weather-image

Schwerer Auftakt für Hans Weber

0.0
0.0
Eisspeedway WM in Inzell: Schwerer Auftakt für Hans Weber
Bildtext einblenden
Er muss in seinem ersten Rennen heute gleich gegen drei Russen antreten: Hans Weber. (Foto: Weitz)

Das wird ein harter Auftakt für Hans Weber (Schliersee/MSC Teisendorf): Der beste Westeuropäer in der WM-Gesamtwertung trifft am heutigen Samstag (17 Uhr) in seinem ersten Einsatz beim Eisspeedway-Grand-Prix 7 in Inzell auf das russische Trio Dimitri Khomisewitsch, Dinar Walejew und Daniil Iwanow. Khomisewitsch und Iwanow waren schon Weltmeister, Walejew – derzeit mit Iwanow und Titelverteidiger Dimitri Koltakow gleichauf an der Spitze der Gesamtwertung – könnte es heuer erstmals werden.


Doch abschrecken lassen will sich Weber von dieser Konstellation nicht. Schließlich hat der 34-Jährige in dieser Saison schon gezeigt, dass er mit der Weltspitze mithalten kann. Zuletzt beim Grand Prix in Berlin holte er 10 und 12 Tagespunkte – eine eminent starke Bilanz.

Anzeige

Webers Lauf ist der dritte des Tages. Zur Eröffnung ab 14 Uhr tritt Max Niedermaier (Edling) gegen das schwedische Duo Stefan Svensson und Ove Ledström sowie den Österreicher Charly Ebner an.

Niedermaier hat sich für Inzell vor allem zwei Dinge vorgenommen: »Spaß haben und nicht stürzen.« Denn obwohl das Eis in Inzell sehr gut sei, habe es ihn hier schon öfter erwischt. Der 30-Jährige hat in den bisherigen GP-Veranstaltungen als Bestmarke fünf Punkte für einen GP stehen – daran will er nun vor eigenem Publikum anknüpfen.

In Lauf 2 will heute Lokalmatador Günther Bauer mit einem guten Einstand für richtig gute Stimmung in der Max-Aicher-Arena sorgen. Nach vielen gesundheitlichen Problemen »bin ich jetzt fast ganz fit«, freut er sich. Trotzdem: Sein Material sei gut, »aber der Chauffeur könnte diesmal das Problem sein«, lacht der 47-Jährige.

Bauer trifft auf WM-Titelverteidiger Dimitri Koltakow (Russland) und Niclas Svensson (Schweden), zudem kommt es für ihn zum »Derby« mit dem Saalfeldener Franz Zorn – vorausgesetzt, dieser kann nach seinem Sturz im Training überhaupt fahren. Zorn wurde ins Krankenhaus gefahren. »Es ist wohl eine Handverletzung, aber es entscheidet sich erst kurzfristig, ob er antreten kann«, so Kai Schmiedeknecht von der ausrichtenden DMV-Landesgruppe Südbayern auf Anfrage.

Den Abschluss der ersten vier Läufe bestreitet Markus Jell (Altfraunhofen/MSC Teisendorf). Er ist ebenso ein WM-Nachrücker für verletzte Piloten wie der 17-jährige Jimmy Tuinstra (Niederlande) und der Finne Tomi Tani. »WM-Stammkraft« ist dagegen Nikita Toloknow (Russland), der als klarer Favorit in diesen Lauf geht.

Jell freut sich riesig: »Inzell ist einfach der Höhepunkt des Jahres. Berlin ist auch eine schöne Veranstaltung, aber Inzell ist nur hundert Kilometer von daheim weg, da sind viele Freunde und Fans da.«

Allerdings sollten diese ihre Erwartungen trotz des Titelgewinns des 37-Jährigen bei der Deutschen Meisterschaft nicht zu hoch schrauben. Denn in Berlin ging im Grand Prix bei einem Unfall seine Maschine kaputt. »Jetzt habe ich einen ganz anderen Rahmen, und wir müssen das Motorrad komplett neu abstimmen. Die drei mal zwei Minuten Trainingszeit in Inzell sind nicht viel, aber zur Not machen wir eben auch am Samstag nach jedem Rennlauf noch Anpassungen, bis es richtig passt.« Daher ist sein Ziel in der Max-Aicher-Arena zunächst einmal, »nicht punktelos zu bleiben.«

Als Reservefahrer wissen Luca Bauer (Reit im Winkl) und Franz Mayerbüchler (Inzell) nicht, wie viele Einsätze sie bekommen werden. Doch Luca Bauer darf sich neben den Anfeuerungen durch die heimischen Fans auf Unterstützung aus Italien freuen. Rund ein Dutzend Mitglieder des Vereins, über den er mit italienischer Lizenz fährt, kommen extra nach Inzell. Dass der 20-Jährige kürzlich bei der Europameisterschaft Bronze geholt hatte, sorgte in Italien für Freude und Aufsehen, »es sind sogar drei italienische Journalisten in Inzell akkreditiert«, berichtet Bauer.

Franz Mayerbüchler zeigte sich nach dem Training zufrieden. »Bis jetzt läuft es ganz gut, mit der Maschine passt alles«, so der Inzeller.

Gepasst hatte auch die Zuschauerzahl beim Training. Erstmals war der Eintritt dazu kostenlos, und statt der sonst üblichen rund 500 Zuschauer »waren es diesmal 1200«, informiert Kai Schmiedeknecht.

Am heutigen Samstag erfolgt um 10 Uhr die Kassenöffnung. Ab 15 Uhr haben die Fans mit Tickets Zugang zum Fahrerlager (für 30 Minuten). Ab 16.20 Uhr findet in der Arena die Fahrervorstellung statt, um 17 Uhr ist Rennbeginn. Nach dem Rennen findet noch eine Party in der Turnhalle mit den Wildcats statt. Auch für den Grand Prix 8 am morgigen Sonntag sind die Kassen ab 10 Uhr geöffnet, ab 12 Uhr ist ein Zugang zum Fahrerlager (30 Minuten) möglich. Um 14 Uhr ist Rennbeginn. Dann geht es für die heimischen Fahrer wieder um möglicht gute Platzierungen und viele Punkte. who

Italian Trulli