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Festspiele wollen nicht nur künstlerisch, sondern auch hinter den Kulissen Maßstäbe setzen

Sanierung des Großen Festspielhauses steht an

Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler und Landeshauptmann Wilfried Haslauer waren zufrieden mit den Ergebnissen der Kuratoriumssitzung. (Foto: Aumiller)

Noch nie in ihrer 23-jährigen Präsidentschaft sei eine Kuratoriumssitzung so harmonisch verlaufen, verlautbarte Helga Rabl-Stadler, Präsidentin der Salzburger Festspiele, als Ergebnis der Zusammenkunft mit den maßgeblichen Kuratoriumsmitgliedern und Fachkräften. Das gute Arbeitsklima im Direktorium mit Intendant Markus Hinterhäuser und kaufmännischem Leiter Lukas Crepaz hob die Präsidentin zudem besonders hervor.


Landeshauptmann Wilfried Haslauer war voll des Lobes über den letzten Festspielsommer, der eine Saison der Superlative gewesen sei, auch in medialer Hinsicht. Weltweit sei ein sehr positives Echo zu vernehmen gewesen. Auch künstlerisches Neuland eines Festspielsommers, der nicht nur Kassenschlager beinhaltete, sondern auch das Publikum forderte, habe sich nicht als künstlerisches Risiko herausgestellt, sondern große Erfolge eingefahren.

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261 500 Gäste aus 79 Nationen, darunter 40 von außerhalb der EU, haben das Festival besucht, bilanzierte Haslauer und gab noch weitere Zahlen bekannt: Die Karteneinnahmen beliefen sich auf 28,36 Millionen Euro, Sponsoreneinnahmen auf acht Millionen Euro. Die Eigenwirtschaftlichkeit betrug 74,4 Prozent, die Platzauslastung 97,4 Prozent und die Wertauslastung 87 Prozent. Das Jahresbudget von 61,3 Millionen wurde eingehalten, die Gewinnerwartung hingegen mit 1,7 Millionen Euro übertroffen. »Wenn es so weitergeht, können wir glücklich sein«, sagte Haslauer und betonte: »Wir freuen uns auf den kommenden Sommer mit 195 Aufführungen an 41 Tagen.« Bessere Effizienz sei auch gewährleistet durch die Einsparung von 2,7 Prozent an Personalkosten durch effizienteren Einsatz. 240 Jahresangestellte, die im Sommer auf 3000 ansteigen, seien eine enorme Leistung.

Die große Herausforderung, die nun ansteht, ist die Sanierung des Großen Festspielhauses. Es geht um Brandschutz, elektrische Leitungen, Sicherheitsmaßnahmen, Arbeitnehmerschutz und die Garderoben. Die Sicherheitsbestimmungen stammen aus den 60er Jahren und haben sich seither massiv geändert. »Wenn wir das Haus nicht auf den neuesten technischen Stand bringen, dürfen wir nicht mehr weiterspielen. Das ist die Auflage«, erklärte Rabl-Stadler.

Das sei auch eine architektonische Herausforderung und die Präsidentin zeigte sich erfreut, in Lukas Crepaz als kaufmännischem Leiter einen strukturierten Menschen aus dem Controlling an ihrer Seite zu haben. Man sei auf einem guten Weg für die Ausführung jedes Projekts und einen neuen Mann für das Marketing gebe es auch. Die Festspiele sollen nicht nur künstlerisch, sondern auch in der Verwaltung Maßstäbe setzen.

Die Fertigstellung der Haussanierung in mehreren Bauphasen ist für 2020/21 geplant. Das Baufeld, das sich mit dem Publikumsbereich befasst, soll am 17. Dezember 2018 starten. Die Kostenschätzung beläuft sich auf insgesamt 22 Millionen Euro, davon erhofft man sich 14 Millionen Euro von der öffentlichen Hand. 8,3 Millionen, also 37 Prozent, werden die Festspiele selbst aufbringen.

In dieser Saison wurden bereits 1,5 Millionen Euro investiert. Markus Hinterhäuser sei auch darin ein guter Partner, dass das, was durch das gute Programm und Kartenmanagement erwirtschaftet wird, zwischen Kunst und Investition aufgeteilt werde.

In den vergangenen Jahren wurde vor allem in das Haus für Mozart und die Felsenreitschule investiert, nun ist das Große Festspielhaus an der Reihe. Es wird schließlich nicht nur von den Festspielen genützt, sondern auch von vielen Fremdveranstaltern wie der Kulturvereinigung oder den Osterfestspielen. Elisabeth Aumiller