weather-image
19°

Sicherheitsbericht der PI Berchtesgaden für 2016

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Foto: dpa/Symbolbild

Die polizeiliche Kriminalstatistik des LKA Bayern weist für das Jahr 2016 im Zuständigkeitsbereich der PI Berchtesgaden insgesamt 724 Straftaten auf. Die Aufklärungsquote lag bei 58 Prozent.


 

Anzeige

Die Polizeiinspektion Berchtesgaden ist zuständig für die Sicherheit im südlichen Landkreis, also für den Markt Berchtesgaden, Markt Marktschellenberg und die Gemeinden Schönau am Königssee, Bischofswiesen und Ramsau mit insgesamt ca. 24.000 Einwohnern. Ebenso betreuen die Beamtinnen und Beamten die zahlreichen Urlaubsgäste und Tagesausflügler des ihnen übertragenen Dienstbereiches.

Wie ist die Gesamtzahl der Straftaten im Vergleich mit anderen Regionen zu sehen?

Die sogenannte Häufigkeitszahl - eine Vergleichszahl hochgerechnet auf 100 000 Einwohner- ist eine rechnerische Größe, mit der man die Belastung der Bevölkerung durch das jeweilige Straftatenaufkommen vergleichen kann.

Diese Zahl liegt im Bereich der PI Berchtesgaden bei ca. 3000 und damit deutlich unter dem Wert für das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mit 4167 und Bayern mit 4785.

Schaut man sich die wichtigsten Deliktsbereiche genauer an, so gibt es unterschiedliche Entwicklungen.

Die sogenannten Rohheitsdelikte wie z. B. Körperverletzungen haben von 133 auf 142 Anzeigen zugenommen. Hier ist allerdings festzustellen, dass die Mehrheit - insgesamt 86 (Vorjahr: 63) - dieser Delikte einfache Körperverletzungen waren. Oft handelte es sich um Beziehungsdelikte, die nicht im öffentlichen Raum stattfanden. Die Aufklärungsquote liegt hier bei fast 90 Prozent.

Im vergangenen Jahr kam es zu einem aufsehenerregenden Fall, bei dem ein Beziehungsstreit eskalierte und ein Mann seine Lebensgefährtin bis zur Bewusstlosigkeit würgte. Nur durch das couragierte Eingreifen von Unbeteiligten konnte schlimmeres verhindert werden. Dieser Fall wurde erst kürzlich vor dem LG Traunstein verhandelt und führte zu einer Verurteilung des Täters wegen versuchtem Totschlag. In den Medien wurde darüber bereits berichtet. Glücklicherweise war dies der einzige Fall in diesem Deliktsbereich.

Die Diebstähle sind insgesamt auf 225 (Vorjahr: 235) zurückgegangen, wobei hier eine Steigerungen z. B. bei den schweren Diebstählen, den sogenannten Einbrüchen,  zu verzeichnen war.    61 (50) Anzeigen - meist in gewerbliche Objekte - mussten hier bearbeitet werden. Aber nicht nur der Bereich der PI Berchtesgaden sondern der ganze Bereich des PP Oberbayern Süd und auch der benachbarte österreichische Raum wurde im vergangenen Jahr von Einbruchsserien heimgesucht. Einbruchsobjekte waren z. B. Talstationen von Bergbahnen, Hotels und Gaststätten, Einkaufs- und Getränkemärkte sowie Parkschein- bzw. Wechselautomaten.

Ein Bereich, der das Sicherheitsgefühl durch das Eindringen in den persönlichen Nahbereich immer besonders beeinflusst, ist der Wohnungseinbruchsdiebstahl. Hier ist ein erfreulicher Rückgang von 9 auf 5 Taten festzustellen. Auch beim einfachen Diebstahl gab es einen Rückgang von 185 auf 164 Fälle.

Bei den Vermögens- und Betrugsdelikten ist ebenfalls ein Rückgang auf 83 (105) Anzeigen festzustellen.

Trotz allem wird auf erhöhte Vorsicht z. B. bei Internetgeschäften hingewiesen. Oft entpuppt sich das vermeintliche Schnäppchen als Lockangebot. Aber auch ältere Mitbürger werden immer wieder Opfer von Betrügern, die immer dreister vorgehen. Manche Täter geben sich am Telefon als Angehörige oder mittlerweile sogar als Richter, Staatsanwälte oder Polizeibeamte aus und versuchen so, sich das Vertrauen der Angerufenen zu erschleichen. Entsprechende Warnhinweise werden von der Polizei immer wieder veröffentlicht.

Sorge bereitet Jahr für Jahr der Bereich der Sachbeschädigungen. Hier gab es eine deutliche Steigerung von 84 auf 110 Anzeigen. Insbesondere auch die Sachbeschädigungen an Kfz haben von 33 auf 48 zugenommen. Die Aufklärungsquote liegt in diesem Bereich leider auf einem sehr niedrigen Niveau. Die Polizei ist gerade in diesem Bereich sehr auf die Hilfe und Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen.

In diesem Zusammenhang darf auf ein vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd bestimmtes Schwerpunktthema - die sogenannte Notrufoffensive 110 - hingewiesen werden.

Helfen Sie uns, damit wir Ihnen helfen können“ lautet hier der Slogan.

Eine Zahl aus unserem Präsidium verdeutlicht sehr gut, dass Hinweise aus der Bevölkerung wertvoll sein können. In 297 Fällen konnten im vergangenen Jahr aufgrund eines Hinweises ein Täter ermittelt oder eine Straftat aufgeklärt werden. 

Im Bereich der Rauschgiftdelikte mussten insgesamt 33 (25) Anzeigen bearbeitet werden, wobei hier die allermeisten Vorgänge im Konsumentenbereich anzusiedeln sind.

Bei den Sexualdelikten mussten in insgesamt 11 Fällen (15) Ermittlungen geführt werden. Viele davon ebenfalls mit Beziehungshintergrund.

Insgesamt gesehen kann man von einer guten Sicherheitslage zu sprechen. Auch wenn klar ist, dass einige wenige Vorfälle das subjektive Sicherheitsgefühl jederzeit beeinflussen können.

Verkehrsunfallentwicklung:

Bei den Verkehrsunfällen ist leider eine negative Entwicklung festzustellen.

Die Beamten der PI Berchtesgaden mussten im vergangenen Jahr insgesamt 645 (610) Verkehrsunfälle aufnehmen.

Davon leider 128 (101) mit Personenschaden, 164 (120) Unfallbeteiligte wurden dabei verletzt, 5 (1) sogar getötet. Die tödlichen Verkehrsunfälle waren dabei in ihrer Ursache sehr unterschiedlich und lassen keine eindeutige Aussage über mögliche Schwerpunkte zu.

Allerdings ist schon festzustellen, dass vor allem die jungen Erwachsenen (18- 24 Jahren) und die Senioren (ab 65 Jahren) zu den Hauptrisikogruppen gehören.

Insgesamt haben aber auch die Fahrrad - und Motorradunfälle sowie die Unfälle mit Fußgängern zugenommen.

Leicht rückläufig waren nur die alkoholbedingten Unfälle von 10 auf 9.

Unfallfluchten mussten 150 (138) aufgenommen werden.

Als Hauptunfallursachen bei den schweren Unfällen sind nach wie vor die nicht angepasste Geschwindigkeit und Vorfahrtsverletzungen zu sehen.

Die Unfallkommission - bestehend aus Vertretern des Straßenbauamtes, des Landratsamtes und der Polizei -  beobachtet laufend das Unfallgeschehen und versucht  entsprechende Verbesserungen  z. b. durch bauliche Maßnahmen oder Beschilderungen zu erreichen.

Im Ergebnis zeigt sich, dass die verschiedenen Verkehrsüberwachungsmaßnahmen - auch die der einzelnen Kommunen - sicherlich notwendig sind und konsequent weitergeführt werden müssen.

Pressemeldung der PI Berchtesgaden