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Der von der Bundesstraße unmittelbar an der Achenbrücke abführende Weg zum Landschulheim Marquartstein ist die Schlüsselidee, die jetzt zu einer umfangreichen Planung und Umsetzung zur Schulwegsicherheit führt. (Foto: Flug)

Schulweg soll noch bis zum Jahresende sicherer werden

Unterwössen – Der Schulweg der Kinder und Jugendlichen aus Richtung Unterwössen nach Marquartstein und zum dortigen Landschulheim (LSH) soll bis zum Jahresende sicherer werden. In zwei Bauabschnitten soll er entlang der Bundesstraße entstehen, um unmittelbar am Beginn der Achenbrücke nach rechts, vorbei an der Turnhalle, zum LSH zu führen.


Im Vorfeld ihrer Gemeinderatssitzungen trafen sich die Bürgermeister Ludwig Entfellner und Andreas Scheck mit Gemeinderäten aus Unterwössen und Marquartstein zum Ortstermin an der Einmündung der Alten Dorfstraße in die Bundesstraße. Diplom-Ingenieur Stefan Lengefeld von der Planungsgruppe Straßer in Traunstein erläuterte den Plan.

Neue Verkehrsinsel zur Querung der Bundesstraße

Mit Fertigstellung nehmen Schüler aus Richtung Unterwössen ab der Unterwössner Kirche den Weg entlang des Wössner Bachs und durch den Wald bis zur Einmündung der Alten Dorfstraße in die Bundesstraße. Weiter geht es unmittelbar am linken Rand der Straße bis zur Achenbrücke, wo eine neu entstehende Verkehrsinsel die Querung der Bundesstraße ermöglicht. Auf der gegenüberliegenden Fahrbahnseite führt der dann befestigte Weg von der Bundesstraße und an der Turnhalle vorbei zum Fußgängerüberweg des LSH.

Alternative ist ab dem Unterwössner Ortsausgang der Bürgersteig auf der rechten Fahrbahnseite entlang der Altweger Wand. Er endet in der ehemaligen Fahrbahn, die am Möbelhaus Kurfer vorbeiführt. Über diesen Abschnitt kommen die Schüler an die Kreuzung der Alten Dorfstraße, unterqueren diese über eine neu zu bauende Unterführung und finden direkt gegenüber in den neu angelegten befestigten Weg zur bestehenden Unterführung unter der Bundesstraße hindurch. Der Weg führt dann weiter am linken Bundesstraßenrand, wie zuvor beschrieben. Im Einmündungsbereich bekommt die Alte Dorfstraße eine Verkehrsinsel.

Für den Unterwössner Bürgermeister Ludwig Entfellner ist die Anbindung zwischen den beiden Gemeinden ein Uralt-Thema in den Gemeinderäten. Er erinnerte an das Geh- und Radwegekonzept der Jahre 2018 bis 2020, in das auch Planungshinweise des Straßenbauamts einflossen. Als sich die Ideen zu der jetzigen Lösung verdichteten, hätten sich beide Gemeinden entschlossen, mit 32 000 Euro gemeinsam für die Planung in Vorleistung zu treten. In der jetzigen Lösung sah er eine Chance und Verbesserung für beide Gemeinden, einen Lückenschluss zwischen beiden Orten.

Bürgermeister Scheck sah in dieser Lösung ein Zufallsergebnis. Im Rahmen der Erneuerung der Marquartsteiner Ortsdurchfahrt war die am Landschulheim vorbeiführende Alte Dorfstraße durch die Umleitung stark belastet. Um den Schulwegverkehr aus diesem Bereich heraus zu lassen, fand sich in Zusammenarbeit der Verantwortlichen die Lösung, unmittelbar am südlichen Ende der Achen-brücke auf der Bundesstraße einen Zugang und Weg vorbei an der Turnhalle zum Landschulheim anzulegen. Dieser Weg erwies sich als Schlüssel zur neuen Schulweg- und Radweglösung.

Sechs Ordner gefüllt mit Ideen und Plänen

Zugleich sei es die Lösung eines Jahre alten Problems der Schulwegsicherheit. »Als ich vor acht Jahren ins Amt kam, fand ich sechs Ordner, gefüllt mit Ideen und Plänen, einen sicheren LSH-Schulweg zu schaffen«, so Schecck. Den Grünen-Fraktionen in beiden Gemeinderäten schrieb er die Initiative für diese Lösung zu. Er sah darin aber auch ein Beispiel interkommunaler Zusammenarbeit zwischen Unterwössen und Marquartstein. Federführend sei die Gemeinde Unterwössen, und Marquartstein sei dankbar, mitzuwirken. Baudirektor Peter Maltan vom Staatlichen Bauamt Traunstein nannte die Radfahrer- und Radwege-Frage ein übergeordnetes Thema im ganzen Landkreis. Das bringe es mit sich, dass das Bauamt nicht alle Projekte gleichzeitig angehen könne.

Umso mehr freute er sich, dass in diesem Fall Unterwössen und Marquartstein mit Ideen und Geld in Vorleistung gegangen seien. Das bringe alle Beteiligten in die komfortable Situation, das Projekt heuer noch in zwei Bauabschnitten zu bauen.

Weil das Bauamt nicht nur die Verkehrsinsel als Querungshilfe schaffen, sondern die Straße dort insgesamt instand setzen wolle, sah Maltan eine erneute Sperrung der Bundesstraße als unerlässlich an, auch wenn das im Anschluss an die Sperrungen der Ortsdurchfahrt eine besondere Belastung der Verkehrsteilnehmer darstelle. Für zwei bis drei Wochen werde die Sperrung bestehen und der Verkehr über Raiten umgeleitet.

Die Ausführung des Projekts liegt nun im Wesentlichen beim Staatlichen Bauamt. Auf Grundlage der Planungen der Firma Straßer sah Maltan die Planungsphase abgeschlossen, die wasser- und umweltrechtlichen Verfahren seien eingeleitet.

Derzeit wird die Ausschreibung der Arbeiten vorgenommen, ein Zuschlag soll im August erfolgen. Dann könnten die Arbeiten im September beginnen. Maltan hofft auf Fertigstellung noch in diesem Jahr. Die Kosten schätzen die Beteiligten auf eine Million Euro.

Dabei sind sich alle einig, dass die Querung der Bundesstraße unmittelbar an der Achenbrücke auch mit Verkehrsinsel Gefahrpotenzial birgt. Deshalb stellt die Planung die Unterwössner Grünen nicht ganz zufrieden.

Gemeinderat Detlef Katzbichler hätte gern eine Planung, die den Bereich von der Kirche bis zum Möbelhaus Kurfer einbezieht. Er schlägt vor, die Wegbreite unter der Altweger Wand zu vergrößern und Fels abzutragen, Engstellen zu erweitern, oder die Bundesstraße weiter Richtung Altwasser von der Wand weg zu verlegen.

Maltan warnte. Planungen und Genehmigungsverfahren für die Verlegung der Bundesstraße oder das Abtragen der Altweger Wand wären Projekte solcher Ausmaße, dass es kurzfristige Lösungen nicht geben könne. Projekte erforderten immer die Planung und das Baurecht, den Grunderwerb und die Finanzen. Unter diesen Gesichtspunkten hätten sich bereits zuvor Ideen in solche Richtungen zerschlagen.

Und weil die Beteiligten gerade beim Thema Radweg und Radwege Sicherheit waren, fragte ein Marquartsteiner Gemeinderat, ob man nicht – wie oft im Ausland gesehen – Radwege durch Fahrbahnmarkierungen am rechten Fahrbahnrand ausweisen könne. Maltan verwies darauf, dass das deutsche Recht und die vorgegebenen Fahrbahnabmessungen eine solche Lösung ausschließen.

Bürgermeister Entfellner sagte, dass sich im dortigen Bereich mit zwei Forstwegen Verbesserungsmöglichkeiten auftäten. Die Gemeinde suche deshalb Gespräche mit dem Forst.

lukk