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Sahra Wagenknecht spricht über ihre Krankheit

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Sahra Wagenknecht
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Sahra Wagenknecht: «Die Frage ist ja auch, wieviel bewegt man noch, wenn man innerlich immer ausgebrannter wird.» Foto: Michael Kappeler Foto: dpa

Hat sich die Schillerndste der Linken, Sahra Wagenknecht, zuviel zugemutet, oder wurde ihr zu viel zugemutet? Die ausscheidende Linke-Vorsitzende hat sich über ihre gesundheitlichen Probleme geäußert.


Berlin (dpa) - Die aus Gesundheitsgründen ausscheidende Vorsitzende der Linken im Bundestag, Sahra Wagenknecht, führt ihre stressbedingte Erkrankung nicht allein auf die Kämpfe mit der Parteispitze um Katja Kipping und Bernd Riexinger zurück.

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»Wir hatten Konflikte, das ist auch öffentlich bekannt. Aber ich finde, das jetzt nur darauf zurückzuführen, das wäre auch nicht richtig«, sagte sie am Sonntagabend in der ARD-Sendung »Anne Will«. »Es war einfach insgesamt sehr, sehr viel. Und deswegen kam jetzt diese Entscheidung.«

Wagenknecht führte ihre zwei Monate währende Erkrankung auf die enorme Belastung als Fraktionsvorsitzende zurück, vermied aber auch auf Nachfrage den Begriff »Burnout«. Für die Benennung seien die Ärzte zuständig. Sie sagte aber: »Die Frage ist ja auch, wieviel bewegt man noch, wenn man innerlich immer ausgebrannter wird.« Wer etwas bewegen wolle, müsse Luft holen können und Zeit haben zu lesen, Anregungen aufzunehmen, kreative Ideen zu entwickeln. »Ich möchte ja Menschen ansprechen, ich möchte ja Menschen gewinnen. Und wenn man sich innerlich leer fühlt, dann wird das immer schwerer.«

Wagenknecht hatte vor einer Woche angekündigt, aus gesundheitlichen Gründen im Herbst nicht erneut für die Linken-Fraktionsspitze zu kandidieren. Sie sagte nun, sie rechne mit einem früheren Wechsel. Die Entscheidung darüber liege aber nicht bei ihr, sondern der Fraktion.