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Schwimm-Verband peilt Medaille zum WM-Auftakt an

Barcelona (dpa) - Die deutschen Wasserspringer durften die «atemberaubende» Aussicht über Barcelona genießen, die Freiwasser-Asse fühlten sich wie in einer «Kloake». Trüb sind die Aussichten für Rekordweltmeister Thomas Lurz zum WM-Auftakt in der katalanischen Metropole aber keineswegs.

Olympiazweiter
Thomas Lurz gewann bei den Olympischen Spielen in London die Silbermedaille. Foto: Andy Rain Foto: dpa

Der Olympia-Zweite soll dem Deutschen Schwimm-Verband (DSV) im Rennen über fünf Kilometer gleich am Samstag die erste Medaille bescheren und seine goldene WM-Serie fortsetzen. «Nachdem ich siebenmal in Folge gewonnen habe, werde ich auch diesmal mein Bestes geben», sagte Lurz. Der 33-Jährige hatte vor einem Jahr bei den Spielen von London die einzige DSV-Plakette gewonnen. Neben Erfolgsgarant Lurz zählt am ersten WM-Wochenende das Wassersprung-Synchronpaar Patrick Hausding und Sascha Klein vom Turm zu den Kandidaten auf Edelmetall.

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Vor zwei Jahren bei der WM-Eröffnung in Shanghai hatten Hausding/Klein die erste deutsche Medaille und ihre erste WM-Medaille (Silber) überhaupt gewonnen. Lurz war über die fünf Kilometer Weltmeister geworden. «Aus der Vergangenheit wissen wir, wie wichtig ein guter Start sein kann», erinnerte DSV-Leistungssportdirektor Lutz Buschkow. Fünf bis acht Medaillen sollen es laut Ziel-Korridor mit dem Deutschen Olympischen Sportbund werden. Am Wochenende werden die ersten sechs von insgesamt 68 Weltmeistern dieser Titelkämpfe gekürt. Bis zum 4. August kämpft das Rekordteilnehmerfeld von 2293 Sportlern aus 181 Nationen um WM-Ehren.

«Mal schauen, wo es hingeht. Bei der EM lief es eigentlich schon gut. Ich wäre zufrieden, die Punktzahl von den Europameisterschaften zu wiederholen», meinte Hausding. «Schon gut» reichte bei der EM immerhin zum Titel. «Im Synchronwettbewerb ist auf jeden Fall eine Medaille das Ziel», sagte Partner Klein - und das trotz Trainingsrückstands wegen einer Reihe von Verletzungen.

Thomas Lurz kam bisher gesund durch die Saison. Und das soll auch so bleiben. Nach den ersten Kraulzügen im Hafen von Barcelona war der Bundestrainer jedenfalls froh, dass sich kein Athlet krank abmeldete. «Das Wasser war nach dem Unwetter ein bisschen schmutzig und hat auch etwas gerochen», beschrieb Stefan Lurz das wenig einladende Gewässer, das seine Sportler als «Kloake» bezeichneten. Die Folgen eines Gewitters seien der Grund für die Verschmutzung, hieß es. Die genommenen Wasserproben wurden als unbedenklich angeführt. «Beruhigt bin ich erst, wenn da keine Tampons, Binden und Kondome rumschwimmen», sagte der Bundestrainer. Am Freitag wurde das Training kurzerhand in die Halle verlegt, «weil das Wasser zu schmutzig war».

1,7 Kilometer Luftlinie vom Hafen entfernt haben die Springer ganz andere Schwierigkeiten. «Die Lichtverhältnisse sind gewöhnungsbedürftig. Wenn das dann aufs Wasser aufprallt, kommt es wie ein Spiegel in unser Gesicht», erklärte der achtmalige Europameister Hausding. Auch sein Drei-Meter-Partner Stephan Feck wies auf die «schwierige Optik» hin, führte aber auch einen «Super- Ausblick» an. «Es ist auf jeden Fall atemberaubend, eine ganz andere Kulisse. Das ist man gar nicht gewohnt, vor dieser riesengroßen Altstadt zu springen», sagte der 23-Jährige.

In der ersten von zehn Sprung-Entscheidungen springen an diesem Samstag Tina Punzel und Kieu Dong als Außenseiter im Synchron-Wettbewerb vom Drei-Meter-Brett. International beweisen dürfen sich Inken Jeske/Edith Zeppenfeld und Kyra Felßner in den ersten Synchronschwimm-Entscheidungen. Im Sog von Lurz geht Junioren-Weltmeister Rob Muffels an den Start. Bei den Damen wollen sich Nachwuchshoffnung Finnia Wunram und Isabelle Härle behaupten.

Gejubelt wurde im WM-Ort auch am Freitag schon - wenngleich diese Sieger keineswegs überraschten. Die südkoreanische Stadt Kwangju wurde zum Ausrichter der WM 2019 bestimmt, zwei Jahre später ist Budapest WM-Gastgeber. Beide Städte waren die einzigen Kandidaten. Zuvor hatten Baku (Aserbaidschan) und die Vereinigten Arabischen Emirate Interesse bekundet, waren dann aber zu einer Abstimmung nicht mehr angetreten.