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Schnellstes Saisontor reicht Mainz gegen Werder nicht

Mainz (dpa) - Adam Szalai hat einen Platz im Geschichtsbuch der Fußball-Bundesliga sicher. Freuen konnte sich der Ungar über das schnellste Tor der Saison und den viertschnellsten Treffer in der Liga-Historie ebenso wenig wie Trainer Thomas Tuchel.

FSV Mainz 05 - Werder Bremen
Der Mainzer Adam Szalai (r) verliert das Kopfballduell gegen Bremens Assani Lukimya. Foto: Boris Roessler Foto: dpa

«Wir fühlen uns nicht ganz wohl mit dem Punkt», sagte der 39-Jährige nach dem 1:1 (1:0) gegen den SV Werder Bremen. Zufriedenheit strahlten die Bremer aus. «Mit der Leistung können wir zufrieden sein. Mielitz hat den Nachweis erbracht, ein guter Torhüter zu sein», meinte Trainer Thomas Schaaf.

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Zwölf Sekunden waren vergangen, da schob Szalai eine Hereingabe von Andreas Ivanschitz zu seinem 13. Saisontreffer ins Netz. «Trotzdem haben wir gut in die Partie gefunden», stellte Schaaf fest und lobt die engagierte und couragierte Spielweise vor allem in der zweiten Halbzeit. Kapitän Aaron Hunt sorgte für den verdienten Ausgleich (69. Minute) gegen seine Lieblingsmannschaft. Es war bereits sein siebter Treffer gegen die 05er. Mit dem Punkt verbesserten die Norddeutschen ihre Position im unteren Tabellendrittel.

Mit Mehmet Ekici, Aaron Hunt und Philipp Bargfrede, der erstmals seit dem neunten Spieltag wieder am dem Platz stand, anstelle von Mateo Pavlovic, Lukas Schmitz und Zlatko Junuzovic suchte Werder den Weg aus der Krise. Doch Assani Lukimya warf alle Pläne nach wenigen Sekunden über den Haufen, als er sich von Ivanschitz den Ball abjagen ließ und Szalai vollendete.

Derart gestärkt wollten die Mainzer, die wieder Elkin Soto aufboten, ein Feuerwerk abbrennen. Doch es entwickelte sich ein von Zweikämpfen geprägtes Spiel. «Wir waren viel zu fahrig, zu ungenau», meckerte Tuchel. Die Norddeutschen störten die 05-Kreise früh, konnten aus den Ballgewinnen aber nie Kapital schlagen. Die Rheinhessen kamen kaum noch bis in den Bremer Strafraum. Klare Torchancen waren auf beiden Seiten nicht mehr zu verzeichnen.

Beide Teams erhöhten nach Wiederanpfiff ganz deutlich die Schlagzahl. «Die Zuschauer kamen auf ihre Kosten. Es war ein offener Schlagabtausch», sagte Schaaf. Die spielerisch reiferen Mainzer verpassten nur knapp den Ausbau der Führung. Ivanschitz und Niki Zimling scheiterten an Sebastian Mielitz und dem Pfosten (51.). Auf der Gegenseite deutete Nils Petersen mit einem fulminanten Schuss seine Torjägerqualitäten an (53.). Weniger elegant gab sich die Bayern-Leihgabe, als er in aussichtsreicher Position über den Ball trat (57.).

Mit der Hereinnahme von Marko Arnautovic zeigte Werder-Coach Schaaf, dass er sich nicht mit der Verlängerung der seit fünf Spielen anhaltenden Sieglosigkeit abfinden wollte. Der Schachzug gelang, als Hunt eine Hereingabe des Österreichers ins Netz lenkte.

Die 05er hätten sich den Druck ersparen können, doch Nicolay Müller brachte kurz vor dem Ausgleich frei stehend den Ball nicht an Torhüter Mielitz vorbei (67.). Auch der eingewechselte Yunus Malli fand wenig später in Mielitz seinen Meister (74.). «Wir können uns alle bei ihm bedanken. Er hat den Punkt gerettet», meinte Unglücksrabe Lukimya. Tuchel sah das anders. «Das waren hundertprozentige Chancen. Wenn man die liegen lässt, darf man sich nicht wundern, wenn man gegen eine Bremer Mannschaft in guter Form ein Tor kassiert.»

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 51,1 - 48,9

Torschüsse: 10 - 13

gew. Zweikämpfe in %: 42,4 - 57,6

Fouls: 15 - 15

Ecken: 4 - 9