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Gemeinderat erhofft sich von der Schulsprengel-Änderung eine Stärkung der Dorfschule

Schule Weildorf wird von Teisendorf aus verwaltet

Teisendorf – Die Grundschule Weildorf bleibt erhalten. Lediglich die Grundschulsprengel Teisendorf und Weildorf werden zusammengelegt.

Die bei Schülern, Eltern und Lehrern gleichermaßen beliebte Landschule in Weildorf soll erhalten und durch die Sprengel-Änderung sogar gestärkt werden. (Foto: Mergenthal)

Damit wird die kleine Dorfschule in Weildorf künftig von Teisendorf aus verwaltet. Mit nur einer Gegenstimme – Grünen-Rat Edwin Hertlein – befürwortete der Marktgemeinderat Teisendorf die vom Schulamt beantragte Sprengel-Änderung. Er erhofft sich damit eine Stärkung des Schulstandorts Weildorf.

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Auslöser für die Neuordnung der Sprengel waren der Wechsel des derzeitigen Weildorfer Grundschulrektors Hans Goldschalt an die Grundschule Saaldorf-Surheim zum Schuljahr 2017/18 und die momentanen Schülerzahlen in Weildorf. Heuer gehen noch 56 Buben und Mädchen in Weildorf zur Schule. Bei nur zwölf Schulanfängern im Herbst 2017 sind es nächstes Schuljahr nur noch 47 Schüler. In den Folgejahren stagniert die Schülerzahl bei 50, mit Ausnahme der Jahre 2021/22 (54) und 2022/23 (nur 45).

Keine Verwaltungskraft mehr für Weildorf

Aufgrund dieser Zahlen können, wie Schulamtsdirektor Franz Thieser im Gemeinderat berichtete, der Schule Weildorf künftig keine Stunden für eine Verwaltungskraft mehr zugeteilt werden. Sämtliche Verwaltungsarbeiten hätte dann der Schulleiter zu erledigen. Die Erfahrung habe gezeigt, dass solche Rektorenstellen nicht mehr besetzt werden können. Thieser plädierte deshalb für die Zusammenlegung der Sprengel und eine einzige Schulleitung von Teisendorf aus mit zweihäusigem Betrieb, ähnlich wie es früher zwischen Oberteisendorf und Mehring war.

Es stehe keine Auflösung der Grundschule Weildorf zur Debatte, so Thieser. Da in den Vorjahren viel in das Schulgebäude investiert wurde, liegt die Erhaltung des Standortes auch der Gemeinde am Herzen, zumal Grundschulen erst bei einer Gesamtschülerzahl unter 25 gefährdet seien. Thieser führte Beispiele im Landkreis aus den letzten Jahrzehnten an, wo Schulen verwaltungstechnisch an größere Schulen angegliedert wurden, wie die Schulen Leobendorf, Marzoll, Au oder Thundorf.

Ab dem Jahr 2020 erwartet die Gemeinde durch auffallend mehr Kinder in Teisendorf deutlich höhere Gesamtschülerzahlen im neuen Schulsprengel Teisendorf-Weildorf: 2017/18 noch bei 158, steigen diese bis 2020 auf 195 und bis 2022 sogar auf 226 Grundschüler an. Ab 2020 erhalte dieser Sprengel nach den jetzigen Vorgaben einen eigenen Rektor und Konrektor -– Stellen, die mit ausgebildeten Grundschullehrern besetzt werden sollen – sowie eine eigene Verwaltungskraft. Auch das Stundenkontingent der Lehrkräfte werde sich dann erhöhen. Die Teisendorfer Schulleiterin Michaela Märzendorfer stehe einer Zusammenlegung der Sprengel positiv gegenüber.

Die Zusatzbelastung des Rektors durch die Verwaltungsarbeit, sollte man die Sprengel belassen, gehe zu Lasten der Schüler, betonte Thieser, der zahlreiche Fragen der Räte beantwortete. Aufgrund der kurzen Wege, der Nähe zum direkt benachbarten Kindergarten und der getätigten Investitionen am Gebäude waren sich alle Gemeinderäte einig, dass man den Standort Weildorf erhalten müsse.

Weggang von Rektor Hans Goldschalt bedauert

Alois Stadler (CSU) bedauerte, dass Goldschalt, der ganze Generationen geprägt habe, nach 17 Jahren aufhört und lobte die gute Vernetzung zu Kindergarten, Kirche und Vereinen in seiner Amtszeit. Aktionen wie Martinszug oder Krippenspiel, an denen Schulkinder mitwirkten, belebten den Ort. »Für mich ist es undenkbar, den Schulstandort aufzulösen«, stellte er klar. Unklar war für ihn noch, wer der künftige Ansprechpartner vor Ort ist, wer künftig gemeinsame Veranstaltungen organisiert, etwa mit dem Kindergarten, oder entscheidet, was rund um das Haus zu erledigen ist.

Es ändere sich für die Schüler und Eltern nichts, erläuterte der Schulamtsdirektor. Auch weiterhin werde es in Weildorf eine jahrgangskombinierte Klasse in den Stufen eins und zwei sowie kleine eigene Klassen in den Jahrgangsstufen drei und vier geben. Im Elternbeirat würden die Orte Teisendorf und Weildorf vertreten sein. Eine Neubesetzung der frei werdenden Lehrerstelle von Goldschalt mit einer »leistungsstarken« Lehrkraft sei geplant. Märzendorfer werde selbst immer wieder vor Ort sein und könne in Weildorf auch feste Sprechzeiten für die Eltern einrichten. Thieser stellte auch in Aussicht, dass die Konrektorenstelle ab 2020 in Weildorf angesiedelt werden könnte.

Edwin Hertlein (Grüne) erinnerte daran, dass die Sprengel-Änderung vor Jahren schon einmal zur Debatte stand. Damals habe man sich dagegen entschieden, da die Nachteile überwogen hätten. Ziel der Schulpolitik aus München sei es, die »Zwergerlschulen platt zu machen«. Statt um eine »Optimierung«, wie es Thieser umschrieb, gehe es nur um »Kosteneinsparung«. Thieser widersprach: Im Landkreis sei »kein einziger Schulstandort platt gemacht worden«. Kurze Wege seien weiter garantiert. Mit der geplanten Maßnahme spare man nichts ein, es würden sogar Stellen neu geschaffen. Gegen den Willen der Gemeinde werde das Schulamt keine Dorfschule auflösen.

Ähnliches Vorgehen auch für Neukirchen?

Peter Schuhbeck (FWG) und Georg Quentin (SPD) nannten die Weildorfer Schule eine ausgesprochen »schöne Schule« beziehungsweise »etwas Besonderes«. Teisendorf und Weildorf lägen ja nicht weit auseinander, ergänzte Quentin. Für Georg Wetzelsperger (CSU) ist durch neue Strukturen in Weildorf künftig eine andere Qualität und Ausstattung als heute möglich. Eine Stärkung der bei Schülern, Eltern und Lehrern beliebten Landschule erwartet sich auch Johann Niederstraßer (FWG). Er empfahl, in Neukirchen ähnlich vorzugehen, wenn dort eine Änderung ansteht. vm