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Schnipp, schnapp, Krawatte ab

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Schlips mit Schrottwert: Zuerst musste die – sowieso eher ausgefallene – Krawatte von Sparkassen-Mitarbeiter Hermann Lochschmied dran glauben ...
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... dann knöpfte sich »Anzeiger«-Volontärin Alexandra Rothenbuchner seinen Chef, Marktbereichsleiter Walter Pfannerstill, vor. (Fotos Fischer)
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Da isser wieder: Jedes Jahr am unsinnigen Donnerstag lässt sich »Anzeiger«-Leser Falk Tzschöckel von einer »Anzeiger«-Mitarbeiterin die Krawatte abschneiden. Heuer von Elke Schneider.

Berchtesgaden – Am »unsinnigen Donnerstag« geht es Krawatten an den Kragen. Vor mit Scheren bewaffneten Frauen sind die Männer an diesem Tag auch in Berchtesgaden nicht sicher. Beim »Berchtesgadener Anzeiger« hängt bereits eine Trophäensammlung der vergangenen Jahre. Einer dürfte so manche auf diesem Brett wieder erkennen: Krankenversicherer Falk Tzschöckel lässt sich bereits seit über zehn Jahren beim Besuch des »Anzeigers« die Krawatte stutzen. Auch heuer war er wieder tapfer zur Stelle. »Anzeiger«-Mitarbeiterin Elke Schneider hatte die Ehre, diesmal eine besonders edle Krawatte mit vielen kleinen, gelben Elefanten für immer von ihrem Träger zu trennen.


Einmal auf den Geschmack gekommen, keimte in der Redaktion des »Anzeigers« der Gedanke »Wo eine ist, sind auch andere«. Volontärin Alexandra Rothenbuchner machte sich im Markt auf die Suche nach weiteren fröhlichen Schlips-Trägern. Fündig wurde sie, wie sollte es anders sein, in einer Bank. In der Berchtesgadener Sparkasse versteckten sich zwei Männer, die bisher nicht ihrer kostbaren Krawatten beraubt worden waren. Noch nicht.

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Denn die Schere und ihre Träger waren bereits auf dem Weg. Die anderen Mitarbeiter in der Filiale dachten wohl zunächst an einen Banküberfall, als schwarz gekleideten Gestalten mit einer großen, silber-glänzenden Schere durch die Tür kamen. Zumindest blickten sie ihnen doch etwas misstrauisch entgegen. Schließlich erreichten die Scherenträger aber doch die Chefetage, ohne dass jemand die Polizei alarmierte.

Dort fanden sie auch, was sie gesucht hatten – zwei Krawatten, die feinsäuberlich gebunden um die Hälse von niemand anderem als Sparkassenmitarbeiter und Gemeinderat Hermann Lochschmied sowie Marktbereichsleiter Walter Pfannerstill hingen.

Diesmal durfte »Anzeiger«-Volontärin Alexandra Rothenbuchner an die Schere. Trotz schlecht geschliffener Klingen waren die beiden Krawatten schnell abgesäbelt. Lochschmied und Pfannerstill nahmen's zum Glück mit Humor. »Meine Frau hat mich heute früh schon gewarnt, ja nicht meine teuerste Krawatte umzubinden«, gestand Walter Pfannerstill schmunzelnd. Gute Vorbereitung zahlt sich eben auch im Fasching aus. Ob wohl alle Berchtesgadener Männer so viel Glück hatten?