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»Schwarze Null« für Bruderhausstiftung in Aussicht

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Mit einer 500 000-Euro-Spende konnte im »Bürgerheim« zuletzt ein neuer Aufzug eingebaut werden. Im Berchtesgadener Gemeinderat geht man davon aus, dass man trotz der positiven Entwicklung auch künftig nicht ohne Spenden auskommen wird. Foto: Anzeiger/Wechslinger

Berchtesgaden – »Martin-Beer-Haus« und »Bürgerheim« im Nonntal sollen ab dem Jahr 2016 in der Gesamtbilanz eine »schwarze Null« schreiben, also keine Verluste mehr machen. Das prognostizierte Marktkämmerer Richard Beer am Montag im Marktgemeinderat Berchtesgaden. Das Gremium verabschiedete einstimmig die Haushaltssatzung der Bruderhausstiftung 2014. Die beinhaltet zwar aufgrund der Investitionen stark geschrumpfte Rücklagen und eine sogenannte Negativzuführung vom Vermögens- an den Verwaltungshaushalt. Doch die Kommunalpolitiker bescheinigten sich in der Diskussion selbst, auf dem richtigen Weg zu sein.


Der Verwaltungshaushalt 2014 der Bruderhausstiftung schließt mit rund 1,7 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt liegt bei rund 436 000 Euro. Eine Kreditaufnahme ist nicht vorgesehen.

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Im »Bürgerheim« sind nach dem Vorbericht des Kämmerers derzeit 42 Heimbewohner untergebracht, 43 Plätze gibt es. Die Einnahmen bei den Heimgebühren erhöhen sich 2014 auf rund 1,2 Millionen Euro. 76 Prozent davon, nämlich rund 911 000 Euro, werden allerdings für Personalkosten an die 24 Arbeitnehmer wieder ausgegeben. Insgesamt rechnet man beim »Bürgerheim« im Jahr 2014 mit einem Fehlbetrag von 289 000 Euro.

Das Altenwohnheim »Martin-Beer-Haus« wird dagegen vermutlich einen Überschuss in Höhe von 43 600 Euro erwirtschaften. Wegen des Fehlbetrags beim »Bürgerheim« kann der Verwaltungshaushalt der Bruderhausstiftung allerdings nur durch eine unübliche Zuführung vom Vermögenshaushalt an den Verwaltungshaushalt in Höhe von 17 750 Euro ausgeglichen werden.

Im Vermögenshaushalt sind 25 000 Euro für den Erwerb von beweglichen Sachen im »Bürgerheim« eingeplant. Enthalten sind außerdem 22 000 Euro für den Fernwärmeanschluss, ein Restbetrag von 23 000 Euro für den neuen Aufzug und 41 000 Euro für den Brandschutz.

Beim »Martin-Beer-Haus« sind lediglich 1 000 Euro für den Austausch von einzelnen Küchengeräten vorgesehen. Außerdem sind eingeplant knapp 260 000 Euro für Brandschutzmaßnahmen und Wohnungssanierungen.

Die Rücklagen der Stiftung reduzieren sich von 639 000 Euro Ende 2013 auf voraussichtlich 206 000 Euro bis Ende 2014. Gleichzeitig kann der Schuldenstand um rund 52 000 Euro auf voraussichtlich 875 000 Euro reduziert werden. Zum Ende seines Berichts konnte Kämmerer Beer mit einer positiven Prognose aufwarten: Ende 2016 sollen »Martin-Beer-Haus« und »Bürgerheim« zusammen keine Verluste mehr schreiben.

Zweiter Bürgermeister Bartl Mittner, der die Sitzung leitete, freute sich über die guten Aussichten. Immerhin habe man in den letzten Jahren viel getan, damit das »Bürgerheim« erhalten bleibt: Outsourcing, Umschulungen von Mitarbeitern und anderes. Mittners Dank ging genauso wie die Anerkennung der Gemeinderäte an Heimleiter Florian Miciecki und seine Mitarbeiter sowie an Heimbeirat Manfred Jüstel.

In der Diskussion wiesen mehrere Gemeinderäte auf die Erfolge hin, doch sei auch klar, dass man noch ein »gutes Stück Arbeit« vor sich habe, wie es Hermann Lochschmied (CSU) ausdrückte. Dr. Bartl Wimmer (Grüne) bedauerte die negative Zuführung an den Verwaltungshaushalt, dennoch sei der Haushalt deutlich besser als geplant. Man sei erfolgreich unterwegs, »aber letztendlich müssen die Heimgebühren schneller steigen als die Personalkosten, wenn wir die schwarze Null erreichen wollen«. Klar sei auch, dass Neuinvestitionen aus dem laufenden Geschäft nicht zu finanzieren sind. Deshalb werde man für eine nachhaltige Fortführung weiterhin auf Spenden angewiesen sein. Ulli Kastner

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