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Russland protestiert bei US-Botschafter gegen Spionage

Moskau (dpa) - Nach der Enttarnung eines mutmaßlichen amerikanischen Spions hat Russland offiziell bei US-Botschafter Michael McFaul gegen die Agententätigkeit der CIA protestiert. Vizeaußenminister Sergej Rjabkow erklärte bei einem Treffen mit McFaul den beschuldigten Botschaftsmitarbeiter zur unerwünschten Person.

Nächtlicher Zugriff
Nächtlicher Zugriff im Südwesten Moskaus: Ein FSB-Mitarbeiter überwältigt den Amerikaner. Foto: FSB Foto: dpa

Unter dem Deckmantel eines Diplomaten soll der Verdächtige Ryan Fogle versucht haben, einen russischen Geheimdienstmitarbeiter anzuwerben. Das teilte das Ministerium auf seiner Internetseite mit. Der Diplomat muss das Land umgehend verlassen.

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Im Auftrag des US-Geheimdienstes CIA hatte es Fogle auf einen Experten des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB für Terror im Konfliktgebiet Nordkaukasus abgesehen, wie die Moskauer Zeitung «Kommersant» berichtete.

Der Anwerbeversuch sei eine Reaktion auf den Terroranschlag auf den Marathon in Boston im April. Im Nordkaukasus leben die Eltern der Terrorverdächtigen Tamerlan und Dschochar Zarnajew. Den US-Polizeieinsatz gegen die Brüder hatte nur Dschochar überlebt.

Kremlchef Wladimir Putin ließ die US-Agententätigkeit in Russland über seinen Sprecher Dmitri Peskow verurteilen. «Das ist kein Beitrag im weiteren Prozess einer Festigung des gegenseitigen Vertrauens zwischen Russland und den USA», sagte Peskow der Agentur Itar-Tass.