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»Sein oder Nichtsein«

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Auf eine spannende Reise nahm Malte Roeper seine Zuhörer bei einem Leseabend mit. (Foto: Brenninger)

Er ist einer der bekanntesten Bergsteiger Deutschlands, er hat im DAV-Panorama eine eigene Kolumne, er ist Regisseur und Autor – und er hat mit dem Chiemgau eine neue große Liebe entdeckt: Die Rede ist von Malte Roeper, der seit einigen Jahren in Traunstein wohnt und hier auch Mitglied bei der hiesigen DAV-Sektion ist.


»Darauf sind wir besonders stolz«, sagt Fritz Petermüller, der bei der Traunsteiner DAV-Sektion für die Öffentlichkeitsarbeit und die Kultur zuständig ist. Stolz ist man bei der Sektion auch auf die eigene Bibliothek. Über 1000 Bände und rund 100 Karten finden sich darin. Und: Die Sektion leihe die Bücher kostenlos aus, betont Petermüller. Natürlich sind auch die Werke von Malte Roeper darunter.

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Aus zwei seiner Bücher las Roeper nun bei einem kurzweiligen Leseabend in der Geschäftsstelle der Sektion vor. Aber nicht nur das – zuerst stellte er den Bergfreunden auch noch drei Titel vor, »die mich am meisten beeinflusst haben«. Und die Auswahl überrascht durchaus: »Der Geliebte der Großen Bärin« von Sergiusz Piasecki, »Die Harzreise« von Heinrich Heine und »König Alkohol« von Jack London sind Roepers Lieblingsbücher. Wohl auch, weil sich Malte Roeper in allen drei Büchern wiedererkannte. »Ich wollte als junger Mann auch raus aus dem bürgerlichen Ding, raus in die raue Männerwelt«, betont er. Und so ist einer seiner Leitsprüche, der aus dem Buch von Jack London stammt: »Maß halten war noch nie meine Stärke.«

Danach las Roeper auch noch aus seinen Werken »111 Gründe klettern zu gehen« und »Auf Abwegen« vor. Im Letzteren schreibt der Bergsteiger übrigens nicht nur über seine Erlebnisse am Berg, sondern auch von den Höhen und Untiefen des Lebens, seinen Reisen per Anhalter oder seine Jobs im Hamburger Hafen. An diesem Abend entscheidet sich Malte Roeper für das Kapitel »Eiger-Nordwand solo«. Er bezwingt diesen Berg im Alleingang und fühlt sich dort oben ein bisschen so wie Hamlet. Denn auch ihm stellt sich – dort oben auf sich allein gestellt – die Frage: »Sein oder Nichtsein«. Letztlich bezwingt er den Eiger. »Eine ungeheure Freude« überkommt ihn. »1988 war ein goldenes Jahr.«

Im Buch »111 Gründe klettern zu gehen« entführt Roeper die Leser auf eine witzige Art und Weise in die Welt des Kletterns. Am Fels findet man unter anderem Freunde fürs Lebens. Denn: »Vollidioten trifft man nur wenige am Fels.« Übrigens: Das neueste Werk von Malte Roeper ist demnächst im Bayerischen Fernsehen zu sehen. Voraussichtlich am Montag, 14. Mai, um 22 Uhr werden die Lebenslinien »Thomas, der Huber-Bua« ausgestrahlt. SB