weather-image
21°

Sehen und staunen bei der »Schneekönigin«

0.0
0.0

Fünfmal ein ausverkauftes Haus und Riesenbegeisterung beim Publikum – auch das diesjährige Gastspiel der Theatergruppe »Die Pampelmusen« in der Traunsteiner Kulturfabrik NUTS, wo sie Hans Christian Andersens »Die Schneekönigin - Ein Märchen für Kinder und Erwachsene« aufführten, war wieder einmal ein voller Erfolg.


Von Barbara Mende geschickt für die Bühne bearbeitet und so flott wie einfallsreich inszeniert, bot das Stück für Jung und Alt beste Unterhaltung, mit viel Musik, Gesang und Tanz, farbenfrohen Kostümen und zauberhaften Bildern. Zumal neben der präzisen Führung der Schauspieler auch die Übergänge so gleitend eingerichtet waren, dass alles wie am Schnürchen ablief.

Anzeige

So war es nicht nur spannend, sondern auch ein Augenschmaus, die Geschichte der tapferen kleinen Gerda zu verfolgen, bravourös gespielt von Luisa Jung, die sich auf eine abenteuerliche Suche nach ihrem Freund Kay (Gemma Clarke) macht, der von der bösen Schneekönigin in ihren Eispalast entführt worden ist. Eine lange und gefährliche Suche, bei der Gerda geheimnisvolle Zauberwesen, sprechende Tiere, eine kluge Prinzessin und eine wilde Räuberbande begegnen.

Sehen und staunen, hieß demnach die Devise, angefangen mit dem Teufel, der wieder einmal seine Finger im Spiel hatte, mit schön arroganter Boshaftigkeit verkörpert von Paul Clarke, der auch für die Musik und musikalische Leitung zuständig war. Einen ungemein verführerischen Anblick bot hingegen die grasgrüne Zauberin (Christiane Jung), die Gerda bei sich behalten möchte, und angemessen aristokratisch-hochnäsig agierte Paula Englmaier als siebengescheite und neunmalkluge Prinzessin, die Gerda weiterhilft. Den wohl eindringlichsten Part hatte jedoch Christiane Jung als wilde, Messer schwingende Räuberbraut, die jedem in Sichtweite androhte, die Kehle durchzuschneiden, und der Gerda in die Hände fällt. Aber so böse, wie sie tut, ist sie letztendlich gar nicht, ganz im Gegensatz zur Schneekönigin, gespielt mit eisiger Unnahbarkeit von Dr. Eva Weiß.

Für hochkomische (Gesangs)Einlagen sorgten zwischendurch Barbara Mende als verliebter Krähenvogel, der seine Angebetete mit einem schaurig schönen Ständchen für sich gewinnen will, und Emilia Pertuch als herrlich eingebildete Schlosskrähe, die ihn nicht erhört, aber Gerda zur Prinzessin bringt. Aber auch die vielköpfige Räuberbande, angeführt von einem Herrn namens Hitzkopp (Paul Clarke), tat ihr Bestes, um neben Aufregung auch Humor mit ins Spiel zu bringen, etwa mit Tanzeinlagen. Nicht zu vergessen das sprechende Rentier (Dr. Christoph Jung/Uli Englmaier), das Gerda zum Palast der Schneekönigin bringt und zu allem seinen Senf abgeben muss.

In weiteren Rollen wirkten noch Emily Clarke, Agi Hoßfeld, Gerhard Fischer, Werner Hoßfeld und Adam Nassor mit, das so phantasievolle wie effiziente Bühnenbild hatte Dr. Christoph Jung entworfen, die prächtigen Kostüme waren das Werk von Barbara Mende und Christine Ruff und für die Maske waren Dr. Eva Weiß, Heidi Markreiter und Christiane Jung verantwortlich. Wolfgang Schweiger