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Schritt für Schritt entsteht ein neues Krankenhaus

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Traunstein: Schritt für Schritt entsteht ein neues Krankenhaus
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Mit der Beseitigung der früheren Eingangshalle hat die Kliniken Südostbayern AG den Um- und Ausbau des Krankenhauses Traunstein begonnen. In den ersten drei Bauabschnitten für ein neues Klinikum investiert sie in den nächsten Jahren rund 180 Millionen Euro. Noch nicht fest geplant sind die vierte und die fünfte Etappe. (Foto: Pültz)

Traunstein – Startschuss für ein Mega-Projekt in Traunstein: An einen großzügigen Um- und Ausbau des Krankenhauses in der Kreisstadt geht die Kliniken Südostbayern AG. Mit dem Abriss der bisherigen Eingangshalle haben die Arbeiten begonnen, die Jahre in Anspruch nehmen werden. Unterm Strich entsteht Schritt für Schritt ein neues Klinikum.


Fest geplant seien bereits drei Bauabschnitte, so Anton Gehmacher, der die Maßnahmen koordiniert, im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Die Kosten für die Baumaßnahmen auf diesen ersten drei Etappen in den nächsten sechs bis sieben Jahren betragen seinen Angaben zufolge rund 180 Millionen Euro. Noch unscharf seien die Konturen für die dann noch folgenden Bauabschnitte 4 und 5.

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Die Kliniken Südostbayern AG setze sich in den nächsten Jahren zum Ziel, so Vorstandsvorsitzender Dr. Uwe Gretscher, das Klinikum in Traunstein von Grund auf zu erneuern und für die Herausforderungen zu wappnen, die die Zukunft mit sich bringt. Vieles, aber nicht alles, werde neu gebaut. Laut Gretscher bleiben die Strukturen dort bestehen, wo sie erhaltenswert sind.

An den Gebäuden für die medizinische Versorgung nagt der Zahn der Zeit. Selbst der »Neubau«, wie der Trakt, der zuletzt zum Bestand hinzugekommen ist, immer noch vielfach bezeichnet wird, ist schon 32 Jahre alt. Und was gestern neu war, ist heute alt. Was etwa die Installationen betrifft, so seien Erneuerungen »unbedingt erforderlich«, sagt Gehmacher. Probleme machen seinen Angaben zufolge die Sanitäranlagen, die Abflüsse müssten auf Vordermann gebracht werden, ebenso Wasserleitungen.

Zu den baulichen Schwachstellen, die die Gebäude nach jahrzehntelanger, intensiver Nutzung aufweisen, kommen die medizinischen Herausforderungen, die sich ändern und eine Auf- und Nachrüstung nötig machen. So muss und will sich das Krankenhausmanagement etwa auch darauf einstellen, dass die Bevölkerung immer weiter wächst, dass die Geburten zunehmen und die Menschen immer älter werden. Zu berücksichtigen ist, dass sich die Patientenliegezeiten verkürzen und dass die Zusammenarbeit der Berufsgruppen zunimmt. Und nicht zuletzt: Die Möglichkeiten der Diagnostik und Eingriffe werden vielfältiger.

Zahl der Betten erhöht sich von 538 auf 575

Vor dem Hintergrund des rasanten Wandels in der Medizin und den damit verbundenen Anforderungen will die Kliniken Südostbayern AG ihr Herzstück auf Vordermann bringen. Der Um- und Ausbau des Klinikums Traunstein wird einige Jahre in Anspruch nehmen – und er wird viel Geld kosten. Die von den Landkreisen Traunstein und Berchtesgaden getragene Kliniken AG plant insgesamt fünf Bauabschnitte.

Nimmt man alle Maßnahmen zusammen, laufen sie, wie die Verantwortlichen zu verstehen geben, am Ende mehr oder weniger auf einen Neubau des Klinikums hinaus. Während die ersten drei Bauabschnitte schon klare Konturen haben, sind die Streckenabschnitte vier und fünf noch nicht fest geplant – was auch noch gar nicht nötig ist, steht das Finale des Mega-Projekts doch erst in einigen oder gar vielen Jahren auf dem Programm.

Strukturiert sind die ersten drei Bauabschnitte. Gepackt in Zahlen bedeutet die Planung, dass die Kliniken Südostbayern AG laut Gehmacher auf ihrer ersten Etappe 33,4 Millionen Euro benötigt, auf ihrer zweiten dann 47,1 Millionen Euro und im Abschnitt 3 schließlich 100 Millionen Euro. Das Unternehmen hofft seinen Angaben zufolge, dass sich der Freistaat schwergewichtig ins Zeug legt und einen großen Teil der Ausgaben übernimmt. So erwarte die Kliniken Südostbayern AG eine Förderquote von 60 bis 70 Prozent.

Zum Zeitplan: Bauabschnitt 1 ist angelaufen. Geplant ist, ihn Ende 2022 abzuschließen. Bauabschnitt 2 hält das Personal und die Patienten dann voraussichtlich bis 2024 in Atem. Der dann folgende Teil 3 des Aus- und Umbaus des Krankenhauses nimmt dann voraussichtlich die Jahre bis 2027/28 in Anspruch. Die große Herausforderung, die sich stellt, lautet, alle Bauarbeiten auszuführen und dabei gleichzeitig den Betrieb – die medizinische Versorgung der Bürger – in gewohntem Umfang aufrecht zu erhalten. Zwangsläufig werden Stationen in dieser Bauzeit immer wieder umziehen müssen.

Nicht nur einen Um- und Ausbau bringen die nächsten Jahren, auch eine Erweiterung der Kapazitäten steht auf der Agenda. So erhöht sich die Zahl der Betten von 538 auf dann 575.

135 Gründungspfähle aus Beton

Im Bauabschnitt 1 entsteht ein erstes, großes Gebäude, das dann später einmal Funktionsräume für die Kinder- und Jugendpsychosomatik im Untergeschoß, den Eingangsbereich, die Caféteria und die Patientenaufnahme im Parterre sowie Bettenstationen in den Obergeschoßen eins bis vier enthält. Bereits abgetragen ist die frühere Eingangshalle. Reste türmen sich noch auf dem Gelände und müssen entsorgt werden.

Ehe die Kliniken Südostbayern AG dann an die Errichtung des neuen, fünfstöckigen Gebäudes mit Untergeschoß gehen kann, sind umfangreiche Vorarbeiten nötig. Weil der Lehm nicht tragfähig ist, müssen insgesamt 135 Gründungspfähle aus Beton, die allesamt 15 bis 17 Meter lang sind, angelegt werden.

Und auf diesen Bohrpfählen kann dann der Neubau errichtet werden: Er darf sich nicht »setzen«, muss vielmehr auf der exakt gleichen Höhe bleiben, schließlich wird er an das bestehende Gebäude gebaut. Auf jeder Etage erfolgt eine Verbindung.