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Hanno Nüßlein, der erst vor wenigen Wochen Deutscher Meister über die Mitteldistanz in der AK 50 geworden ist, stand jetzt erneut auf dem Podest: Beim Ironman 70.3 in Rapperswil wurde der Chieminger Triathlet in seiner Altersklasse Dritter.

Schweizer Hitzeschlacht

Was für ein Kontrastprogramm für Hanno Nüßlein! Während der Triathlet des TSV Chieming bei der Deutschen Meisterschaft über die Mitteldistanz inIngolstadt vor wenigen Wochen noch mit niedrigen Temperaturen, Regen und Wind zu kämpfen hatte, war's beim Ironman 70.3 in Rapperswil nun eine wahre Hitzeschlacht. Nüßlein ließ sich von den äußeren Umständen aber erneut wenig beeindrucken: In Ingolstadt wurde er ja Deutscher Meister in seiner Altersklasse (wir berichteten bereits), in der Schweiz schaffte er es in der AK 50 - 54 als Dritter ebenfalls erneut aufs Podest und unterstrich damit eindrucksvoll seine Form! 


Der Begriff Ironman 70.3 steht übrigens für die 70,3 Meilen, die auf der Mitteldistanz, einem Halb-Ironman, zurückgelegt werden: also 1,9 Kilometer (1,2 Meilen) Schwimmen, 90,1 Kilometer (56 Meilen) Radfahren und 21,1 Kilometer (13,1 Meilen) Laufen.

»Die Hitze und ich werden keine Freunde mehr werden«, lachte Nüßlein nach dem Rennen in Rapperswil. Sie sei furchtbar ätzend gewesen, ergänzte er. Schon auf dem Rad zeigte das Thermometer Temperaturen über 30 Grad Celsius, beim Laufen wurde es dann sogar noch schlimmer. »Ich habe irgendwas von 38 Grad gehört«, berichtete Nüßlein. Unter dem Strich kamen ihm diese extremen äußeren Bedingungen aber gar nicht so ungelegen, gestand er. »Das war ein weiteres Steinchen in meinem Baukasten für Hawaii«, betonte Nüßlein. Bei der Langdistanz-WM wird der Triathlet ja im Oktober zum zweiten Mal in seinem Leben an den Start gehen und auch dort wartet auf die Athleten erfahrungsgemäß ein Hitzerennen.

In Rapperswil konnte er damit weiter wertvolle Erfahrungen sammeln. Das Schwimmen absolvierte Nüßlein als Sechstschnellster seiner Altersklasse in soliden 29:45 Minuten. Danach ging's aufs Rad und dort legte Hanno Nüßlein den Grundstein für seinen dritten Platz. In starken 2:28:18 Stunden beendete er den Rundkurs, der zweimal zu absolvieren war. »Die Radstrecke ist abwechslungsreich und selektiv«, berichtete Nüßlein. Es gebe steile Anstiege, wunderbare Abfahrten und auch flache Stücke zum schnell fahren. Unter dem Strich sei er mit seiner Leistung auf dem Rad zufrieden gewesen, ergänzte der 53-Jährige. »Ich musste der Hitze allerdings etwas Tribut zollen und blieb auf der zweiten Runde Watt-mäßig hinter meinen Erwartungen zurück.«

Auch beim Laufen wäre Nüßlein gern einen Tick schneller gewesen als seine 1:33:28 Stunden. »Doch ich habe an den Verpflegungsstellen mehr Zeit gebraucht, um mich richtig abzukühlen und genügend zu trinken.«

So kam er nach 4:38:23 Stunden ins Ziel. Schneller waren in seiner Altersklasse mit Ivo Kistler (4:27:52) und Thomas Goetz (4:33:25) nur zwei Schweizer. Damit hätte Nüßlein aller Voraussicht nach wohl auch das Ticket für die Ironman-WM 70.3 in St. George (USA) Ende Oktober gelöst. Doch weil diese nur wenige Wochen nach der Ironman-WM stattfindet, wird Nüßlein dort nicht starten.

Für Hanno Nüßlein war's also alles in allem ein perfektes Wochenende in der Schweiz. »Das Rennen ist top organisiert«, lobte er noch die Veranstalter. Für ihn geht es jetzt mit dem nächsten Trainingsblock weiter. Beim Ironman 70.3 Zell am See am 28. August wird er dann noch einmal an den letzten Feinheiten für Hawaii unter Wettkampfbedingungen arbeiten.

SB