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Schwerer Sturz verhindert Start am Königssee

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Bobpilotin Sandra Kroll. (Foto: Wechslinger)

Berchtesgaden – Die hoffnungsvolle Bobpilotin Sandra Kroll (22) vom WSV Königssee kann beim Weltcupfinale im Bobsport am Königssee nur als Zuschauerin dabei sein. Grund dafür ist ein schwerer Sturz vor gut zwei Monaten in Altenberg. Seither laboriert die ehemalige Top-Leichtathletin an den Folgen einer schweren Gehirnerschütterung, die sie am Freitag noch einmal zu einer Untersuchung nach München führt. Gerne wäre sie auf ihrer Heimbahn dabei gewesen, denn nach diversen Problemen im Kreisel hatte sie zuletzt auch die Königsseer Bahn recht gut im Griff. Ihre bisher größten Erfolge waren ein dritter Platz bei der Junioren-Weltmeisterschaft 2014 in Winterberg und im letzten Jahr der zweite Rang in Altenberg. Beim Weltcup am Königssee im letzten Dezember fuhr Kroll mit Anschieberin Franziska Fritz vor der späteren Weltmeisterin Anja Schneiderheinze auf Platz fünf.


Du warst ja vor der Boblaufbahn eine hoffnungsvolle Leichtathletin. Wie bist Du zum Bobsport gekommen?

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Sandra Kroll: Vor fünf Jahren stand ein Wechsel nach München an, der jedoch nicht geklappt hat. So habe ich mich nach Rif bei Salzburg verändert und dort trainiert. In dieser Zeit hat mich der damalige Trainer Florian Graßl gefragt, ob ich als Anschieberin Bobfahren möchte. Denn man hat für die Olympischen Jugendspiele noch eine Anschieberin gesucht. So hat alles begonnen.

Wann reifte der Gedanke sich von hinten nach vorne an die Lenkseile zu positionieren?

Kroll: Ich finde es halt interessanter den Bob selbst zu lenken, das macht richtig Spaß.

Auch wenn man stürzt, wie es Dir in Altenberg passiert ist.

Kroll: Stürze gehören halt zu dieser rasanten Sportart auch. Ich mag die Bahn in Altenberg eigentlich, aber ich habe den Bob von der Kurve 13 in die 14 zu spät herausgenommen und dann ist es halt passiert.

Wie war das nach dem Sturz?

Kroll: Zunächst habe ich mir nichts gedacht, aber bei einer Untersuchung stellte man eine Gehirnerschütterung fest, unter der ich noch heute leide. Ich bin ja beim Sturz mit dem Kopf aufs Eis geschlagen.

Wo liegen Deine Vorteile, am Start oder in der Bahn?

Kroll: Ich denke das ist ausgewogen. Ich muss mich am Start noch verbessern, aber auch die Bahnen noch besser kennenlernen.

Auf welchen Bahnen bist Du schon gefahren und welche gefällt Dir am besten?

Kroll: Ich kenne die Bahn am Königssee, Altenberg, Winterberg, Innsbruck, La Plagne und Lake Placid. Altenberg ist wie gesagt meine Lieblingsbahn, aber auch meine Heimbahn habe ich jetzt im Griff. Lake Placid ist eine große Herausforderung, nur in La Plagne hat es mir weniger gefallen. Ich mag einfach die Bahnen, wo ich mehr arbeiten muss. Außerdem ist einen Bob zu lenken auch eine sehr diffizile Gefühlssache.

Du hattest ja auch am Königssee schon einmal Probleme.

Kroll: Mein Problem war einige Zeit der Kreisel, aus dem ich nicht gut herausgekommen und einige Mal gestürzt bin.

Wie ist dann die nächste Fahrt nach einem Sturz?

Kroll: Das muss man schnell verarbeiten und möglichst rasch noch einmal fahren, damit man die Sicherheit wieder zurück gewinnt.

Was macht die Faszination Bobsport aus?

Kroll: Zum einen die Schnelligkeit bei den Fahrten sowie die Athletik am Start. Das Interessante am Bobsport ist auch, dass man in der Bahn nicht mehr bremsen kann und gut hinunter findet.

Die Saison ist ja gelaufen, wie geht es weiter?

Kroll: Ich möchte jetzt endlich wieder gesund werden und mich dann mit Vollgas auf die nächste Saison vorbereiten. Im März geht es in Ainring bei der Landespolizei für vier Monate mit meiner Ausbildung weiter.

Zu einer erfolgreichen Sportlerin gehört auch ein intaktes Elternhaus.

Kroll: Das passt bei mir komplett. Meine Eltern und meine Freunde stehen voll hinter mir. Mein Vater arbeitet jetzt beim Weltcupfinale wieder an der Bahn als Funktionär mit. Zudem hilft er mir auch bei der Arbeit an meinem Bob.

Wen favorisierst du beim Weltcupfinale am Königssee?

Kroll: Bei den Frauen erwarte ich einen Kampf zwischen Kaillie Humphries, Taylor Meyers, Christina Hengster, Jamie Greubel Poser und natürlich unserer Weltmeisterin Anja Schneiderheinze.

Bei den Herren rechne ich vor allem mit Francesco Friedrich und Johannes Lochner im Zweierbob. Im großen Schlitten sind mehrere favorisiert.

In zwei Jahren sind Olympische Spiele in Korea, was rechnest du dir aus?

Kroll: Wenn alles gut geht, eine Medaille, egal in welcher Farbe. Christian Wechslinger