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Auch in der Anna-Kapelle des Schlosses Pertenstein wurde eine sogenannte Rissuhr angebracht. Diese misst den Verlauf der Risse in den Gemäuern. (Foto: Rasch)

Schloss Pertenstein muss saniert werden

Traunreut – Ein sogenanntes Vorprojekt, das Aufschluss über Umfang und Art einer Sanierung des Schlosses Pertenstein gibt, ist jetzt abgeschlossen. Um die Schäden an der Substanz, Statik oder Elektrik zu beseitigen, ist mit geschätzten Kosten von sechs Millionen Euro zu rechnen. Dem Heimatbund Schloss Pertenstein wurde von der Denkmalbehörde eine Förderung von 90 Prozent in Aussicht gestellt. Den Rest muss der Verein selbst stemmen.


Sich der Bedeutung des Denkmals bewusst, das ständig Bauleistungen benötige, sollte sich der Heimatbund dieser Herausforderung stellen, sagte Heimatpfleger und dritter Bürgermeister Johannes Danner in der Jahreshauptversammlung des Heimatbunds. Er ermutigte den Verein, zusammenzuhalten, sich der Sache anzunehmen und die Arbeiten Schritt für Schritt umzusetzen: »Die Sache ist es wert, aber riecht nach viel Arbeit«, so Danner. Er hoffte, dass der gute Geist von Pertenstein erhalten und die Aufgaben gestemmt werden können.

Vor allem der Nordflügel hat erhebliche Schäden

Wie der Heimatbund-Vorsitzende Hans Jakob Lauber mitteilte, sei das Vorprojekt soweit abgeschlossen. Dabei seien auch an den Wänden sogenannte Riss- oder Messuhren angebracht worden, die Aufschluss über die Risse im Gemäuer geben. Untersuchungen hätten ergeben, dass vor allem der Nordflügel mit dem Flachdach erhebliche Schäden aufweise. Fäulnisschäden seien auch beim Turm aufgetreten, der Ende der 1960-er Jahre für damals 6000 Mark saniert wurde. Angeregt worden sei, das Flachdach im Bereich der Anna-Kapelle als Spitzdach zurückzubauen. Diese und weitere Sanierungen, darunter auch aufwändige Entsorgungsmaßnahmen, würden nicht nur viel Arbeit machen, sondern auch viel Geld kosten, so Lauber.

Aus dem Vorprojekt, das rund 120.000 Euro gekostet habe, seien die geschätzten Instandsetzungskosten von sechs Millionen Euro errechnet worden. Dem Verein sei eine Förderung von jeweils 90 Prozent für das Vorprojekt und für die Instandsetzung zugesagt worden, teilte er mit. Abzüglich der Eigenleistungen, die im Rahmen des Vorprojekts vom Verein umgesetzt wurden, müssten jedoch laut Kassenbericht für das Vorprojekt noch mehrere Tausend Euro vom Verein übernommen werden. Der Verein hat derzeit 190 Mitglieder; würde sich jedoch über weitere Mitglieder und Förderer freuen.

Verein kümmert sich seit 50 Jahren um den Erhalt

Das Schloss, das urkundlich 1290 erstmals erwähnt wurde, war 170 Jahre lang unbewohnt und dem Verfall preisgegeben. Durch den Heimatbund erfuhr das Wasserschloss vor über 50 Jahren eine Renaissance. Seitdem bemüht sich der Verein um die Erhaltung eines der bedeutendsten profanen Baudenkmäler des Landkreises Traunstein. Damit das Kleinod auch weiterhin erhalten bleibt, ist eine umfangreiche Sanierung in den nächsten Jahren unausweichlich.

Auch als Kulturstätte ist Schloss Pertenstein nicht mehr wegzudenken. Corona-bedingt mussten auch hier in den letzten zwei Jahren viele Veranstaltungen abgesagt oder verschoben werden. Auch die Anregungen aus der letzten Jahreshauptversammlung des Heimatbunds, das Schloss und seine Aktivitäten nach außen hin noch mehr zu publizieren und das Traunreuter Citymanagement mit ins Boot zu nehmen, seien nach hinten verschoben worden. Sie sollen aber wieder aufgenommen werden, versprach Lauber. Im vergangenen Jahr konnten wieder einige wiederkehrende Veranstaltungen wie ein Märchenfest, ein Open-Air-Konzert, ein »Musiksommer«-Konzert oder Schlossführungen stattfinden. Mittlerweile seien auch wieder standesamtliche Trauungen und Schlossführungen möglich.

Das Patrozinium zu Ehren der Schlosspatronin Anna im Juni soll groß gefeiert werden. Auch tritt am 24. Juni im Rahmen des Musiksommers zwischen Inn und Salzach im Marstall das Brass Quintett »Alles abgeblasen« auf. Ein Märchenfest soll wieder stattfinden und im Herbst ein Kunsthandwerkermarkt. Ob der Ostermarkt wieder belebt wird, muss nach Angaben des Vorsitzenden noch besprochen werden.

Veronika Lauber ist jetzt Kassierin

In der Vorstandschaft des Vereins Heimatbund Schloss Pertenstein, der als Erbpächter auch offizieller Ansprechpartner ist – die Gebäudeverwaltung und die Veranstaltungen werden über eine gGmbH beziehungsweise GmbH abgewickelt – haben sich kleine personelle Veränderungen ergeben: Schriftführerin Veronika Lauber hat von Toni Stadelmann das Amt des Kassiers übernommen; neue Schriftführerin ist Ursula Grimminger. Stadelmann, der den Posten aus persönlichen Gründen zur Verfügung stellte, bleibt der Vorstandschaft als Beisitzer erhalten.

ga