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Sieben Gipfel an einem Tag

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Ein Gipfel jagt den nächsten: In Saalbach-Hinterglemm kommen auch die Bergsteiger in den Sommermonaten voll auf ihre Kosten. (Foto: Schuhbeck)

Wer kennt sie nicht – die verschneiten Grasberge im Winter in Saalbach-Hinterglemm? Im Sommer tummeln sich dort Bergradler und Downhill-Fahrer. Für die Bergsteiger gibt es dort auch eine neue Herausforderung: die »Seven Summits of Saalbach Hinterglemm«.


Diese sehr lange Bergtour ist eine wunderschöne Kammwanderung über die höchsten Gipfel des Glemmtals vom Schattberg Ostgipfel (2018 m) bis zur Lindlingalm (1370 m) – mit einem 360-Grad-Panorama inclusive (mit Großvenediger, Großglockner, Loferer, Watzmann usw.). Die Tour erstreckt sich über 24 Kilometer, wobei 1420 Höhenmeter im Aufstieg und 2130 Höhenmeter im Abstieg zu bewältigen sind. Die reine Gehzeit beträgt zwischen neun und zehn Stunden.

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Extra für diese Tour hat die Schattbergbahn übrigens eine Sonderfahrt um 7.30 Uhr eingeführt. Allerdings sollte man zuvor unbedingt nachfragen, an welchen Tagen die frühe Fahrt möglich ist. Verzichtet man auf diese Bergfahrt, sind zusätzlich zweieinhalb Stunden Gehzeit und nochmals 1000 Höhenmeter im Aufstieg einzuplanen.

Wichtig auch: Entlang dieser Route befinden sich keine bewirtschafteten Hütten, das setzt eine gute Vorbereitung mit entsprechender Ausrüstung, Brotzeit und Getränken voraus. Die Tour sollte zudem nur bei stabilem Wetter durchgeführt werden, einige Abstiegsmöglichkeiten sind vorhanden, aber dennoch sehr lange. Diese Tour ist sehr gut beschildert, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind aber erforderlich, ausgesetzte Stellen sind mit Drahtseilen gesichert.

Erstes Ziel der Tour ist der einfachste Gipfel, der Stemmerkogel (2123 m). Danach erfolgt der Abstieg zum Samersattel (1963 m) und Seetörl, weiter geht es dann steil hinauf zum Hochkogel (2249 m). Wer hier nicht aufpasst, nimmt noch einen achten Gipfel, den Saalbachkogel (2092 m), mit.

Nach einem kurzen Abstieg geht es durchaus anspruchsvoll (Trittsicherheit) auf den Hochsaalbachkogel (2212 m) – dem dritten Gipfel der Sammlung. Beim Abstieg wandert man den Grat entlang zur Medalscharte (2058 m), weiter führt die Tour dann zum Bärensteigkogel (2225 m), der am seltensten besucht wird.

Am Weiterweg zum Sommertor (1939 m) befindet sich eine Unterstandshütte (Nähe Rabenkopf) und eine Abstiegsmöglichkeit in zweieinhalb Stunden nach Hinterglemm (1060 m). Von 1939 m geht es wieder 300 Höhenmeter steil über felsiges Gelände auf den Manlitzkogel (2247 m), hier ist die Hälfte der Seven Summits bereits geschafft.

Beim Aufstieg hat man den Großvenediger, die Zillertaler Alpen bis hin zum Olperer im Blickfeld. Der Abstieg erfolgt über schroffiges Gelände zur Zehetner Stange und auf dem felsigen Bergrücken zum Gipfel des unscheinbaren Mittagskogels (2092 m).

Vom Mittagskogel führt der Weg über Almgelände zur Murnauerscharte (1959 m), von hier bietet sich eine Abstiegsmöglichkeit nach Lengau (1146 m) in rund zweieinhalb Stunden an. Der letzte Gipfel der »Seven Summits« und zugleich der Höchste befindet sich jetzt in greifbarer Nähe. Ab der Leitenscharte (2015 m) wird der Anstieg immer steiler und setzt sich bis zur Einsattelung vor dem Gipfel fort.

Der letzte große, finale Anstieg zum Geißstein (2363 m) über 400 Höhenmeter folgt. Der Abstieg zur Lindlingalm von 1000 Höhenmeter und gut zwei Stunden Gehzeit über das sehr steile Birgl und die Schusterscharte (1985 m) runden diese traumhafte Tour ab. Günter Schuhbeck