Idris Elba
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Idris Elba wird 50. Foto: dpa

Schauspieler, Musiker, cooler Typ: Idris Elba wird 50

London (dpa) - Was kann Idris Elba eigentlich nicht? Er spielt in Hollywood-Filmen, legt als DJ auf den größten Festivals auf und hat offenbar mit allem Erfolg, was er anpackt. Jetzt wird der vielbeschäftigte Brite 50.


Er ermittelte als Detective Luther, spielte Nelson Mandela, war Mitglied der »Suicide Squad« und drehte Blockbuster wie »Pacific Rim«, »Star Trek Beyond« oder Marvels »Thor«- und »Avengers«-Filme. Idris Elba ist ein gefragter DJ, Rapper, Produzent und Unternehmer.

Die Liste ist lang. Und trotzdem wird der Brite seit Jahren vor allem mit einer Rolle in Verbindung gebracht, die er nie gespielt hat: James Bond. Jetzt wird Elba 50 Jahre alt und ist damit wohl zu alt für den Part des berühmten Geheimagenten.

Es dürfte den vielbeschäftigten Londoner mit der markanten Stimme nicht weiter kümmern. Elba hatte das Gerücht, das vor rund zehn Jahren erstmals aufkam und sich dann hartnäckig hielt, immer wieder dementiert. Irgendwann gab er es jedoch auf und machte sich einen Spaß draus - etwa als er mit dem scheidenden 007-Darsteller Daniel Craig bei den Golden Globes ein augenzwinkerndes Selfie aufnahm.

Dank seiner coolen Aura und seines Charismas hatte manche in ihm den Topkandidaten als erster schwarzer James Bond gesehen. Zumal er 2018 vom »People«-Magazin zum »Sexiest Man Alive« gewählt wurde. Elba nahm es humorvoll. Über solche Titel müsse er lachen, sagte er der »Times«. »Das nehme ich nicht allzu ernst.«

Kind von Einwanderern

Am 6. September 1972 wurde Idrissa Akuna Elba in London als einziges Kind eines Einwandererpaars geboren. Sein Vater stammte aus Sierra Leone, seine Mutter aus Ghana. Elba wuchs im multikulturell geprägten Arbeiterstadtteil Hackney auf. Als Junge wurde er Idris genannt, das blieb haften. Später zog die Familie nach Canning Town um, wo die rechtsextreme National Front damals sehr populär war. Erfahrungen mit Rassismus und Anfeindungen prägten Elba in jungen Jahren. Heute, sagte er der »Esquire«, habe er ein dickes Fell.

In Canning Town sammelte er als Schüler erste Schauspielerfahrung. Später lernte er das Handwerk am National Youth Music Theatre. Zudem machte er sich schon in seiner Jugend als DJ einen Namen, erst auf Hochzeiten, später in Clubs. Ab Mitte der 1990er Jahre übernahm er dann viele Rollen im britischen Fernsehen, unter anderem in TV-Serien wie »Inspektor Wexford ermittelt« oder »Polizeiarzt Dangerfield«. Gelegentlich war der Brite auch am Theater zu sehen.

Stetig wachsender Erfolg

Ein Meilenstein in seiner Karriere war die US-Serie »The Wire«, die ihn auf der anderen Seite des Atlantiks bekannt machte. Bald folgten Kinofilme, »28 Wochen später«, Ridley Scotts »American Gangster« oder Guy Ritchies »RocknRolla«. Mit der Zeit wurden die Parts größer. 2010 übernahm er die Titelrolle in der BBC-Serie »Luther«, die zunächst auf eine Staffel angelegt war und inzwischen fünf umfasst.

Zwar gibt Idris Elba häufig den coolen Hardliner und auch gern mal den Bösewicht, auf einen bestimmten Typen festlegen lässt er sich bei seinen Rollen dennoch nicht. In »Zwischen zwei Leben« spielt er einen Neurochirurgen, der sich nach einem Flugzeugabsturz in eine weitere Überlebende (Kate Winslet) verliebt. In seinem kommenden, verrückt anmutenden Film »Three Thousand Years Of Longing« ist er gar ein Flaschengeist, der Tilda Swinton jeden Wunsch erfüllt.

Idris Elba ist ein Tausendsassa. Er trat in Musikvideos für Fat Joe, Angie Stone oder Busta Rhymes auf - und rappte mitunter gleich selbst mit. Mit Hip-Hop-Superstar Jay-Z produzierte er 2007 »American Gangster«, das von dem Film inspiriert wurde, in dem er mitwirkte. Der Mann mit der tiefen Charakterstimme spricht das Album-Intro.

DJ bei Harry und Meghan

Als Regisseur drehte er Musikvideos für Sängerin K. Michelle und die Band Mumford & Sons. Als DJ tritt er regelmäßig auf den angesagtesten britischen Festivals auf. Er spielte ein Set beim berühmten Coachella Festival, trat im Vorprogramm von Madonna auf und war nicht nur als Gast bei der Hochzeit von Prinz Harry und Herzogin Meghan, sondern legte dort als DJ auf. Klar, dass er ein eigenes Plattenlabel hat. Ach ja, eine Stilikone ist der kernige Brite auch und ziert die Titelseiten von Mode- und Hochglanzmagazinen.

Egal, was Idris Elba anpackt, Mr. Cool scheint alles zu gelingen. Im Privatleben brauchte es allerdings drei Anläufe. Von 1999 bis 2003 war Elba mit der Maskenbildnerin Kim Nørgaard verheiratet, aus dieser Ehe ging eine Tochter hervor. Seine zweite Ehe mit der Anwältin Sonya Nicole Hamlin hielt nur magere vier Monate. Aus einer weiteren Beziehung mit der Stylistin Naiyana Garth ging ein Sohn hervor.

2017 traf Idris Elba seine dritte Frau Sabrina. »Ich habe damals eine sehr schwierige Zeit durchgemacht«, erzählte er der »Times«. »Ich war 44, mein Vater war gerade gestorben, ich war verbittert, was die Schauspielerei anging, und hatte genug von Beziehungen und Liebe.« Filmdrehs in Kanada weckten nicht nur seine Leidenschaft für die Schauspielerei erneut, in einer Jazzbar lernte er dort auch Sabrina Dhowre kennen, die somalische Wurzeln hat und 16 Jahre jünger ist als er. Das Paar macht auch beruflich gemeinsame Sache, vertreibt eine eigene Linie von Kosmetikprodukten und moderiert einen Podcast.

Aktuell ist Idris Elba im Thriller »Beast - Jäger ohne Gnade« im Kino zu sehen. In einer TV-Serie über den Videospielhelden »Sonic, The Hedgehog« spricht er - wie schon im »Sonic«-Kinofilm - bald den Ameisenigel Knuckles. In der geplanten Thriller-Serie »Hijack« spielt er einen Vermittler bei einer Flugzeugentführung. Außerdem feiert demnächst der erste »Luther«-Film Premiere.

An Beschäftigung wird es Idris Elba also auch ohne ein Engagement als 007 nicht mangeln. Das Gerücht wird er wohl trotzdem noch ein paar Mal dementieren müssen.

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