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Schönau am Königssee geht mit Widmung gegen Parkplatz-Camper vor

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Schönau am Königssee geht mit Widmung gegen Parkplatz-Camper vor
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Die Ausflugsparkplätze, wie hier am Hinterbrand, sind zurzeit regelmäßig stark belegt. Ab den Abendstunden allerdings vor allem mit Wohnmobilen und Vans. Dagegen will die Gemeinde Schönau am Königssee nun mit einer Widmung vorgehen (Foto: Kastner)

Schönau am Königssee – Corona hat das Camper-Problem auf den öffentlichen Ausflugsparkplätzen noch einmal verstärkt. Erheblich betroffen ist auch die Gemeinde Schönau am Königssee mit ihren bei Wohnmobilen und Vans beliebten Parkplätzen. Mit einer Widmung hofft die Kommune nun, das Problem wenigstens teilweise lösen zu können.


Bereits Ende Mai war das Thema »Wohnmobilwahnsinn« in den sozialen Medien hochgekocht, als zahlreiche Camper nach dem Beginn der Corona-Lockerungen viele öffentliche Parkplätze im Talkessel als Stellplätze benutzten und Fäkalien und Müll hinterließen (zu unserem Bericht). Am Königssee hofft man nun durch eine Neuregelung auf Besserung.

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Die Parkplätze Hammerstiel und Hinterbrand sollen nach einem einstimmigen Gemeinderatsbeschluss Ortsstraßen werden. Wie Bürgermeister Hannes Rasp auf der Sitzung im Gasthof »Unterstein« erläuterte, seien aktuell nur die Straßenflächen entlang der Parkplätze öffentlich gewidmet, die Parkflächen selbst dagegen nicht. Nach seiner Meinung sei es sinnvoll, jeweils die ganze Fläche als Ortsstraßen zu widmen.

Am Hammerstiel stimme dem auch der Privateigentümer, dem die westseitig der Straße liegende Parkfläche gehört, zu. »Die Parkflächen werden derzeit massiv als Campingflächen missbraucht. Mit den Widmungen hätten wir dagegen künftig eine Handhabe«, so Bürgermeister Hannes Rasp.

Nach dem genauen Vorteil der Widmung erkundigte sich Andreas Zechmeister (Freie Wähler). Laut Bürgermeister könne man auf den Flächen bislang nur nach der Straßenverkehrsordnung kontrollieren, was Bußgelder in Höhe von nur 10 Euro nach sich zieht. Künftig wolle man prüfen, ob beim Campen eine unerlaubte Sondernutzung vorliegt.

Ausdrücklich begrüßte 2. Bürgermeister Richard Lenz die Widmungen, denn das Campieren auf diesen Flächen nehme derzeit überhand. Vor allem die »Hinterlassenschaften« seien nicht schön. Künftig werde es nun möglich sein, Strafen in Höhe von 50 bis 100 Euro auszusprechen, was ein wichtiges Signal sei.

»Es wird sich zeigen, wie erfolgreich wir mit dieser Aktion sein werden«, fasste Bürgermeister Hannes Rasp zusammen. Die Widmung sei jedenfalls Voraussetzung dafür, dass man nach dem Straßen- und Wegerecht etwas gegen die Camper unternehmen könne. Ulli Kastner/red

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