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Satire »In Zeiten des abnehmenden Lichts« auf DVD

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"In Zeiten des abnehmenden Lichts"
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Hauptdarsteller Bruno Ganz stellte den Film auf der Berlinale vor. Foto: Jörg Carstensen Foto: dpa

Ein Tisch, ein Haus, die DDR: In diesem Film geht alles zu Bruch. Die Romanverfilmung »In Zeiten des abnehmenden Lichts« ist ein grandioses Zeugnis des Scheiterns. In den Hauptrollen glänzen Bruno Ganz, Hildegard Schmahl und Sylvester Groth.


Berlin (dpa) - Ein gelungener Satirefilm hat Tiefe und hallt lange nach - genauso wie das wunderbare Kammerspiel »In Zeiten des abnehmenden Lichts«. Das Familiendrama ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Euge Ruge. Jetzt liegt der Film bei Warner Home Video als DVD und Blu-ray vor - ohne Bonusmaterial.

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Buch wie Film sezieren den sozialistischen Traum. Hauptfigur ist der stramme Kommunist Wilhelm Powileit (Bruno Ganz). Der DDR-Bürger lebt gedanklich in einem Land, das es so wie in seinem Kopf nicht mehr gibt. Die Leinwandversion konzentriert sich auf einen Tag im Frühherbst 1989 in Ostberlin. Powileit wird 90, die DDR wird 40 Jahre
alt. Während das Staatsgebäude bröckelt, ist der Genosse Powileit als treues SED-Mitglied nach wie vor vom Sozialismus überzeugt.

An seinem Ehrentag wollen Powileits Frau Charlotte (Hildegard Schmahl) und sein Sohn Kurt (Sylvester Groth) ihm mit der Familie, Freunden, Nachbarn und Bekannten ein parteikonformes Fest bereiten und den eintretenden Niedergang des Einheitsstaates dabei konsequent
totschweigen - genauso wie die Flucht des Enkelsohnes Sascha (Alexander Fehling) in den Westen. Doch dann kommt das Geheimnis ans Licht. Und für Powileit zerbricht eine Welt.

In dem Film jagt ein ironischer Dialog den nächsten. Grandios
inszeniert (Regie: Matti Geschonneck) ist wieder und wieder der Schlagabtausch des alten Griesgrams mit seinen Gästen. Unter diesen sind etwa auch beflissene SED-Funktionäre, die recht unbeholfen ein Loblied auf einheimische Produkte anstimmen: »Wir wollen dem französischen Brie-Käse in Brandenburg eine zweite Heimat geben«, protzt ein Mann aus dem Molkereikombinat Wiesengrund. Und sein Begleiter verdeutlicht: »Das Ziel ist Ostkäse, der wie Westkäse schmeckt. Das ist die Aufgabe.« Köstlich.

Ein Erzeugnis allererster Güte ist - die Darstellerliste lässt es
erahnen - auch die Schauspielkunst. Bruno Ganz verkörpert den lakonischen Kauz Powileit. Er verlegt sich in seiner Rolle darauf, die meisten Menschen um ihn herum mit unterkühlter Geste abzubügeln. Ein ebenso wundervolles Charakterstück legt neben Ganz auch Hildegard Schmahl hin: Als Powileits verbitterte Ehefrau Charlotte lässt sie kein gutes Haar an ihm und macht ihrem Frust mit Schimpftiraden Luft. Einmal wettert sie: »Er repariert das Haus, hinterher ist alles
kaputt.«

So zelebriert der Film, Dinge wie Ideen zu Bruch gehen zu lassen. Zum Beispiel einen alten »Nazi-Tisch«, den Powileit mit DDR-Nägeln vorübergehend zum Stehen bringt. Auch Geschichtsklitterung war selten so komisch wie in diesem Film.