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Schnee schippen und Frust schieben

Berchtesgaden – Schneesturm und Lawinengefahr auf dem Kehlstein. Minus vier Grad. Gestern musste der Fahrbetrieb mal wieder eingestellt werden. Der erneute Wintereinbruch macht Wirt Norbert Eder und seinem Team ordentlich zu schaffen. Der »Berchtesgadener Anzeiger« sprach mit dem Kehlsteinwirt über schlechtes Wetter und gute Nerven.

Schneetreiben Ende Mai: Der Wintereinbruch macht dem Kehlstein-Wirt zu schaffen. Foto: Eder

Herr Eder, was macht der Kehlsteinwirt bei so einem Wetter?

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Norbert Eder: Frust abbauen.

Und wie?

Eder: Ich gehe jetzt dann zum Laufen.

Aber eigentlich sollten Sie auf dem Kehlstein sein.

Eder: Da war ich heute schon. Denn die Wettervorhersage war gar nicht so schlecht. Aber auf dem Kehlstein hat es schlimm ausgeschaut. Es hatte einfach keinen Sinn.

Entscheiden Sie das allein?

Eder: Nein. Das mache ich gemeinsam mit einem RVO-Mitarbeiter und einem Vertreter des Straßenbauamtes. Wir arbeiten einen Punktekatalog ab. Und wenn die Sicherheit nicht gewährleistet ist, fahren wir wieder nach Hause.

Und was machen Ihre Angestellten dann?

Eder: Die feiern sozusagen im Voraus ihre Überstunden ab. Das ist natürlich sehr frustrierend. Die sind motiviert, die wollen arbeiten.

Was in den vergangenen Tagen aber kaum möglich war.

Eder: Momentan ist es wirklich ganz schwierig. Am Donnerstag hatten wir Betrieb bis Mittag. Dann war ein Wasserfilter kaputt und wir mussten schließen. Das Wochenende war dann ganz in Ordnung. Am Samstag hatten wir phänomenale 2 000 Besucher. Das war eine logistische Herausforderung. Am Sonntag konnten wir immerhin 1 500 Gäste begrüßen.

Ihre Prognose für die Saison?

Eder: Ich hoffe auf gutes Wetter. Das wird ein guter Sommer. Christian Fischer