»Sie sind die Samariter unserer Tage«

Traunstein. Ein schwerer Betriebsunfall zertrümmerte ihm vor vielen Jahren beide Beine. Ohne Bluttransfusion hätte er das nicht überlebt. Jetzt wurde Winfried Jung aus Traunreut für 125 Blutspenden geehrt. Der neue Vorsitzende des Traunsteiner Kreisverbandes des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), Konrad Schupfner, bezeichnete ihn und die vielen anderen treuen Spender im Rahmen einer kleinen Feierstunde in Traunstein als die »Samariter unserer Tage«. Jeder Blutspender erfülle eine Vorbildfunktion, denn viele Menschen verdankten ihnen die Wiederherstellung ihrer Gesundheit oder die Rettung ihres Lebens.

Treue Blutspender wurden jetzt beim BRK geehrt (von links): Wolfgang Großauer, Ludwig Schroll, den BRK-Kreisvorsitzenden Konrad Schupfner, Eva Jauernig, BRK-Kreisgeschäftsführer Kurt Stemmer, Josef Parzinger, Winfried Jung und Monika Doerner. Während die anderen Geehrten je 100 Mal Blut gespendet hatten, spendete Winfried Jung bereits 125 Mal Blut.

Jung erinnert sich noch gut an seine erste Blutspende. Als 18-Jähriger ließ er sich in einer Gruppe von Freunden »mitziehen« und genoss vor allem die Brotzeit danach. »Ich hatte nie ein Problem bei einer Spende. Deshalb sind die Spendertermine immer in meinem Kalender eingetragen.« Fünf Mal im Jahr lässt er sich in Traunreut an die 500 Milliliter Blut abzapfen. Er fühle sich anschließend immer gut, jede Blutspende sei ein gutes Gefühl. »Damit kann ich mehr Leuten helfen als etwa durch eine Geldspende.«

Anzeige

Die kleine Anstecknadel, die er von Schupfner überreicht bekam, hat auch schon ihren festen Platz: an einem Ansteckbrett im Wohnzimmer, wo sich schon viele andere Nadeln und Abzeichen befinden. »Ich will auch das Abzeichen für 150 Blutspenden schaffen. Diese Nadel passt auch noch auf mein Brett.«

Schupfner betonte bei der Feier, wie wichtig die Versorgung der Krankenhäuser und Kliniken mit Blutkonserven ist. »Gerade auch in Traunstein mit dem Schwerpunkt-Krankenhaus sind die Patienten auf Blutkonserven angewiesen.« Allein im Landkreis würden jährlich über 10 000 Blutkonserven bei rund 100 Terminen gespendet. »Letztes Jahr waren es sogar genau 11 303 Konserven, was einen erneuten Anstieg bedeutet. Damit belegt unser Landkreis in Oberbayern den ersten Platz.«

Knapp sieben Prozent der Landkreisbevölkerung spendeten ihr Blut. Spitzenreiter ist hier seit vielen Jahren Palling mit einem Anteil von über 18 Prozent der Einwohner. Neben dem Dank an die treuen Spender ermunterte Schupfner die Erstspender dabei zu bleiben, denn der Blutspendedienst brauche dringend Nachwuchs. »Jede Blutspende ist wichtig und jede einzelne Blutspende kann Leben retten!«

Für 125 Blutspenden wurde Winfried Jung aus Traunreut geehrt, für 100 Blutspenden Eva Jauernig, Taching am See, Monika Doerner, Traunreut, und Wolfgang Großauer, Traunreut. Für 75 Blutspenden wurden geehrt: Franz Huber, Nußdorf, Markus Lange, Traunwalchen, Mathilde Raffke, Übersee, und Clemens Schneider, Ruhpolding.

Für 50 Blutspenden wurden geehrt: Mathilde Blümel, Petting, Konrad Daxenberger, Seeon, Ludwig Gerl, Waging am See, Markus Hirtelreiter, Siegsdorf, Herbert Irger, Grassau, Simon Landler, Siegsdorf, Reinhold Macho, Traunstein, Günter Nicolas, Vachendorf, Martin Pöllner, Waging am See, Elisabeth Rosmer, Kirchanschöring, Elisabeth Sandner, Ruhpolding, Elisabeth Schuster, Nußdorf, Ludwig Schwankl, Traunreut, Franz Josef Wimmer, Surberg, und Barbara Marietta Zauner, Petting.