weather-image
22°
33-Jähriger Wasserburger mit Rettungshubschrauber in Münchner Klinik

Schwere Brandverletzungen und hoher Sachschaden nach Explosion im Ethanol-Ofen

Eine Ethanol-Explosion im Ofen des Wohnzimmers verletzte einen 33-jährigen Wasserburger schwer. Auch seine Frau erlitt leichte Verletzungen. Der Schaden beläuft sich auf rund 50 000 Euro.

Foto: dpa/Symbolbild

Gegen 18.20 Uhr füllte ein 33-jähriger Wasserburger in einer Wohnung in der Schmidzeile den Bio-Ethanol-Ofen in seinem Wohnzimmer nach. Dabei entzündete sich die Flüssigkeit explosionsartig.

Anzeige

Durch die Stichflamme wurden sowohl der Mann als auch Teile der Wohnzimmereinrichtung in Brand gesetzt.

Nachdem seine 30-jährige Freundin mittels einer Decke die brennende Kleidung ihres Partners gelöscht hatte, verließen sie die Wohnung und retteten sich ins Freie.

Die alarmierte Feuerwehr betrat mit Atemschutzausrüstung die total verrußte Wohnung und löschte das brennende Mobiliar.

Der Wohnungsbesitzer erlitt schwere Brandverletzungen und musste per Rettungshubschrauber in eine Münchner Klinik geflogen werden. Seine Partnerin wurde mit leichteren Verletzungen per Rettungsdienst in ein nahegelegenes Klinikum gefahren.

Die Schadenshöhe in der Wohnung beläuft sich nach ersten Schätzungen auf rund 50 000 Euro.

Pressemeldung der Polizeiinspektion Wasserburg

Feuerwehr und Polizei geben Tipps und weisen auf die Gefahren im Umgang mit solchen Geräten hin:

Tipps zur Sicherheit:

  • Vorsicht beim Nachfüllen des Brennstoffes: nicht befüllen, so lange der Kamin brennt oder noch heiß ist!
  • Stellen Sie den Kamin nicht in der Nähe von brennbaren Materialien auf!
  • Lassen Sie den Ofen nie unbeaufsichtigt!
  • Lüften Sie regelmäßig: Der Brennvorgang senkt den Sauerstoffgehalt im Zimmer, es entstehen Gase wie beispielsweise Kohlendioxid!
  • Achten Sie auf Löschwerkzeuge, die auch für brennende Alkohole geeignet sind!

“Der Sicherheitsaspekt sollte bei der Entscheidung für einen Ethanolofen an erster Stelle stehen”, erklärt Stefan Sonntag, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. „Die europaweit geltende Norm DIN EN 16647 legt die Anforderungen an sichere Geräte fest. Nach erfolgreicher Prüfung vergibt beispielsweise der TÜV ein entsprechendes Prüfzeichen.“

Brennbare Materialien fernhalten

Ethanolöfen eignen sich nicht fürs Beheizen eines Raumes, sondern erfüllen dekorative Zwecke. Bioethanol ist ein Alkohol, der aus Getreide, Kartoffeln oder Zuckerrohr gewonnen wird. Statt zum Verzehr, werden diese biologischen Rohstoffe zu Alkohol vergoren und als Brennstoff genutzt. Das flüssige Bioethanol besteht zu etwa 95 Prozent aus pflanzlichen Alkoholen. Ganz ungefährlich ist Bioethanol daher nicht: Offen stehend, kann Bioethanol schon bei Temperaturen um 21 Grad ein leicht entzündliches und explosionsfähiges Luft-Gemisch bilden.

Herstellerhinweise aufmerksam lesen

Ob Edelstahl, Glas oder Stein – aus welchem Material der Ethanolofen besteht ist Geschmackssache. Für alle Geräte gilt aber, dass sie fest stehen und richtig montiert sein müssen. Vor dem ersten Einsatz empfiehlt es sich, die Herstellerhinweise aufmerksam zu lesen. Denn der unvorsichtige Umgang mit flüssigen Brennstoffen wie Ethanol birgt Risiken und kann zu schweren Unfällen und Verbrennungen führen. Falls während des Betriebs des Ethanolofens ein unangenehmer Geruch entsteht, liegt dies meist daran, dass dem Brennstoff Wasser und Gelbstoff beigemischt wurden und das Ethanol deshalb weniger sauber verbrennt.