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Schützen Sie ihr Geld vor versteckten Kosten

Münzen werden gezählt
Ein Abgleich der Konditionen mehrerer Dienstleister kann bares Geld sparen. Foto: Singkham – 249820405 / Shutterstock.com

Erst im März 2016 hat die Europäische Zentralbank den Leitzinssatz abermals auf den historischen Tiefststand von 0,0 Prozent gesenkt. Ungeachtet vermeintlicher guter Argumente für oder gegen diesen Schritt offenbart sich ein Knackpunkt vor allem im Anlagebereich: Verbraucher, die Chancen zur rentablen Geldanlage suchen, finden im Bereich klassischer Produkte spätestens jetzt endgültig kaum noch lohnende Angebote. Immer häufiger entscheiden sich aufgrund dieser Entwicklungen auch Privatanleger für Investitionen am Aktienmarkt oder im Fonds-Bereich. Dabei warnen Verbraucherschützer gebetsmühlenartig vor drohenden hohen Kosten, die sich in den AGB etlicher Depotanbieter verstecken. Anleger, so der Tipp, sollten gut vorbereitet in den Anbietervergleich starten und vor allem wissen, was sie eigentlich suchen. Nur so schützen sie ihr Geld vor versteckten Kosten auf effektive Art und Weise.

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Viele Anleger sind sich gar darüber im Klaren, dass schon geringfügig höhere Entgelte für den Aktien- und Fondshandel sowie die Führung eines Wertpapierdepots die Rendite aufs Jahr gerechnet spürbar schmälern können. Anleger verschenken durch den Verzicht auf die bewusste Bedarfsanalyse und den Abgleich der Konditionen möglichst vieler Dienstleister der Finanzbranche bares Geld. Das jedenfalls ist das teils erschreckende Ergebnis unabhängiger Tests von Experten. Und diese Aussage trifft nicht nur auf Sparkonten, Aktien und Fonds, sondern im gleichen Maße auf andere Produkte wie beispielsweise Lebensversicherungen zu. Pro Jahr, so die Auswertung vieler Finanzprofis, kostet die unorganisierte Produktauswahl Anleger schnell ein paar hundert Euro. Erst im Februar 2016 warnte das Nachrichtenmagazin Focus Sparer davor, freigewordene Gelder aus einer Lebensversicherung erneut beim jeweiligen Anbieter anzulegen. 

Als Grund führt der Online-Ableger des Magazins den dramatisch gesunkenen Garantiezins ins Feld. Früher waren die Policen renditestarke und sichere Produkte, heute versprechen Versicherer kaum noch garantierte Gewinne pro Jahr. Dementsprechend sind die Angebote aus dieser Rubrik des Anlagemarktes im Grunde keine wirkliche Alternative mehr für Anleger, die nach den wirklich guten Renditechancen suchen. Die Experten der Stiftung Warentest haben sich auf test.de ihrerseits mit der Frage befasst, wie Sparer renditestark agieren können. 

 

Die Finanzen im Blick
kostensenkende Maßnahmen sind gute Wege, die Gewinnaussichten zu optimieren. Foto: EM Karuna – 146154512 / Shutterstock.com

kostensenkende Maßnahmen sind gute Wege, die Gewinnaussichten zu optimieren.

 

Viele Faktoren bei Investitionsentscheidungen von Relevanz

Das Resultat der Analyse bestätigt, dass vor allem kostensenkende Maßnahmen ein guter und relativ einfacher Weg sind, um die Gewinnaussichten zu optimieren.

Die wichtigsten Schritte vor Auswahl passender Anbieter und Produkte: 

  1. Hinterfragen, welches Budget zur Verfügung steht
  2. Analyse der eigenen Risikobereitschaft und der Rendite-Ziele
  3. Auswahl der bevorzugten Produkte von Aktien über Fonds bis zu Finanzderivaten
  4. Definition der zeitlichen Ausrichtung von kurz- bis langfristig
  5. Vergleich der Mindestanforderungen bei Anlageklassen & Depotanbietern

 

Gebühren für Führung eines Depots können schwanken

Viele potentielle Anleger, die am Anfang ihrer Karriere stehen, haben nur eine sehr eingeschränkte Vorstellung, welche Ziele sie verfolgen und welches Risiko sie einzugehen bereit sind. Auch mit den typischen Risikofaktoren – also den besagten versteckten Kosten im Zusammenhang mit der Depotnutzung – sind viele Bank- und Broker-Kunden nicht optimal vertraut. Eine Erkenntnis der Analyse der Warentester zeigt, dass gerade die Direktbanken mit ausschließlicher Online-Depotnutzung den Filialbanken gegenüber mitunter erhebliche Kostenvorteile bieten können. Den Wechsel müssen Sparer nicht scheuen, zumal viele klassische Banken mit eigenem Filial-Netz mittlerweile ebenfalls auf die Depotführung per Internet setzen und ihr normales Leistungsspektrum zunehmend zurückfahren. Eine Spannweite den Gebühren von nur 5,00 bis zu 50,00 Euro und mehr für die jährliche Depotverwaltung bei einem Bestand von 5.000 Euro spricht genau genommen für sich – bzw. für die Notwendigkeit eines ausführlichen objektiven Produktvergleichs.

 

Unproblematischer Wechsel von einem Anbieter zum anderen

Erwähnt sei diesbezüglich zudem, dass der Anbieterwechsel inzwischen kaum noch Mühen nach sich zieht. Vielmehr übernehmen Broker und Banken die Arbeit längst im Auftrag der Neukunden die Kündigung des bisherigen Depots sowie den Übertrag des Depotvolumens auf das neue Wertpapierdepot. Schützen Sie ihr Geld vor versteckten Kosten – in diesem Zusammenhang geht es nicht allein um die fälligen Gebühren, sondern im gleichen Maße die Auswahl geeigneter Finanzprodukte. Und der Markt ist in den vergangenen Jahren sehr zur Freude der Anleger gewachsen.

 

Einige innovative Anlage-Anbieter sind unter anderem

 

auxmoney – Privatkredite von normalen Anlegern

Das Portal vermittelt seit dem Jahr 2007 Darlehen nach dem Ansatz „von privat an privat“ und verspricht privaten Geldgebern stattliche Renditen, die weit über die aktuellen Anlagezinsen hinausgehen. Kreditnehmer wieder erhalten Darlehen je nach Bonität bzw. „auxmoney Score“ deutlich unter dem normalen Kreditzins am Markt. Sich selbst bezeichnet der Anbieter als deutschen Marktführer. Die Absicherung der investierten Gelder erfolgt über die Community der Anleger, die gemeinsam die Projekte der Antragsteller ermöglichen. Die Mindestkreditsumme liegt der Zeit bei 1.000 Euro. Fast 74.000 Finanzierungen sind laut auxmoney seit Bestehen vermittelt.

 

eToro – Vorreiter im Bereich Social Trading

Die Plattform des Brokers eToro gehört mit einer Markteinführung im Jahr 2006 zu den ersten Anbietern im Bereich des sogenannten „Social Tradings“, die auch deutsche Kunden ansprechen. Reguliert wird das Unternehmen durch Zyperns Aufsichtsbehörde CySEC. Anleger können Positionen von derzeit weit mehr als vier Millionen Händlern weltweit nachbilden und so von den Erfahrungen anderer lernen. Erfolgreiche Anleger können auch selbst zum sogenannten „Top Trader“ werden, wenn die eigenen Orders kopiert werden. Hohe anfängliche Kosten und Verluste können durch den Einsatz des kostenlosen Demokontos umgangen werden. Eine eigene Trading-Akademie vereinfacht den Einstieg deutlich. Gehandelt wird mit Differenzkontrakten, die unter anderem auf Basiswerten wie Aktien oder Devisen angeboten werden. Kennen müssen Anleger hier die Chancen und Risiken des Handels mit dem maximalen Hebel. Dieser erlaubt eToro Kunden etwa im Forex-Segment das Bewegen von bis zu 400 Euro mit einem Euro Eigenkapital.

 

fintego – flexibles Investieren für alle Zielgruppen

Eine gute Risikostreuung innerhalb des Depots und eine individuell passende Strategie ist das A und O. Das Fintech-Unternehmen fintego scheint die Wichtigkeit dieser Aussage verstanden zu haben. Kunden können über den Anbieter geeignete Geldanlagen auswählen und gezielt angemessene Ziele erarbeiten. Dabei investieren Anleger genau genommen nur in ein einziges Produkt, welches jedoch als ETF-Format für die nötige Streuung sorgt. Der optionale Einsatz von Zahlungsplänen erlaubt auch Anlegern ohne größere Rücklagen den Einstieg. Anleger können entscheiden, ob sie eher konservativ oder offensiv agieren möchten. Zur Verfügung stehen hierzu insgesamt fünf unterschiedliche Anlagestrategien. Je nach bevorzugter Strategie wird die Kapitalgewichtung verteilt, infrage kommen ebenso Aktien und Staatsanleihen aus Europa wie auch Rohstoffe. Investiert wird im Normalfall für drei bis sieben Jahre. Die Gebühren werden transparent angegeben, was eindeutig für den Anbieter spricht. Das Investitionsvolumen definiert die Gebühren.

 

Zinspilot – klassisches Sparen mit Aussicht auf Boni

An Anleger, die eher den klassischen und sicheren Weg gehen, aber dennoch nicht auf Rendite verzichten möchten, richtet sich das Angebot des Hamburger Portals Zinspilot. Mit wenig Aufwand und einer guten Absicherung der Einlagen können Besucher über die Webseite stattliche Zinssätze erzielen. Hinzu kommt, dass der Anbieter ständig mit interessanten Bonusaktionen wirbt, bei denen vielfach die Anlagesummen über die tatsächliche Bonushöhe entscheiden. Das Unternehmen konzentriert sich dabei auf die genannten Bereiche Tagesgeld und Festgeld und kooperiert mit Partnern aus verschiedenen Ländern. Aus diesem Grund sollten Anleger auch genau prüfen, welche Rahmenbedingungen für die Einlagensicherung bei den Anbietern gelten, deren Produkte Sparer ausgewählt haben. Investiert wird über ein einzelnes Konto, das bei Zinspilot selbst eröffnet wird.

 

Cashboard – verspricht gute Zinsen

Das Portal Cashboard ist laut sicheregeldanlage.info ein seriöser Finanzdienstleister, der Portalbesuchern jährliche Effektivzinssätze verspricht, die wie beim Anbieter Zinsland weit über die derzeitigen durchschnittlichen Tages- und Festgeldzinssätze am deutschen Anlagemarkt hinaus gehen. Die Einlagensicherung liegt bei 100.000 Euro, was für normale Privatanleger einen ausreichenden Schutz darstellt. Die Zahl der Finanz-Partner des Portals wächst konstant, hohe Gebühren begegnen Anlegern nicht.

 

Getroffene Entscheidungen können zügig korrigiert werden.

Die Aufstellung der Angebote und Marktnischen verdeutlicht, dass Verbraucher, die ihr Geld vor versteckten Kosten schützen möchten, nicht nur die eigentlichen Zinssätze kennen müssen. Depot- oder Kontoführungsentgelte, Bonus-Aussagen und Fakten zur Einlagensicherung sollten ebenfalls hinterfragt werden, bevor sich Anleger für ein bestimmtes Produkt entscheiden. Lohnen kann es sich dabei, Investitionen regelmäßig auf den Prüfstand zu stellen und einen Anbieter- oder Produktwechsel in Betracht zu ziehen. (agm)