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»Hohes C«: Sieben junge Burschen aus Salzburg begeistern bei Konzert in Waging mit A-cappella-Gesang

Schwiegermutter-Traum und musikalisch dazu

Das A-cappella-Ensemble »Hohes C« aus Salzburg mit (von links) Bernhard Ainz, Johannes Forster, Benjamin Sattlecker, Johannes Schmidhuber, Florian Schneider, Tobias Widhalm und Tobias Kremshuber findet immer den richtigen Ton, um die Besucher musikalisch einzuwickeln. (Foto: Sojer)

Nur mit Stimmen Musik zu machen, ohne sich an ein Instrument anlehnen zu können, das ist die Charakteristik des A-cappella-Gesangs. Diese Kunst auf höchstem Niveau zeigte das junge Vokalensemble »Hohes C« aus Salzburg beim Sommernachtskonzert im Waginger Pfarrheim.


Bereits im zarten Teenageralter von 16 Jahren verbündete sich die siebenköpfige Truppe zum »Hohen C« und ist bis heute zusammen geblieben. A-cappella zu singen ist ihre gemeinsame Leidenschaft und mittlerweile haben sich die heute 22-jährigen Salzburger als populäre Showtruppe etabliert. Beim größten internationalen Chorwettbewerb »World Choir Games« wurden die jungen Salzburger 2014 zum »World Choir Champignon« in der Kategorie »Male Vocal Ensemble« mit einer Goldmedaille ausgezeichnet und zählen nun zu einer der besten Chorformationen.

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Schwungvoll und galant stolzierten die jungen Herren der Reihe nach auf die Bühne. In ihren schicken Anzügen mit gelber Krawatte wirkten sie wie ideale Schwiegersöhne: wohlerzogen, charmant, witzig und mit den besten Manieren. Mit einer tiefen Verneigung begrüßten sie die Gäste. Benjamin Sattlecker zog eine Stimmgabel aus der Hosentasche und nach kurzem Klopfen am Handgelenk lauschte er der sanften Vibration des Grundtons. Schließlich musste jeder Ton exakt getroffen werden.

Dann begann »Hohes C« beschwingt und mit lupenreinem, mehrstimmigem Gesang. Die Sänger schüttelten allerdings die Reihenfolge des Liedgutes im Programm etwas durcheinander und so kündigten die Sänger abwechselnd jeden Titel vorher an. Dabei erzählten sie eine kurze, interessante Geschichte, gewürzt mit dezent trockenem Humor. Mit dem spanischen Komponisten der Renaissance Tomás Luis de Victoria (Laudate Pueri und Duo Seraphim), dem Italiener Giovanni Pierluigi da Palestrina aus dem 16. Jahrhundert (Adoramus te Christe), Josquin Deprez (In te Domine und El Grillo), Javier Busto (Tenebrae) und dem deutschen Komponisten Hugo Distler (Tambour) hörten die Besucher zunächst klassische Darbietungen.

Nach der Pause folgten modernere Arrangements von den Beatles (»Obladi Oblada«, »Penny Lane«, »Can´t buy my love«), Billy Joel (»And so it goes«, »She´s always a woman«) und Toto (»Africa«). Nicht nur die herrlich gesungenen Lieder, sondern auch die szenische Darstellung in den einzelnen Stücken beeindruckten die Zuhörer. Mit der passender Mimik, Schnipsen, Klatschen oder eleganten Drehungen untermalten die Sänger ihre Lieder mit einer heiteren und verständlichen Botschaft.

Zu einer Zugabe ließen sich die Herren nicht lange bitten. Die Salzburger wussten genau, welche Schmankerl sie den Gästen noch servieren wollten: Mit »Hot Stuff« (Donna Summer), »Packma zam« (Traditionelles aus Österreich) und »Gute Zeit« (Wise Guys) endete der gelungene Abend viel zu schnell. Die jungen Männer bekamen höchste Lobeshymnen zu hören. Brigitte Sojer