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Schwere Trainersuche: Wunschvorstellung nicht machbar

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Mirko Slomka musste bei Hannover 96 als Trainer gehen. Foto: Bernd Thissen Foto: dpa

Hannover (dpa) - Von der Wunschlösung als Nachfolgetrainer für den bei Hannover 96 geschassten Mirko Slomka hat sich Sportdirektor Dirk Dufner bereits verabschiedet.


«Manchmal bekommt man die Idealvorstellung aber nicht», sagte Dufner reichlich illusionslos zur anstehenden Trainersuche beim Fußball-Bundesligisten. Noch bevor der 96-Sportchef überhaupt Verhandlungen mit möglichen Kandidaten aufnehmen konnte, gab es bereits Absagen. Dummerweise genau von den beiden Trainern, die vor allem bei Clubchef Martin Kind hoch im Kurs gestanden hatten: Thomas Schaaf und André Breitenreiter. Auch die Verpflichtung des in einigen Medien hoch gehandelten Frank Kramer aus Fürth ist momentan eher unwahrscheinlich.

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Der Zweitligist machte deutlich, Kramer nicht so einfach aus dessen Vertrag herauszulassen. «Frank Kramer hat Vertrag bis 2015 und wir sind hochzufrieden mit ihm», bekräftigte Fürths Clubchef Helmut Hack in der «Bild». Kinds Bereitschaft, nach der Abfindung für den am Freitag gefeuerten Slomka in Höhe von kolportiert gut einer Million Euro noch eine Ablöse für den neuen Mann zu bezahlen, soll gen Null tendieren. «Das wird er idealerweise nicht wollen», bestätigte Dufner. Die Verpflichtung eines derzeit freien Trainers ist daher auch laut 96-Sportchef «wahrscheinlicher».

Dies macht es zwar deutlich einfacher, den neuen Coach spätestens bis zum Trainingsstart am 5. Januar vorstellen zu können. Doch bei Kinds und Dufners gemeinsamen Wunsch, einen jungen, innovativen Trainer zu finden, drohen eben Abstriche. Der frühere 96-Profi Breitenreiter aus Paderborn wäre so jemand gewesen. Doch der 40-Jährige, dem Kind einen «tollen Job» bescheinigt hatte, sagte via Facebook ab: «Es ehrt mich sehr zum Kandidatenkreis als Trainer von Hannover 96 zu gehören. Es ist auch sehr reizvoll, Trainer in der 1. Bundesliga bei Hannover 96 zu sein. Der Zeitpunkt ist jedoch für mich noch nicht der Richtige!»

Dufner startet nach ersten Sondierungen - und Absagen - also quasi bei Null in die anstehenden Verhandlungen. «Es gibt keinen Favoriten», bekräftigte Dufner und sprach von «sicherlich mehr als zwei oder drei Kandidaten.» Gehandelt wird in den Medien schon reflexartig so ziemlich jeder, der aktuell frei ist: Bruno Labbadia, Markus Babbel, Thorsten Fink, Fred Rutten, Lothar Matthäus oder Holger Stanislawski. Selbst der Name des früheren Wolfsburger Aushilfscoach Lorenz-Günther Köstner fiel bereits. Beim 61-Jährigen wären die Abstriche im Vergleich zur Idealvorstellung aber sicher am größten. Zumal Dufner bekräftigte: «Am Ende geht es darum, denjenigen zu finden, der auch langfristig die beste Perspektive bietet.»

Eine Woche hat 96 nun Zeit. Am 5. Januar nehmen die Niedersachsen das Training wieder auf. Bis dahin soll der neue Trainer feststehen. «Idealerweise wird er schon vorher gefunden», bekräftigte Dufner.