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Sackgasse Einbahnregelung

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Führten in München »sehr erfreuliche Gespräche« (v.l.): Bürgermeister Franz Halmich (Marktschellenberg), Bürgermeister Thomas Weber (Bischofswiesen), 2. Bürgermeister Rudi Fendt (Ramsau), Bürgermeister Franz Rasp (Berchtesgaden) und 2. Bürgermeister Richard Lenz (Schönau am Königssee). (Foto: privat)

Bischofswiesen – »Sehr erfreuliche Gespräche« zum Thema Eisenrichter-Baustelle führten die Talkessel-Bürgermeister beziehungsweise ihre Stellvertreter am Donnerstag im Münchner Verkehrsministerium. Das berichtete Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp gestern im Gespräch dem »Berchtesgadener Anzeiger«.


Zwar wird es die von den Kommunalpolitikern favorisierte Tunnellösung kurzfristig nicht geben. Doch auf die allgemein gefürchtete Einbahnregelung will man verzichten, solange es nur geht.

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Anlass für die Einladung nach München war eine Resolution, die die Talkessel-Bürgermeister über die heimische Staatsministerin Michaela Kaniber an Verkehrsministerin Ilse Aigner weiterleiten ließen (wir berichteten). Darin hatten sie auf die Unzumutbarkeit einer jahrelangen Einbahnregelung für den südlichen Landkreis im Rahmen der Gesamtsanierung der Bundesstraße 20 am Eisenrichter verwiesen. Vor allem hatten sich die Rathauschefs darin für die Realisierung einer rund 400 Meter langen Tunnellösung als Alternative ausgesprochen.

Ilse Aigner hatte die Bürgermeister daraufhin für letzten Donnerstag nach München eingeladen. Ihre eigene Teilnahme an dem Gespräch sagte die Ministerin kurzfristig in einem Telefongespräch mit Franz Rasp ab. Die Delegation aus dem Talkessel mit den Bürgermeistern Franz Rasp, Thomas Weber und Franz Halmich sowie den Bürgermeister-Stellvertretern Rudi Fendt und Richard Lenz wurde in München aber von Staatssekretär Josef Zellmeier und Leitendem Ministerialrat Dr. Thomas Linder, der für den gesamten Straßenbau in Oberbayern zuständig ist, empfangen. Mit dabei war auch Christian Rehm, Leiter des Staatlichen Bauamts Traunstein, in dessen Verantwortung die Baustelle am Eisenrichterberg liegt.

»Die Gespräche sind für uns sehr erfreulich verlaufen«, sagte Franz Rasp gestern auf Anfrage des »Berchtesgadener Anzeigers«. Man sei sich einig gewesen, dass die Verkehrsbehinderungen für den südlichen Landkreis im Rahmen der Eisenrichter-Sanierung minimiert werden müssten. Man habe die Zusage bekommen, dass alles dafür getan werde, die Ampelregelung so lange wie möglich beizubehalten. »Ziel ist es, die Einbahnregelung möglichst zu vermeiden. Und wenn man sie doch braucht, dann zu Zeiten, in denen es uns nicht so wehtut.« Das könnte heißen, dass sich die angekündigte Einbahnregelung zeitlich deutlich reduzieren wird. Die Einbahnregelung würde bedeuten, dass der Verkehr in Richtung Bad Reichenhall werktags zwischen 6.30 und 18  Uhr über das Wachterl umgeleitet würde.

Laut Rasp will man beim ersten Bauabschnitt, der bis Wintereinbruch beendet sein soll, testen, wie es sich mit Ampelregelung arbeiten lässt. Im Januar/Februar will man dann erneut zusammenkommen, um diese Erfahrungen zu bewerten. »Ziel soll es sein, auf eine Einbahnregelung ganz zu verzichten«, erklärte Rasp. Denn schließlich liefen die Bauarbeiten am Eisenrichterberg auch aktuell problemlos. Jedenfalls habe das Bauamt vom Ministerium die Anweisung bekommen, die Baustelle so zu gestalten, dass die Verkehrsbehinderungen auf ein Mindestmaß reduziert werden«, betonte Berchtesgadens Bürgermeister.

Damit ist die von den Bürgermeistern angeregte Tunnellösung kurzfristig erst einmal vom Tisch. Langfristig könnte sie aber wieder ein Thema werden. »Wir wissen ja nicht, was mit dem nicht ganz unproblematischen Hang oberhalb in zehn Jahren sein wird«, sagt Rasp. Ulli Kastner

 

Blattl Sonntag Traunstein