autofahrerin im Gegenverkehr. Ihr Wagen erfasste beide Mädchen mit hoher Geschwindigkeit. Beide starben.


Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd nimmt diesen und elf weitere Schulwegunfälle – auch ein weiteres Kind starb, elf weitere wurden verletzt – zum Anlass, alle Beteiligten für die besonderen Gefahren an Schulbushaltestellen zu erinnern – Autofahrer, Busfahrer, die Schulkinder selbst und auch die Eltern. Besonders aber den Autofahrern werden die Beamten in nächster Zeit verstärkt ihre Aufmerksamkeit widmen im Rahmen von Kontrollen.

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Für Autofahrer, die einen Bus an einer Haltestelle überholen, gelten besondere Regeln, festgehalten und für jedermann nachzulesen in Paragraf 20 der Straßenverkehrsordnung. Die Vorschriften gelten dabei sowohl innerhalb als auch außerhalb geschlossener Ortschaften:

Wenn ein Bus an einer Haltestelle (Zeichen 224) hält, dann darf nur vorsichtig daran vorbeigefahren werden; dies gilt auch für den Gegenverkehr, denn besonders Kinder treten oft vor oder hinter dem haltenden Bus auf die Straße und werden dadurch erst sehr spät wahrgenommen.

Nähert sich ein Bus einer Haltestelle und sein Warnblinklicht ist eingeschaltet, darf der Bus grundsätzlich gar nicht überholt werden; auch hier versuchen Kinder nicht selten einen ankommenden Bus noch im letzten Moment zu erreichen und überqueren – ohne auf den Verkehr zu achten – die Fahrbahn.

Hält ein Bus an einer Haltestelle und sein Warnblinklicht ist eingeschaltet, dann darf nur mit Schrittgeschwindigkeit (maximal 7 bis 10 km/h) daran vorbeigefahren werden; dies gilt auch für den Gegenverkehr. Dabei muss ein Abstand eingehalten werden, der eine Gefährdung oder Behinderung aussteigender Businsassen ausschließt; notfalls muss angehalten werden. Den Bussen ist das Abfahren von gekennzeichneten Haltestellen zu ermöglichen; sie haben Vorrang. Auch hier gilt: falls nötig, anhalten und warten.

Da es sich um einen besonders zu schützenden Verkehrsbereich handelt, reicht die Bandbreite bei der Verfolgung von der einfachen Verwarnung mit fünf Euro bis zu einer Geldbuße von mehreren hundert Euro, Punkten im Verkehrszentralregister sowie einem Fahrverbot von einem bis zu drei Monaten. Unbelehrbaren oder uneinsichtigen Verkehrsteilnehmern droht zudem die verpflichtende Teilnahme an einem Verkehrsunterricht.

Polizeioberrat Martin Irrgang, Leiter der Abteilung Verkehrsaufgaben beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd: »Jeder Verkehrsteilnehmer sollte immer daran denken: Ein sicherer Schulweg geht uns alle an! Es gibt nichts Schlimmeres als den Tod eines Kindes auf dem Weg zur Schule oder nach Hause. Tödliche Schulwegunfälle, wie zuletzt geschehen, zerstören nicht nur das Leben der Opferfamilien, sondern auch das Leben des Unfallfahrers und seiner Familie.« fb