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Schiffe fahren nun doch bis Salet

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Für die Königssee-Schiffe war am Pfingstwochenende doch nicht in St. Bartholomä Schluss. Nach Protesten der Hüttenwirte fuhr man auch Salet an. (Foto: Kastner)

Schönau am Königssee – Die Schifffahrt am Königssee hat am Pfingstwochenende überraschend doch die Haltestelle Salet bedient. Wie berichtet, hatte Schifffahrts-Chef Michael Grießer am Donnerstag noch damit gerechnet, dass seine Mitarbeiter Salet nicht anfahren werden. Der Grund dafür war der organisatorische Mehraufwand durch die Corona-bedingte Registrierungspflicht.


Diese Entscheidung hatte für Aufregung unter den Hüttenwirten gesorgt. Wie nun der Vorsitzende des Vereins der »Berchtesgadener und Salzburger Hüttenwirte«, Helmut Pfitzer, am Dienstag berichtete, fuhren die Schiffe bereits am Samstag bis nach Salet.

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»Wir haben uns mordsmäßig gefreut«, erzählt Pfitzer. Alle Hüttenwirte rund um den Königssee hätten ihm und dem zweiten Vorsitzenden Sigi Hinterbrandner gratuliert. Denn sie hätten durch ihren offenen Brief und den Bericht im »Berchtesgadener Anzeiger« etwas bewegt. Auch Hannes Rasp, Bürgermeister von Schönau am Königssee, hatte sich für die Wirte eingesetzt. Michael Grießer blickt nun auf das erste Wochenende der Schifffahrts-Saison am Königssee zurück und lässt es Revue passieren: »Es ist Wahnsinn«, kommentiert er die neue Registrierungspflicht. Diese gilt zwar für die Schifffahrt, für Bergbahnen und Linienbusse aber nicht. »Wir sammeln das von den Gästen ein, diese müssen sich bis zu dreimal, also bei jeder Fahrt gesondert, eintragen.« An einem Tag sind so schon an die 400 Kuverts zusammengekommen, seufzt Grießer. Diese werden abends in ein großes Kuvert gepackt und dieses vier Wochen im Tresor aufgehoben. So will es die bayerische Regierung.

Die Gäste haben laut Michael Grießer sehr verständnisvoll reagiert. »Es funktioniert besser als befürchtet.« Auf Dauer sei es trotzdem »der Wahnsinn«. Er will sich weiterhin dafür einsetzen, dass es für die Königssee-Schifffahrt auch eine Ausnahmeregelung gibt. Denn diese sei eher mit einem Linien-Busverkehr zu vergleichen, bei dem auch keine Registrierungspflicht herrscht, ist der Chef überzeugt. av