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Schleching als »Flächenbewusste Gemeinde« ausgezeichnet

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Schleching als »Flächenbewusste Gemeinde« ausgezeichnet – als eine von vier bayerischen Kommunen
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Bauminister Dr. Hans Reichhart (von links), Schlechings Bürgermeister Josef Loferer, Peter Oster und Umweltminister Thorsten Glauber bei der Übergabe der Auszeichnung am Mittwoch in Regensburg. (Foto: Astrid Schmidhuber)

Schleching – Große Freude in Schleching: Das Bergsteigerdorf wurde am Mittwoch als eine von vier bayerischen Kommunen im Freistaat als »Flächenbewusste Gemeinde« ausgezeichnet. »Das bestätigt uns darin, dass wir zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Weg eingeschlagen haben«, sagte Schlechings Bürgermeister Josef Loferer im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt.


Das neue, staatliche Gütesiegel »Flächenbewusste Kommune« soll einen zusätzlichen Anreiz dazu bieten, den Flächenverbrauch in Bayern weiter zu reduzieren. Das betonten Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber und Bayerns Bauminister Dr. Hans Reichhart bei der Übergabe der staatlichen Gütesiegel in Regensburg – unter anderem auch an Josef Loferer. Dass so eine kleine Gemeinde wie Schleching die Auszeichnung erhält, habe ihn überrascht. »Es freut mich aber, dass wir hier eine Vorbildfunktion einnehmen dürfen«, betonte Loferer.

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Zur Begründung von Seiten des Umweltministeriums heißt es: Schleching gehöre als eine von vier bayerischen Gemeinden zum exklusiven Kreis der bayerischen Bergsteigerdörfer, wobei der Nachhaltigkeit bei der Entwicklung eine wesentliche Rolle zukomme. Außerdem habe sich der Schlechinger Gemeinderat klar zu einer gemeinwohlorientierten Baulandentwicklung bekannt. Dazu gehörten eine Vorkaufsrechtsatzung, um Baulücken zu schließen genauso wie eine Baulandpolitik für sozial Bedürftige, junge Familien und Senioren.»Unterstützt wird das alles durch eine aktive und klare Kommunikationsstrategie gegenüber den Menschen, deren Ziel es ist, aktiv auf die Bürger zuzugehen«, so das Ministerium.

»Flächensparen bedeutet, die Schöpfung, unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu bewahren«, betonte Bauminister Hans Reichhart bei der Feierstunde in Regensburg. »Mit unseren Förderinitiativen 'Innen statt Außen' und 'Flächenentsiegelung' setzen wir bei den Gemeinden spürbare Impulse, ihre Innenentwicklungspotenziale zu nutzen und so den Flächenverbrauch zu reduzieren.« Ausgezeichnet wurden neben Schleching die Gemeinde Litzendorf (Oberfranken), die Stadt Waldsassen (Oberpfalz) und die Allianz Hofheimer Land aus Unterfranken, bestehend aus insgesamt sieben Kommunen (Stadt Hofheim, Aidhausen, Bundorf, Burgpreppach, Emershausen, Maroldsweisach und Riedbach).

»Boden ist nicht vermehrbar«, betonte Umweltminister Thorsten Glauber. »Wir wollen den Flächenverbrauch im Freistaat deutlich und dauerhaft senken. Der Koalitionsvertrag gibt ein klares Ziel vor: Fünf Hektar pro Tag.«

Die Gemeinde Schleching habe schon vor 20 Jahren begonnen, das Thema anzugehen, sagte Josef Loferer im Gespräch mit unserer Zeitung. Schleching habe beispielsweise eine Studie in Auftrag geben, die ermitteln sollte, wie es mit dem Leerstand in der Gemeinde und dem Risikobestand aussehe. Mit Zweiterem seien Gebäude gemeint, die in den nächsten zehn Jahren aus Altersgründen der Bewohner leer stehen werden, so Loferer. Im Gemeinderat sei dann der Beschluss gefasst worden, dass keine Außenentwicklung mehr vorangetrieben werden sollte, sonder der Fokus auf der Verdichtung im Innenbereich liegen sollte.

Der Bürgermeister gibt zu, dass zunächst nicht alle begeistert waren. »Das wurde durchaus auch kontrovers diskutiert«, betonte Schlechings Bürgermeister im Gespräch mit uns. »Doch mittlerweile läuft es gut, das war der richtige Weg. Vor allem auch, weil wir dadurch die Zentren der einzelnen Ortsteile am Leben halten.« Josef Loferer ist überzeugt: »Wir haben einen Weg eingeschlagen, damit unsere Heimat auch für die nachkommende Generation lebenswert bleibt.« KR