Schulunterricht im Wirtshaus

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Besprechung in der Alten Post mit Schulleiterin Michaela Märzendorfer (von links), Bürgermeister Thomas Gasser, Geschäftsführer Andreas Brügemann und Serviceleiterin Stefanie Rieder. (Foto: M. Konnert)

Teisendorf bereitet sich auf Präsenzunterricht vor – Unterricht findet im Saal der Alten Post und im Poststall statt


Teisendorf – Die gute Nachricht kam am Freitag auch in der Schule Teisendorf an: Im Landkreis Berchtesgadener Land können ab Montag die Schulen schrittweise in den Präsenzunterricht zurückkehren – erst mal aber nur die Grundschulen und Abschlussklassen. An der Teisendorfer Franz- von Agliardis Grund- und Mittelschule betrifft diese Regelung die acht Grundschulklassen sowie die drei Klassen der neunten und zehnten Jahrgangsstufe.

Schulrektorin Michaela Märzendorfer will in Zusammenarbeit mit der Gemeinde alles daransetzen, dass möglichst viele Klassen im Präsenzunterricht weitermachen können, wenn auch unter Einhaltung strikter Hygiene- und Abstandsregeln. Gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Gasser hat sie dafür nach großen Räumlichkeiten in der Gemeinde gesucht, wo man komplette Klassen unter Einhaltung des Mindestabstands unterrichten kann. Die Formel »eine Klasse gleich ein Raum gleich ein Lehrer« wäre für Schüler und Lehrer, aber auch für den Lernerfolg die beste Lösung, so die Schulleiterin.

Das Angebot der Brauerei Wieninger, in der Alten Post und im Poststall zwei große Räume als Klassenzimmer zur Verfügung zu stellen, fand sie daher nur positiv. Bei der Besichtigung der Räume gemeinsam mit dem Bürgermeister und dem Geschäftsführer der Brauerei, Andreas Brügemann, sowie der Serviceleiterin des Braugasthofes Alte Post, Stefanie Rieder, wurden Details zur Nutzung der beiden großen Säle in der Alten Post und im Poststall als Klassenzimmer besprochen und die technische Einrichtung in Augenschein genommen. Der Bauhof wird jetzt die Schule unterstützen, um aus Versammlungs- und Festsälen richtige Klassenzimmer zu machen. Dass dabei auf das vorhandene Mobiliar zurückgegriffen werden kann, macht die Sache deutlich leichter.

»Dass wir diese großen Säle haben, ist in der jetzigen Situation ein Glücksfall und eine sehr gute Übergangslösung«, betonte Gasser. »Seitens der Brauerei wird jede Maßnahme unterstützt, die zur Eindämmung der Pandemie in irgendeiner Weise beitragen kann«, so Brauerei-Geschäftsführer Brügemann. Man habe auf die Anfrage des Bürgermeisters gleich positiv reagiert, zumal die Gasthäuser sowieso geschlossen sind und die Säle zur Zeit nicht genutzt werden. Auch die Schulleiterin zeigte sich mit der Lösung zufrieden.

Mit der Auslagerung der Mittelschulklassen in die Räume der Brauerei, könne dort Platz für einen Teil der Grundschulklassen geschaffen werden. Zwei weitere große Räume stehen zudem in der Turnhalle zur Verfügung. Eine weitere Klasse soll im Judoraum, eine andere im Musikraum der Turnhalle untergebracht werden.

Im Schulhaus Weildorf stehen für die zwei Klassen, vier Räume zur Verfügung, erklärt die Schulleiterin weiter. Dort wäre somit eine Teilung der Klassen möglich, allerdings müsse dort wegen der notwendigen Lehrerpräsenz teilweise auf Wechselunterricht gesetzt werden. Es wird jedoch angestrebt, möglichst viele Tage mit zwei Lehrkräften zu besetzen. Da man aber nicht weiß, wie sich die Situation weiter entwickeln wird, bleibt die Strategie der Schulleiterin von Vorsicht geprägt. »Nach wie vor müssen wir vorbereitet und flexibel bleiben, damit sich nicht das Gefühl einstellt, überrollt zu werden. Ich plane auch weiterhin in zwei Schienen – Schiene eins ist der Präsenzunterricht und Schiene zwei wäre der Distanzunterricht mit einer Notbetreuung. Auf welcher Schiene wir uns bewegen, hängt von der Inzidenzzahl im Landkreis ab. Diese'magische 100' ist zurzeit eine entscheidende Weiche für uns. Ein 'Umschalten' von einem zum anderen Tag müssen wir leider auch einplanen«, so die Schulleiterin. kon