weather-image
26°

Salzach läuft über

Die Salzach erreichte im Stadtgebiet am Sonntagnachmittag einen Pegelstand von 8,50 Metern. Foto: Anzeiger/Hudelist

Salzburg – Der Starkregen hat gestern die Pegelstände von Salzach und Saalach stärker als vorhergesagt ansteigen lassen. Bereits am Sonntagmorgen wurden die Meldestufen im Stadtgebiet überschritten, der Wasserstand der Salzach stieg auf 8,50 Meter an, die Lehenerbrücke und die Fußgängerstege wurden gesperrt. Die ebenfalls Hochwasser führende Saalach riss auf Freilassinger Seite kurz vor dem Kraftwerk über einige hundert Meter einen Damm weg. Die Saalachbrücke zwischen Salzburg und Freilassing wurde gesperrt.


In der Stadt Salzburg haben die Behörden am Sonntagvormittag alle Fußgängerstege gesperrt, ab 10.30 Uhr wurde dann auch eine der drei wichtigen Stadtbrücken, die Lehenerbrücke, für den Autoverkehr gesperrt, weil die Brückenränder bereits zugestaut waren, so die Berufsfeuerwehr. Am frühen Nachmittag schwappte die Salzach in den Stadtteilen Herrnau, Aigen und Mülln über die Ufer. Das Salzachschiff Amadeus, das beim letzten Hochwasser 2002 im letzten Augenblick von einem Feuerwehrkran gerettet werden konnte, hängt dieses Mal relativ sicher an den Bojen. Experten sprechen mittlerweile von davon, dass das Hochwasser noch dramatischer ist als das Jahrhunderthochwasser 2002.

Anzeige

Der Pegelstand erreichte im Stadtgebiet an der Nonntaler Brücke um 13 Uhr 8,50 Meter, damit war die zweite Meldestufe erreicht, einige Kilometer flussabwärts an der Lehenerbrücke erreichte der Wasserstand um 15.30 Uhr genau acht Meter. Der Hydrologische Dienst des Landes Salzburgs rechnete mit einem Höchststand von 8,50 Meter. Im gesamten Stadtgebiet wurden die erst 2002 errichten Hochwasserschutz-Einrichtungen aktiviert. Um 16 Uhr gab es noch keine Entwarnung, »aktuell müssen aber weitere Brücken gesperrt werden«, so Branddirektor Eduard Schnöll. Insgesamt waren im Stadtgebiet über 300 Feuerwehrmänner im Einsatz, 23 mobile Hochwasser-Sperren wurden aufgebaut.

Für das Bundesland ist bereits am Morgen der Katastrophenstab zusammengetreten und hat vor allem die Lage im Pongau und im Pinzgau koordiniert. In St. Johann ist ein Arbeiter von einer Mure verschüttet und getötet worden. Der Bezirk Pinzgau ist zum Katastrophengebiet erklärt worden, Zell am See konnte weder über das kleine Deutsche Eck, noch über die Salzachtal-Bundestalstraße erreicht werden. Im gesamten Bundesland waren rund 4 000 Helfer im Einsatz, in Taxenbach war auch das Bundesheer zu einem Assistenzdienst im Einsatz. Im Tennengau ist Zivilschutzalarm ausgelöst wurden, in Hallein durften keine Keller mehr betreten werden. Michael Hudelist