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Schülerforschungszentrum in neuen Händen

Berchtesgaden – Seit über eineinhalb Jahren dreht sich im Schülerforschungszentrum (SFZ) Berchtesgadener Land alles um Naturwissenschaft, Technik und Forschung. Bisher haben rund 3 400 Schülerinnen und Schüler die Einrichtung besucht und 169 bayerische Lehrkräfte haben sich hier fortgebildet. In Kooperation mit der Technischen Universität München (TU) soll ab Oktober das Berchtesgadener Land die Trägerschaft des SFZ übernehmen. Der Kreistag gab am Montag einstimmig grünes Licht. Damit kommen auf den Landkreis circa 150 000 Euro Ausgaben zu. Das Geld sei gut investiert, war der Grundtenor unter den Kreisräten.

Seit der Eröffnung im November 2011 haben rund 3 400 Schülerinnen und Schüler das Schülerforschungszentrum BGL im ehemaligen Gymnasium Berchtesgaden besucht. Foto: Anzeiger-Archiv/Thoma-Bregar

Bisher war der Träger des SFZ der Verein Schülerforschungszentrum Berchtesgadener Land. Sein Zweck ist die Förderung der Schul- und Berufsbildung im Zusammenwirken von Schule, Universität und Wirtschaft und hier vor allem im Bereich der Natur- und Ingenieurswissenschaften. Der Verein besteht derzeit aus 16 Mitgliedern, darunter neun Wirtschaftsunternehmen aus dem Landkreis sowie der Markt Berchtesgaden, die TU München, das Deutsche Museum, die Fachhochschule Salzburg und das Vermessungsamt Freilassing. Der Landkreis zählt zu den Gründungsmitgliedern. Bisher hat der Verein die Kosten des laufenden Betriebes aus Mitgliedsbeiträgen und durch Spenden finanziert. Vom Landkreis kamen jährlich 1 000 Euro Mitgliedsbeitrag und zusätzlich Betriebskostenzuschüsse in Höhe von 30 000 Euro. Die Räumlichkeiten im ehemaligen Gymnasium Berchtesgaden stellt der Markt dem SFZ unentgeltlich zur Verfügung. Auch die Kosten für die Sanierung der alten Schule trug der Ort.

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Am SFZ sind zwei wissenschaftliche Mitarbeiter der TU München mit je einer Teilstelle tätig. Das Staatsministerium für Unterricht und Kultus stellt zudem eine weitere Wissenschaftlerin sowie zwei Gymnasiallehrer mit der Hälfte ihrer Wochenstunden zur Verfügung. Seit Oktober 2012 kam von der TU München zusätzlich Professor Dr. Claudia Kugelmann als Direktorin und fachliche Beraterin dazu. Ferner kümmert sich eine Angestellte im Landratsamt gegen Kostenerstattung um alle Verwaltungsaufgaben, die in der Geschäftsstelle des SFZ anfallen.

Nach über eineinhalbjährigem Betrieb hat sich nun herausgestellt, dass zur Weiterentwicklung des SFZ die organisatorischen Strukturen ausgebaut und weiteres Personal zur Verfügung gestellt werden müssen. Die Stelle als Geschäftsführer wurde bereits ausgeschrieben, über die Besetzung soll noch im Juli entschieden werden. Außerdem sind zusätzliche wissenschaftlich-pädagogische Fachkräfte notwendig. Mit dem Kultusministerium wird darüber bereits verhandelt.

Angesichts der Professionalisierung hat die Mitgliederversammlung des Vereins Schülerforschungszentrum schon im Februar beschlossen, dem Landkreis Berchtesgadener Land die Trägerschaft anzubieten und sich selbst in einen Förderverein umzuwandeln. Der Landkreis ist zwar grundsätzlich Sachaufwandsträger für die im eigenen Gebiet eingerichteten staatlichen weiterbildenden und beruflichen Schulen sowie für alle staatlichen Förderzentren, allerdings ist das SFZ keine Schule im Sinne des Bayerischen Gesetzes über das Erziehungs- und Unterrichtswesen. Die Übernahme der Trägerschaft ist somit eine freiwillige Leistung, die Kosten für Personal, Sachaufwand und Gebäudebewirtschaftung beziffert das Landratsamt mit 150 000 Euro jährlich.

Als Kooperationspartner konnte die TU München mit ins Boot geholt werden. Sie ist für die wissenschaftlichen Inhalte und den Kursbetrieb verantwortlich und stellt dafür personelle Ressourcen und die technischen Ausrüstungen zur Verfügung. Außerdem beteiligt sich die Universität mit 110 000 Euro jährlich an den Trägerschaftskosten. Mit dem Betrag sind die Kosten für die Geschäftsführung abgedeckt. Der Markt Berchtesgaden überlässt die Räumlichkeiten im ehemaligen Gymnasium weiterhin unentgeltlich. Der Verein Schülerforschungszentrum will sich als Förderverein weiterhin materiell und ideell zur Verfügung stellen. Für das Jahr 2013 wurden 30 000 Euro für Investitionen versprochen, außerdem wird der neue Internetauftritt des SFZ finanziert. Der Kreistag segnete die Trägerübernahme des SFZ einstimmig ab. Kathrin Thoma-Bregar