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Schritt für Schritt zum Ziel

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Eine massive Mauer soll die Neuhäuslstraße stabilisieren. (Foto: Pfeiffer)

Marktschellenberg – Zu Fuß gehen müssen die Anwohner der Neuhäuslstraße nun schon seit vier Monaten. Denn erst jetzt, drei Jahre nach den extremen Unwetterschäden 2013, wird die Straße auf Vordermann gebracht. Der finanzielle Aufwand ist gewaltig.


Es geht vorbei an der schmalen Engstelle bei der Kirchgasse, dann die Straße entlang nach oben. Hier gabelt sich die Straße in den Glockenweg und die Neuhäuslstraße. Einen Steinwurf später beginnen die Bauarbeiten, die sich die nächsten paar Hundert Meter den Berg entlang erstrecken. Viele Häuser säumen die Straße.

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»Die Bewohner haben gutes Durchhaltevermögen bewiesen«, sagt Gemeindegeschäftsleiter Michael Ernst. Denn die Neuhäuslstraße wurde in mehreren Etappen saniert. Zunächst der obere Teil oben am Berg. Der ist schon fertig. Aktuell befindet sich die Baustelle etwas weiter unten. Für alle Anwohner ergibt sich ein ähnliches Bild. »Sie müssen zu Fuß gehen«, so Ernst. »Eine andere Zufahrtsmöglichkeit gibt es nicht.« Und in der Tat ist man schon einige Minuten unterwegs, vor allem dann, wenn man rauf will. Die Straße ist steil. »Die Arbeiten nähern sich ihrem Abschluss«, sagt Ernst sichtlich zufrieden.

Über 400 000 Euro sind in die Sanierung geflossen. Die Gelder stammen allesamt aus einem Fördertopf, dessen Mittel der Gemeinde nach den Unwetterschäden von 2013 zugesprochen worden waren. Die Neuhäuslstraße liegt am Hang, die dortigen Hangschuttmassen lagern auf Tonmergelstein. Beim damaligen Unwetter kam der Hang in Bewegung, die Schäden waren gewaltig. Umso glücklicher zeigte man sich in der Gemeindeverwaltung, als feststand, dass die Straße saniert werden kann. Der zuständige Geologe Felix Freude sagt, dass die Straße nun auf drei Meter Breite ausgebaut werde. Die Umsetzung sei aber schwierig. »Wir benötigten ein massives Stützbauwerk in Form von Randbalken und Stützmauern«, so Freude.

Massive Mauern, die den Hang halten sollen. Eine Verstärkung des Bodens gab es in Form zusätzlicher Pfähle, die zur Stabilisierung bis zu zwölf Meter tief in das Erdreich gerammt wurden. »Damit wollen wir verhindern, dass es zu einer Hangerosion kommt«, so Freude, der Hang also wieder in Bewegung kommt und somit die Neuhäuslstraße zerstören könnte.

Unterhalb der Straße liegt zudem der Glockenweg, der vor drei Jahren ebenso in Unwetter-Mitleidenschaft gezogen worden war. Im vergangenen Herbst wurde der Weg bereits saniert. Ebenfalls für rund 400 000 Euro, aus besagtem Fördertopf.

Die Straßenanwohner nehmen die Sache noch immer mit Geduld, aber natürlich sehnen sie ein Ende der Straßenbauarbeiten herbei. Ein provisorischer Briefkasten für mehrere Parteien ist weiter unten am Berg installiert worden, sodass der Postbote nicht alles zu Fuß erledigen muss. Den Anwohnern bleibt nichts anderes übrig, als tagtäglich Spaziergänge zu machen. Zum Auto, das am Fuß des Berges steht. Kilian Pfeiffer

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