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Sepp Springl: »Man sollte mal Fachleute ranlassen«

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Warnbaken im Kreisverkehr sollen Autofahrer auf die innere Spur zwingen. Bürgermeister Hannes Rasp aus Schönau am Königssee ist mit diesem »Provisorium« allerdings nicht glücklich. (Fotos: Ulli Kastner)
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Fahrlehrer und Gemeinderat Hubert Biller vermisst einen weiteren Bypass.

Schönau am Königssee – Deutliche Worte – gewürzt mit Ironie und Sarkasmus – fand Sepp Springl (CSU) zu den regelmäßigen Rückstaus vom umgebauten Bahnhofskreisverkehr in Richtung Königssee. »Man sollte mal Fachleute ranlassen. Die Situation war ja vor dem Umbau besser als jetzt«, sagte der Lokalpolitiker am Dienstag im Gemeinderat Schönau am Königssee. Fahrlehrer und Gemeinderat Hubert Biller (Freie Wähler) ergänzte die Diskussion mit Umgestaltungsvorschlägen, die nach seiner Ansicht mehr gebracht hätten.


»Die Autos stehen in Richtung Bahnhof regelmäßig bis zu uns und sogar bis zum Campingplatz«, betonte Sepp Springl, der die Fahrzeugkolonne von seinem Hof in Königssee-Schwöb aus gut beobachten kann. »Vor allem unsere Gemeinde ist von den Rückstauungen stark betroffen«, sagte Springl und forderte, »vielleicht mal Fachleute ranzulassen«. Vor dem Bau des Bypasses sei die Situation noch besser gewesen als jetzt. Das führt Springl vor allem auf die veränderte Verkehrsregelung im jetzt nur noch einspurigen Kreisverkehr zurück. »Man sollte den Kreisverkehr eventuell doch wieder zweispurig machen«, regte der Gemeinderat an.

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Dass mit den Planungen keine Fachleute beauftragt worden seien, konnte Bürgermeister Hannes Rasp nicht bestätigen. »Immerhin waren Experten vom Staatlichen Bauamt und vom Planungsbüro maßgeblich beteiligt.« Allerdings bedauerte der Rathauschef, dass die Gemeinde Schönau am Königssee hier nicht involviert und auch nicht um ihre Meinung gefragt worden sei. Selbst hatte sich Bürgermeister Rasp nach eigenen Worten bereits Gedanken über die vor kurzem im Kreisverkehr aufgestellten Baken gemacht. Er werde sich erkundigen, ob und wann die wieder entfernt werden. »Wenn ich so viel Geld investiere, dann erwarte ich schon, dass man kein Provisorium baut.«

Einen Grund, warum es im Kreisverkehr oft nicht rund läuft, sah Martin Hofreiter (Freie Wähler) in den Rückstauungen aus der Triftplatz-Einfahrt. Er regte an, die Einfahrt zu optimieren, »denn bei Einspurigkeit steht bei Rückstauungen der ganze Kreisverkehr«.

Gemeinderat und Fahrlehrer Hubert Biller kennt den Grund für die Aufstellung der Baken. »Die Verkehrsteilnehmer beachten einfach die gestrichelte Linie nicht und fahren zweispurig in den Kreisverkehr ein. Dann kommt es zu Problemen.« Allerdings ist Biller mit dem Ergebnis der Umbauarbeiten überhaupt nicht zufrieden. Zwar akzeptiert er, dass der Bypass vor allem für die Verbesserung des Verkehrsflusses aus Richtung Bergwerkstraße etwas gebracht habe. Aus Richtung Königssee sei es aber dasselbe wie zuvor. Hubert Biller glaubt die Lösung zu kennen: »Eine zweispurige Königsseer Straße mit einem weiteren Bypass in Richtung Bavariakreuzung. Dort müsste man dann nicht einmal einfädeln, weil es bis zur Bavariakreuzung bereits zwei Spuren gibt.«

Als Beispiele für gelungene Kreisverkehre nennt Hubert Biller die Stadt Hallein. »Dort gibt es überall diese Art von Bypässen und es läuft wie Sau.« Und gegenüber dem »Berchtesgadener Anzeiger« betont der Fahrlehrer: »Ich verstehe nicht, warum man nicht die Personen gefragt hat, die viel fahren: Taxifahrer, Busfahrer, Lkw-Fahrer und andere.« Ulli Kastner