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Sieg des 1. FC Köln ohne Euphorie - «Zähes Ding»

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FC-Coach
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Kölns Trainer Holger Stanislawski verfällt trotz des Sieges nicht in Euphorie. Foto: Rolf Vennenbernd Foto: dpa

Köln (dpa) - Mit Feierlichkeiten wollte sich Holger Stanislawski nicht aufhalten. «Ich bin jetzt nicht euphorisiert. Wir können maximal ein bisschen durchpusten», sagte der Cheftrainer des Fußball-Zweitligisten 1. FC Köln nach dem 2:1 gegen den FSV Frankfurt.


Die Kölner hatten ihrem Coach zwar ein vorgezogenes Geschenk zum 43. Geburtstag am Mittwoch gemacht. Stanislawski indes richtete das Augenmerk lieber auf die Folgeaufgabe am Freitag in Paderborn: «Dann müssen wir viele Dinge besser machen.»

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Immerhin: Der Bundesliga-Absteiger beendete durch die Treffer von Tobias Strobl (46. Minute) und Adil Chihi (82.) eine Negativserie von saisonübergreifend 15 Spielen ohne Sieg. «Zudem wurden die Tore aus dem Spiel heraus und nicht durch Standards erzielt. Diese Kritikpunkte müssen wir uns nicht mehr anhören und können dahinter einen Haken machen», meinte Stanislawski.

Aber nur ein Kraftakt im zweiten Abschnitt brachte die Kehrtwende. Nach den zuvor schwachen Resultaten agierten die Kölner zunächst völlig verunsichert und mutlos. «Das war ein zähes Ding mit gutem Ende», meinte Stanislawski. «Wir sind einfach nur happy, dass der erste Sieg geschafft ist. Der ganz große Druck fällt jetzt ab», sagte Stürmer Thomas Bröker.

Mit Strobl hatte Stanislawski einen neuen Defensivspieler mit Offensivdrang in die Startaufstellung geschickt und wurde belohnt. «Passives Spiel ist nicht mein Credo», meinte der Trainer. Er habe nach sechs Saisonpartien ohne Sieg Signale aussenden wollen.

Auf den Rängen blieb es trotz der vorherigen Negativbilanz ruhig. Nach den jüngsten Diskussionen um die FC-Anhänger, von denen Teile Profi Kevin Pezzoni vor knapp einem Monat zur Flucht aus dem Verein getrieben hatten, stand das Publikum im Blickpunkt.

«Die Fans wollen, dass auf dem Platz eine Mannschaft steht, die viel investiert», glaubt Stanislawski. Dieses Engagement habe sein Team gegen Frankfurt gezeigt. «Deshalb müssen wir keine Angst vor den Fans haben», meinte der Coach.

Große Emotionen wurden auf den Rängen ohnehin nicht gezeigt. Als die FC-Profis vor der Pause ihre Torchancen vergaben, gab es nur vereinzelt Pfiffe, nach dem Sieg eher verhaltenen Jubel. Von einer euphorischen Grundstimmung sind die Kölner im Zweitliga-Alltag noch ein Stück entfernt.