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Sanierung der Südspange erneut verschoben

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Südspange Traunstein
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An der Südspange müssen die Übergangskonstruktionen und Arbeitsfugen erneuert werden. Die Sanierung verzögert sich nun erneut. (Foto: Wannisch)

Traunstein - Die Südspange wird vorerst nicht saniert – denn die nach der am 13. April erfolgten Ausschreibung eingegangenen Angebote waren deutlich teurer, als es die Schätzung der Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit dem beauftragten Ingenieurbüro ergeben hat.

Eigentlich hätte es am 4. Juni losgehen sollen. Schon im März hatte die Stadt angekündigt, dass die Brücke für mindestens sieben Wochen für den Verkehr voll zu sperren ist. Doch daraus wird nun nichts.

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Bei den umfangreichen Maßnahmen sollte eine Spezialfirma die Übergangskonstruktionen und die Arbeitsfugen erneuern, da diese im Laufe der Jahre stark verschlissen sind. In der jüngsten Stadtratssitzung sollte das Gremium über die Vergabe der Bauarbeiten entscheiden. Die Stadtverwaltung hatte die Kosten für die Sanierung auf rund 151 500 Euro geschätzt.

Bis zur Ausschreibung kristallisierten sich aber einige Arbeiten heraus, die ursprünglich nicht vorgesehen waren, wie die Demontage und Montage des Geländers sowie die Herstellung eines Passanten-Schutztunnels. Dafür wären nach Angaben des Stadtbauamts Mehrkosten in Höhe von 39 400 Euro entstanden.

Darüber hinaus soll die Verkehrssicherung auf Wunsch der Stadt von der Baufirma der Brücke durchgeführt werden. Außerdem sei aufgefallen, dass die Gewerke Abbruch, Gerüstbau und Baustelleneinrichtung vermutlich aufgrund der generell sehr hohen Auslastung der Baufirmen weit über den zuletzt üblichen Preisen liegen, wie Oberbürgermeister Christian Kegel verlauten ließ.

Da der Angebotspreis letztlich deutlich mehr als 30 Prozent über der Kostenschätzung gelegen habe, legte die Stadtverwaltung dem Rat nahe, über eine Aufhebung der Ausschreibung nachzudenken. Dem gab das Gremium grünes Licht. Die Ausschreibung soll im Winter erneut erfolgen. Dass diese nicht zeitnah erfolgt, begründet die Stadt auf Anfrage unserer Zeitung so: »Erfahrungsgemäß können die Firmen günstigere Angebote abgeben, wenn die Ausschreibung im Winter des Vorjahres veröffentlicht wird. Eine Gewährleistung dafür gibt es leider nicht, da momentan der gesamte Markt angespannt wirkt.«

Geringere Kosten sind also nicht unbedingt zu erwarten, das wurde auch in der Sitzung klar. Denn die Situation habe sich seit der Kostenschätzung 2016 so entwickelt, so die Einschätzung des Bauamts, dass inzwischen wesentlich weniger Firmen existieren, die für diese Arbeiten überhaupt in Frage kämen und deren Auslastung entsprechend gestiegen ist. »Deshalb ist es fraglich, ob bei einer erneuten Ausschreibung angesichts der allgemeinen Kostenentwicklung mit günstigeren Preisen zu rechnen ist«, sagte Kegel in der Sitzung. Daher empfiehlt das Bauamt, im Haushaltsansatz 2019 für den Posten mehr Geld einzuplanen als ursprünglich.

Es ist nicht die erste Terminverschiebung – bereits 2017 hätte die Südspange saniert werden sollen. Damals wurde diese aber zugunsten von Baumaßnahmen an der Staatsstraße 2105/Hochstraße aufgehoben. Ihr ansonsten guter baulicher Zustand lasse eine Verschiebung um ein Jahr zu. »Nun aber ist die Sanierung nicht mehr aufschiebbar«, heißt es in einem Schreiben der Stadt vom März dieses Jahres. Weit gefehlt, nun wird verschoben, weil die Angebote zu teuer sind – diese wohl aber auch nicht billiger werden. vew