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Seit 65 Jahren verheiratet – Eiserne Hochzeit wird gefeiert

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Maria und Alfons Mayer sind seit 65 Jahren verheiratet. (Foto: P. Mix)

Traunreut – Dass sie seit 65 Jahren verheiratet sind und ein entsprechendes Alter haben, sieht man Maria und Alfons Mayer wahrlich nicht an. Am 11. Juni 1954 gab sich das Paar auf dem Standesamt das Ja-Wort und zwei Tage später dann in der Kirche in Traunwalchen. Jetzt können sie das besondere Fest der Eisernen Hochzeit gemeinsam feiern.


Beide Ehepartner hatten keine leichte Kindheit. Alfons Mayer wurde 1933 als dritter Sohn seiner Eltern in Traunwalchen geboren. Er lernte seinen Vater nicht kennen, da dieser einen Tag vor seiner Geburt tödlich verunglückte. Und auch die Mutter starb bereits, als er erst sieben Jahre alt war. Zusammen mit dem Stiefvater und seinen Brüdern musste er schon von klein an hart auf dem Hof arbeiten und als Jugendlicher machte er eine Ausbildung zum Schreiner.

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Seine Gattin Maria wurde 1932 in Miloschitz im Kreis Saaz im Sudetenland geboren und hatte drei Geschwister. Ihre ganze Familie wurde nach dem Krieg vertrieben und bei einem Bauern in Niedling einquartiert. Das Mädchen war zu der Zeit schon harte Arbeit gewöhnt. In der alten Heimat hatte Maria in der Landwirtschaft helfen müssen und später entschärfte sie Granaten in der Muna. Eigentlich hätten sich Maria und Alfons schon in der Schule kennenlernen müssen, denn beide sollten die gleiche Klasse der Volksschule Traunwalchen besuchen. Für die Arbeit in der Muna erhielt Maria jedoch Zusatzkarten für mehr Verpflegung, die ihre Familie dringend brauchte. Deshalb war es ihrem Vater wichtiger, dass das Mädchen arbeiten ging anstatt in die Schule.

Bei diversen Tanzveranstaltungen im Gasthaus in Traunwalchen lernten sich die jungen Leute dann doch kennen und schließlich hat es zwischen ihnen gefunkt. Als Alfons 21 Jahre und somit alt genug war, heirateten die beiden. Die Ehe begann gleich mit einem unerwarteten Vorfall. Nach der standesamtlichen Hochzeit am Freitag sollte dann gleich am Samstag die kirchliche Hochzeit folgen.

Alles war geplant und vorbereitet. Der Pfarrer wollte das Paar aber an diesem Tag nicht trauen und verschob die Zeremonie einfach kurzfristig auf den Sonntag. Zu jenen Zeiten, als es noch kein Telefon gab, war es sehr schwierig die Verwandtschaft der Braut, die aus Niederbayern anreiste, noch zu verständigen. Dafür war die Feier dann aber umso schöner, nicht zuletzt dank der musizierenden Verwandten von Maria. Noch heute würden alte Bekannte sie darauf ansprechen, dass die Hochzeit und vor allem die Musik damals so schön waren, erzählt Maria Mayer.

In den ersten Monaten ihrer Ehe teilte sich das Paar ein einziges Zimmer, später zog es zurück auf den Hof des Bruders von Alfons und schließlich kauften die beiden 1965 ein Haus in Traunreut, das sie mit viel Liebe und eigener Hände Arbeit für sich passend herrichteten. Drei Kinder hat das Jubelpaar, eine Tochter und zwei Söhne, die alle in der näheren Umgebung wohnen. Fünf Enkel und acht Urenkel machen die inzwischen ziemlich große Familie komplett.

In all den Jahren und Jahrzehnten haben die beiden immer fest zusammengehalten, »wir haben alles miteinander gemacht«. Dass sie nun schon 65 Jahre verheiratet sind, können die beiden selber kaum glauben und hoffen, dass ihnen noch ein paar schöne Jahre gemeinsam vergönnt sein mögen. Sie haben ein sichtlich inniges Verhältnis zueinander und viel Humor, was auch deutlich wird, wenn Alfons seine Frau liebevoll »Lausdirndl« nett.

Der Ehemann hat schon immer gerne gekocht und verwöhnt auch heute noch seine Gattin damit, die sich gerade von einem Krankenhausaufenthalt erholt. Die Feier zur Eisernen Hochzeit mit der ganzen Familie wird daher auch zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt, da Maria Mayer sich derzeit noch nicht fit genug fühlt. mix