Siegsdorfer Freibad öffnet später als geplant

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Das Luftbild vom Badgelände in Siegsdorf entstand dieser Tage. (Foto: Flying Lens)

Siegsdorf – Nicht im Juli, sondern erst Mitte August wird das Freibad in Siegsdorf öffnen können. Darüber und über den Baufortschritt informierten Bürgermeister Thomas Kamm und Bauamtsmitarbeiter Wolfgang Geistanger den Gemeinderat.


Kamm begann seine Ausführungen mit einem Rückblick auf die Vorgeschichte der Sanierungsarbeiten, die bereits für den Herbst 2018 geplant waren. Um aber in den Genuss von Fördermitteln aus einem neuen Förderprogramm des Freistaats Bayern zur Sanierung von Schwimmbädern zu kommen, verschob man die Maßnahme (wir berichteten). Mit Baubeginn im Herbst 2020 war die Gemeinde Siegsdorf dann eine der ersten Kommunen, die dieses Programm nutzen konnten.

Bis dahin war auch relativ klar, dass die aufwändige Sanierung in ihrem notwendigen Umfang fast wie eine Neubaumaßnahme zu werten ist. »Es ist eine außerordentliche Leistung der beteiligten Planer und Handwerker, was im Schwimmbad in gerade einmal zehn Monaten geschaffen worden ist«, betonte Kamm und ging auch auf den Mehraufwand vor allem durch Materialpreiserhöhungen und bei der Sanierung der bestehenden Gebäude ein, die zum großen Teil den bisherigen Mehraufwand von rund 100 000 Euro verursacht hätten. Aktuell rechnet die Verwaltung mit einer Kostenüberschreitung von 1,5 Prozent bei Gesamtkosten von 6,6 Millionen Euro.

Wolfgang Geistanger berichtete über den Stand der Arbeiten, die mit Lieferschwierigkeiten verschiedener Materialien im Außenbereich (Treppenstufen und Betonteile) zu kämpfen hätten. Auch der verzögerte Arbeitsbeginn der Putzerfirma im Bereich der alten Umkleiden, die nun in Ziegelbauweise saniert wurden, habe eine Reihe von Verzögerungen im gesamten Arbeitsablauf nach sich gezogen. Zuversichtlich zeigte sich Geistanger mit dem derzeitigen Stand der Arbeiten, die insgesamt rund vier Wochen hinter dem einmal geplanten Zeitpunkt liegen. Die Edelstahlauskleidungen der Becken und die neue Rutsche sind fertig und die Pflasterarbeiten konnten weitgehend abgeschlossen werden. Allerdings mussten noch Bereiche freigehalten werden, um die ausstehenden Betonteile dann mit schwerem Gerät an ihre Standorte bringen zu können. Die neuen Funktionsgebäude sind in Fertigstellung, die PV-Anlagen wurden bereits montiert und auch die Humusarbeiten in vielen Bereichen bereits erledigt.

Bürgermeister Thomas Kamm war sich sicher, nach der Befüllung der Becken etwa Mitte Juli sowie der anschließenden Abnahme der Technik und der Wasseraufbereitung, die Öffnung des Bades für das Wochenende 7./8. August vorbereiten zu können, auch wenn die Liegewiesen dann nur teilweise nutzbar sein werden.

Die Gemeinderäte Hans Geiger und Christina Haas (CSU) monierten die Auswahl von Gussasphalt als Bodenbelag im Bereich der Rutsche und die verwendeten Pflasterbeläge und wollten wissen, wer denn für die Auswahl der Materialien verantwortlich war. Der Bürgermeister erklärte dazu, die Gemeinde sei hier den Vorschlägen der Fachplaner gefolgt, es gäbe zwar eine wesentlich teurere Variante für den Asphaltbelag, die aber durch ihre poröse Oberfläche in Bezug auf die Hygiene kritisch zu betrachten gewesen sei.

Auf die Fragen von Marlis Neuhierl-Huber und Gerhard Gimpl (Grüne) zur Barrierefreiheit im Gelände und beim Beckenzugang und dem Verfügen von ausreichend Personal, sagte Kamm, dass das notwendige Personal zur Verfügung stehe und bereits geschult sei. Und auch die bisher bewährte Einstiegshilfe ins Schwimmerbecken werde wieder eingebaut.

Hubert Wolff (CSU) wollte wissen, wie es denn um die Beschaffenheit der Dächer im Altbestand bestellt sei. Kamm und Geistanger verwiesen dabei auf die Untersuchungen des zuständigen Bauhofmitarbeiters, der bis auf eine kleine Reparaturstelle keine Schäden und eine solide Grundlage festgestellt hatte. Bürgermeister Kamm nahm abschließend den Vorschlag von Gemeinderat Christian Gerhart (CSU) auf und stellte einen »Tag der offenen Tür« in Aussicht, bei dem die Bürger sich umfassend über die Sanierung informieren können. Dieser könnte allerdings nicht während des laufenden Betriebs, sondern erst nach Abschluss der Saison im Herbst stattfinden. FK